Arthrose-Risiko Gelenk- und Stoffwechselerkrankungen

Hände

Rheumatische Hände: Die Entzündung von Gelenken durch rheumatoide Arthritis kann zusätzlich Arthrose auslösen

Der Zusammenhang zwischen bestimmten Stoffwechselerkrankungen und Arthrose ist mittlerweile gut belegt. Allen voran bei Diabetikern. Typ-2-Diabetiker haben im Vergleich zu stoffwechselgesunden Personen ein doppelt so hohes Risiko für Gelenkverschleiß und bekommen viermal so oft ein neues Hüft- oder Kniegelenk. Offenbar ist der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel schädlich für das Knorpelgewebe. Mediziner vermuten, dass der Blutzucker in den Gelenkknorpel eindringt, dort die Knorpelzellen schädigt und zudem die Bildung von entzündungsfördernden Proteinen stimuliert.

Neben Diabetes gibt es noch weitere Stoffwechselkrankheiten, die Arthrose begünstigen: So können zum Beispiel die Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson) und die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) durch Eisen- beziehungsweise Kupferablagerungen insbesondere die Fingergelenke schädigen und damit den Grundstein für eine Arthrose legen.

Auch Gicht ist problematisch, weil sich dabei zu viel Harnsäure im Körper ansammelt und Harnsäurekristalle sich bevorzugt in den Gelenken absetzen. Aus dem gleichen Grund ist Pseudogicht (Chondrokalzinose) ein Risikofaktor für Arthrose – mit dem Unterschied, dass es sich bei den Ablagerungen nicht um Harnsäurekristalle, sondern um Kalziumpyrophosphat handelt.

Auch Morbus Paget, eine Störung der knochenabbauenden Zellen, und die Bluterkrankheit (Hämophilie) sind im Bezug auf Arthrose problematisch. Ist die Blutgerinnung gestört, kommt es mitunter zu spontanen Blutungen in den Gelenken. Passiert dies wiederholt, kann sich die Gelenkinnenhaut entzünden, außerdem lagert sich vermehrt Eisen ab. Dadurch wird der Knorpel geschädigt, die Gelenke können sich verformen und versteifen und Arthrose ist vorprogrammiert.

TWHOOKGenerell gilt, dass Stoffwechselerkrankungen sehr vielfältige Einflüsse auf den Körper haben und sich dadurch auch auf die Versorgung und Funktion der Gelenke auswirken können. Werden diese krankheitsbedingt nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt oder lagern sich Stoffe und Kristalle im Gelenk ab, leiden die Knorpel.

Auch bestimmte Gelenkkrankheiten erhöhen das Risiko von Gelenkverschleiß – vor allem rheumatoide Arthritis (kurz Rheuma), die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Ein Hauptmerkmal dieser Krankheit ist die Schädigung der Gelenkknorpel, die vermutlich durch fehlgeleitete Immunzellen angegriffen werden. Die Entzündung verläuft schubweise und schädigt die Gelenke mitunter schwer. Durch die angegriffene Knorpelmasse stellt sie die Weichen für Arthrose, sodass beide Krankheiten oft Hand in Hand gehen. Natürlich ist dieses Risiko bei einer rheumatoide Arthritis besonders groß, grundsätzlich sind aber alle Formen entzündlicher Gelenkerkrankungen problematisch.


Eine bakteriell ausgelöste Arthritis kann Arthrose ebenso begünstigen wie eine Coxitis, also die Entzündung des Hüftgelenks. An der Hüfte kann es überdies zu einer Labrumläsion kommen. Das "Labrum" ist ein Knorpel, der die Hüftgelenkspfanne begrenzt und infolge von Verletzungen oder des Impingement-Syndroms geschädigt oder abgerissen werden kann. Auch das strapaziert die Knorpelmasse mitunter derart, dass Arthrose entsteht.

Zuweilen sind auch Knochennekrosen für eine Arthrose verantwortlich. Bei diesem Krankheitsbild funktioniert die Ernährung der Knochen nur noch mangelhaft. In der Folge sterben Teile des Knochens ab, häufig zum Beispiel am Hüftkopf. Gerade Diabetiker sind dafür anfällig.

Allerdings sind die hier genannten Risikofaktoren eher von geringer Bedeutung, verglichen mit dem Risikofaktor, den Sie in der kommenden Lektion kennenlernen werden: Übergewicht.

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aktualisiert am 28.05.2015, erstellt am 08.04.2014
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