Anamnese: Das erste Gespräch mit dem Arzt

Anamnese: Das erste Gespräch mit dem Arzt

Besonders wichtig: Ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt gleich zu Beginn

Das Gelenk schmerzt, kann schlecht bewegt werden, der Fall scheint klar: Verschleiß, also Arthrose. Dennoch muss der Arzt die Symptome detailliert erfragen, um Hinweise auf ihre genauen Ursachen zu bekommen: Treten Beschwerden bei Belastung oder in Ruhe auf? Bestehen die Schmerzen dauernd? Betreffen sie nur ein Gelenk oder mehrere? Solche Fragen klären, ob die Beschwerden typisch für Gelenkverschleiß sind oder nicht vielleicht doch andere Erkrankungen anzeigen könnten. Auch das Ausmaß der vermuteten Schäden kann der Arzt so bereits abschätzen.

Bestimmte Informationen aus der Lebens- und Krankengeschichte leiten die Diagnose ebenfalls: Ist das Gelenk schon einmal erkrankt oder verletzt gewesen? Musste vielleicht sogar operiert werden? Gab es besondere Belastungen durch Beruf oder Sport, die Knorpelschäden wahrscheinlich machen?

Auch nach weiteren Erkrankungen wie Diabetes oder Gicht sollte der Arzt fragen. Solche können die Gelenkprobleme mit bedingen und auch im Rahmen weiterer Maßnahmen eine Rolle spielen.

Die Anamnese ist vor allem deshalb bedeutsam, da nicht die objektiven Befunde auf Röntgenbildern oder von Laboruntersuchungen über das weitere Vorgehen entscheiden, sondern vorrangig das Beschwerdebild des Patienten und sein daraus subjektiver Leidensdruck.

TWHOOKDas heißt: Gelenkverschleiß ist erst ein Problem, wenn er Probleme macht. Nur bei einem Drittel aller im Röntgenbild nachweisbaren Arthrosen ist das der Fall.

Zur Orientierung der weiteren Schritte muss der Arzt die betroffene Körperregion natürlich auch untersuchen. Dabei kontrolliert er die Beweglichkeit des Gelenks (auch im Vergleich zu den gesunden Gelenken und dem Partnergelenk auf der Gegenseite), das Gangbild und achtet auf Auffälligkeiten der Beine oder der Wirbelsäule. Bei Arthrosen der Beine zum Beispiel ist der Gang häufig durch Schonhaltung charakteristisch verändert.

Der Arzt wird nach Entzündungszeichen suchen (Schwellungen, Wärme) und sich die Gefäß- und Nervenversorgung der Region anschauen.

Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung entscheidet der Arzt, welche weiteren Diagnoseverfahren sinnvoll sind. Dazu gehören unter anderem optische Verfahren, über die Sie in der kommenden Lektion mehr erfahren.

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Ihr Fortschritt im Kurs Arthrose
Text Arthrose ist erst ein Problem, wenn sie Beschwerden verursacht
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aktualisiert am 28.05.2015, erstellt am 08.04.2014
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