So wird eine Kniearthrose konservativ behandelt

Schmerzlindernde Salbe

Was tun gegen Kniearthrose? Ja nach Stadium, Krankheitsverlauf und Patient stehen viele Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung - niemand muss sich heute dauerhaft mit quälenden Knieschmerzen abfinden. Das Spektrum reicht von konservativen Therapieformen wie Krankengymnastik oder Thermotherapie über die Behandlung mit Injektionen und Medikamenten bis hin zu operativen Eingriffen. Letztere stellen wir Ihnen in der nächsten Lektion gesondert vor.

Hier ein Überblick über die wichtigsten konservativen Therapieformen. "Konservativ" nennen Ärzte alle Methoden, die nicht mit einer Operation verbunden sind:

  • Krankengymnastik

    Krankengymnastik ist auch bei Kniearthrose ein wichtiger Baustein bei der Behandlung. Unter fachkundiger Anleitung werden in der Krankengymnastik spezielle Übungen durchgeführt, die muskelstärkend und schmerzlindern wirken. Die Beweglichkeit der Gelenke kann auf diese Weise verbessert oder erhalten werden. Gleichzeitig wird ihre Stabilität durch gezielten Muskelaufbau unterstützt. In der Krankengymnastik lernen Sie außerdem, Fehlbelastungen zu vermeiden und unnötige Belastungen zu verhindern. Die Wirkung einer guten, regelmäßig durchgeführten Krankengymnastik sollten keinesfalls unterschätzt werden. In einem frühen Stadium kann sie ausreichen, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen und weiterer Schädigung effektiv vorbeugen. Wichtig ist dabei vor allem, dass Sie die Übungen korrekt durchführen. Lassen Sie sich deshalb von einem Therapeuten anleiten und zeigen, wie Sie die Übungen auch zu Hause machen können.

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  • Thermotherapie

    Unter dem Begriff Thermotherapie werden Behandlungen zusammengefasst, die mit Temperaturreizen arbeiten. Ob bei Arthrose Wärme- oder Kältebehandlungen zum Einsatz kommen, hängt von der Situation ab. Kältereize haben sich bei akuten Reizungen und Entzündungen bewährt, weil sie entzündungsvermittelnde Botenstoffe im Gewebe hemmen und die Schmerzweiterleitung blockieren. Wärme hingegen empfinden viele Patienten in nicht-akuten Phasen als wohltuend und schmerzlindernd. Sie kommt deshalb auch in der Physiotherapie zum Einsatz, zum Beispiel in Form von Bädern. Wärme entspannt die Muskulatur, verbessert die Durchblutung und regt den Stoffwechsel an. Besprechen Sie mit einem Arzt oder Physiotherapeuten, wann welche Form der Behandlung bei Ihnen sinnvoll ist.

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  • Elektrotherapie

    Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine elektromedizinische Reizstromtherapie, bei der Wechselstrom zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt wird. Strom hilft gegen Schmerzen, weil er die Weiterleitung von Schmerzsignalen verlangsamen oder verhindern kann, die Regeneration des Gewebes anregt und die Durchblutung verbessert. Das bekannteste Verfahren zur Anwendung ist die TENS-Therapie, bei der kleine tragbare Geräte zum Einsatz kommen. Sie werden über Batterien betrieben, erzeugen niederfrequente Ströme und werden mittels Elektroden mit der Haut am Kniegelenk verbunden. Keine Sorge, von dem Strom merken Sie allenfalls ein leichtes Kribbeln, das die meisten Anwender als angenehm empfinden. Zwar ist die Wirksamkeit der Methode umstritten, doch einen Versuch lohnt sich allemal: Keine Medikamente, keine Nebenwirkungen, sehr simple Anwendung und gute Verträglichkeit.

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  • Akupunktur

    Akupunktur ist ein Teilbereich der traditionellen chinesischen Medizin, der sich aufgrund seiner schmerzlindernden Wirkung auch in Deutschland mehr und mehr durchsetzt. Die Methode hat keine Nebenwirkungen und bringt als ergänzende Therapie vielen Patienten Erleichterung. Studien belegen den Nutzen bei Kniearthrose, wo Akupunktur zur Schmerzlinderung beiträgt. Akupunktur basiert auf der Annahme, dass im Körper Leitbahnen (Mediane) verlaufen, die Lebensenergie (Qi) transportieren. Ist der Energiefluss gestört, kommt es laut der Lehre zu Beschwerden. Um das Gleichgewicht wieder herzustellen, werden an bestimmten Punkten Nadeln in die Haut gestochen. Keine Sorge: Die Nadeln sind so fein, dass die Behandlung selbst völlig schmerzfrei ist.

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  • Orthopädische Einlagen

    Speziell gefertigtes Schuhwerk oder Einlagen können das Gehen beschwerdefreier machen und die Gelenke vor Fehlbelastungen schützen. Gerade bei Fehlstellungen sollte man über solche Einlagen nachdenken. Beraten Sie mit einem Arzt, ob solche Maßnahmen sinnvoll sind und einer Schädigung des Gelenks vorbeugen können.

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  • Medikamente

    Über die Wirkung von Medikamenten haben Sie bereits im entsprechenden Kapitel viel erfahren. Bezüglich der medikamentösen Therapie kommen bei einer Kniearthrose die bekannten Mittel zum Einsatz: nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), die sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmende wirken und besser verträglich sind als Kortison. Bekannte Inhaltsstoffe sind Ibuprofen und Diclofenac. Sie sind in der Regel ohne Rezept erhältlich, trotzdem empfehlen wir, die Mittel nur in Absprache mit Ihrem Arzt einzunehmen. Grundsätzlich gilt für NSAR: Nur kurzzeitig und in möglichst geringer Dosierung anwenden werden, um akute Beschwerden zu lindern. In manchen Fällen kann die parallele Einnahme von Magenschutzmitteln sinnvoll sein.

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  • Injektionen

    Wirkstoffe direkt in Knie zu spritzen kann besonders bei akuten entzündlichen Reaktionen schnelle Linderung verschaffen - schließlich gelangt der Wirkstoff direkt an den Ort des Geschehens. Oberstes Gebot bei solchen Behandlungen ist Hygiene, denn ein ins Knie verschleppter Keim kann schwerwiegende Infektionen verursachen. Normalerweise kommt bei Injektionen ins Knie Kortison zum Einsatz. Dabei wird ein der Wirkstoff, oft in Kombination mit einem lokalen Betäubungsmittel, direkt in das Kniegelenk injiziert. Die Substanz wirkt stark entzündungshemmend und bringt meist schnelle Linderung bei akuten Schüben. Trotzdem sollten Kortison-Spritzen aufgrund der bekannten Nebenwirkungen nur mit Bedacht und nicht zu oft angewendet werden. 

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Und nun geht es mit den Operationen weiter.

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Ihr Fortschritt im Kurs Arthrose

aktualisiert am 07.03.2014, erstellt am 11.04.2014
Bildnachweis: Your Photo Today/BSIP, W&B / Röper

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