Die Stadien einer Arthrose

Ausgangspunkt jeder Arthrose ist eine Schädigung des Knorpels. Mediziner unterschieden vier Stadien von Knorpelschäden, aufgrund derer es zu den typischen Veränderungen am gesamten Gelenk kommt:

Stadium 1

Im Frühstadium der Arthrose ist der Knorpel bereits leicht in seiner Struktur verändert. Er sieht zwar noch relativ glatt und gesund aus, seine leichte Ausdünnung nimmt jedoch bereits Einfluss auf das Gelenk: Der Gelenkspalt ist leicht verringert und die Gelenkinnenhaut kann gereizt werden. Betroffene bemerken dies aber meist nicht, da noch keine Beschwerden auftreten. Deshalb wird Stadium 1 auch als "stumme Arthrose" bezeichnet. Meist ist sie ein Zufallsbefund, wenn ein Arzt zum Beispiel wegen eines Unfalls ein Röntgenbild von einem Gelenk anfertigt und dort Arthrose entdeckt.

gesunder Knorpel

Knochen

Gelenke verschleißen nicht durch simple Reibung, so wie eine Feile Holz abraspelt. Vielmehr ergänzen sich mechanische Belastung, Gelenkentzündung und andere molekulare Vorgänge auf verhängnisvolle Weise

 

Stadium 2

In diesem Stadium ist der Knorpelschaden bereits weiter fortgeschritten. Die Oberfläche des Knorpels ist nicht mehr glatt, sondern bereits deutlich aufgeraut und dadurch uneben. Belastungen, die auf das Gelenk einwirken, kann der Knorpel jetzt nicht mehr gleichmäßig verteilen. Deshalb liegt auf einigen Abschnitten des Gelenks dann eine zusätzliche Last. Diese Belastung greift wiederum dort die Knorpelschicht weiter an, sodass der Knorpelschaden fortschreitet. Es bleibt nicht mehr nur bei der Oberflächenabnutzung, sondern es kommt jetzt auch bereits zur Schädigung in tieferen Zellstrukturen des Knorpels, etwa in Form kleiner Einrisse. Diese versucht der Körper zu reparieren. Die Reparaturprozesse machen sich durch klassische Entzündungszeichen bemerkbar: Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung und eingeschränkte Funktion. Mit diesen Beschwerden melden sich die meisten Arthrosepatienten zum ersten Mal beim Arzt.

Stadium 3

Die Knorpelmasse ist jetzt so weit zurückgegangen, dass der Gelenkspalt enger ist. Die Knochen der aneinander liegenden Gelenkflächen nähern sich unnatürlich an. Dadurch nimmt der Druck auf sie zu. Deshalb beginnen jetzt auch die Knochen sich zu verändern. Zudem können Entzündungsreaktionen im Gelenkbereich zunehmen. Stadium 3 ist ein Zwischenstadium. Wie lange es sich hinzieht, variiert von Fall zu Fall und hängt stark davon ab, ob Betroffene jetzt richtig handeln.

Stadium 4

Der Körper versucht den erhöhten Druck auf die Knochen auszugleichen. Unter der Knorpelschicht reagiert er mit einer Vermehrung und Verdichtung der Knochenmasse. Es kommt zu sogenannten Geröllzysten. Das sind mit Bindegewebe und Flüssigkeit gefüllte Aussparungen der Knochensubstanz. Zudem versucht der Körper die Gelenkfläche zu vergrößern, um den Druck auf den Knochen besser zu verteilen. Dazu bildet er knöcherne Auswüchse. Diese Knochenneubildungen sind in einigen Fällen tastbar und manchmal sogar von außen zu sehen. Auch Entzündungen am Gelenk nehmen weiter zu. All diese Reaktionen des Körpers machen das betroffene Gelenk immer unbeweglicher. Es kommt zu Muskelverkürzungen und Verhärtungen, bis hin zur Einsteifung des Gelenks. Der Knorpel nimmt dadurch immer weiter Schaden, bis er schließlich komplett zerstört ist. Dann sitzt ungeschützt Knochen auf Knochen – das Gelenk ist dadurch nahezu funktionsuntüchtig, was die Mobilität stark einschränkt. Letzter Ausweg ist dann meist ein künstlicher Gelenkersatz.

Das hört sich alles ziemlich furchtbar an. Aber soweit muss es nicht kommen. Frühzeitig und rechtzeitig therapiert, lässt sich das Schlimmste verhindern. Wie das geht, das werden Sie hier in der Gesundheitsakademie lernen. In der nun folgenden Lektion erfahren Sie, wie es überhaupt zur anfänglichen Schädigung des Knorpels kommt, was die Risikofaktoren sind. Dann gehen wir kurz darauf ein, wie Ärzte eine Arthrose feststellen, um uns dann voll und ganz auf die Therapie des Gelenkverschleißes zu konzentrieren.

Ihr Fortschritt im Kurs Arthrose
13%

aktualisiert am 04.10.2016, erstellt am 08.04.2014
Bildnachweis: W&B / Röper

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen