Arthrose mit Kortison therapieren

Kortison ist ein Wirkstoff, der sehr gut Entzündung hemmen kann – und das sehr schnell. Kortison wirkt rasch. Er greift – ähnlich wie die NSAR, aber stärker – in den Entzündungsablauf ein und stoppt diesen. Von dem "Kortison" zu sprechen ist streng genommen falsch. Der Begriff steht für eine Gruppe entzündungshemmender Arzneistoffe, die sogenannten Glucocorticoide. Aber der Einfachheit halber bleiben wir beim Kortison.

Damit dieser Wirkstoff nicht nur als abstrakter Begriff bei Ihnen im Gedächtnis hängen bleibt, wollen wir der Substanz ein Bild geben. Mit bloßem Auge kann man Kortison nicht sehen. Chemiker visualisieren Moleküle am Computer.

3D-Ansicht vom Wirkstoff Kortison

Mit gedrückter linker Maustaste (oder mit dem Finger auf einem Tablet-PC) können Sie das Modell in alle Richtungen drehen. Mit den beiden Schaltflächen unten können Sie die Darstellungsart ändern


Für Patienten ist ein Wirkstoff nur ein Name. Und wie das so ist: Ein Name ohne Gesicht kann man sich nur schlecht merken. Ein Gesicht können wir den Wirkstoffen zwar nicht geben. Aber wir zeigen Ihnen, wie Chemiker diese kleinen Moleküle am Computer sichtbar machen – in Form sogenannter Strukturmodelle. Im Beispiel oben sehen Sie Kortison, das bei der Behandlung von Arthrose zum Einsatz kommt

Spritzt man Kortison in ein von Arthrose befallenes Gelenk, lassen sich so Schwellung und Schmerz oft deutlich reduzieren. Allerdings hält die Wirkung maximal einige Wochen an. Außerdem können über die Injektion Keime in das Gelenk gelangen. Das führt dann in Verbindung mit der immununterdrückenden Wirkung des Kortisons zuweilen zu schweren Infektionen. Die Maßnahme sollte daher unter strenger Hygiene und nicht zu häufig erfolgen.

Teilweise wird Kortison auch systemisch angewandt – der Patient nimmt den Wirkstoff also als Tablette ein. Das ist nicht ganz unproblematisch. In zu hoher Dosis eingenommen, treten Nebenwirkungen auf, die niemand ignorieren sollte. Zu den unerwünschten Effekten zählen Fettanreicherung im Gesicht und am Körper, daraus resultierend Gewichtszunahme, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Sehstörungen, Knochenschwund und Depressionen. In Kombination mit NSAR erhöht sich zudem das Risiko für Blutungen im Magen und im Darm deutlich.

Außerdem gelangt bei systemischer Gabe (also in Form von Tabletten) nur selten ausreichend genug Wirkstoff zu den Gelenken, um dort eine Wirkung zu erzielen. Kortison als Pille sollte bei schmerzhafter Arthrose nie länger oder gar dauerhaft genommen werden.

Bei zeitlich und örtlich begrenzter Anwendung hingegen spielen die Nebenwirkungen nur selten eine Rolle. Angst vor Kortison müssen Sie also nicht haben. Wichtig ist, dass Sie sich penibel an die Vorgaben von Ihrem Arzt halten. Ändern Sie niemals die Dosierung und den Zeitpunkt der Einnahme, ohne Ihren Arzt vorab gefragt zu haben.

Die dritte und letzte Gruppe von Wirkstoffen, die Sie kennenlernen werden, sind Knorpelaufbaupräparate.

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Ihr Fortschritt im Kurs Arthrose

aktualisiert am 29.05.2015, erstellt am 08.04.2014
Bildnachweis: W&B / 3Dmol, W&B / Röper

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