Stabilisieren Gelenke: Kapsel, Bänder, Muskeln

Die unterschiedlichen Arten von Gelenken kennen Sie jetzt. Neben den Gelenken sorgen auch noch andere Strukturen dafür, dass wir uns gut bewegen können – allen voran die Muskeln, Gelenkkapseln, Bänder und Sehen. Die folgenden Abbildung zeigt diese Strukturen exemplarisch an einer Hand. Gehen Sie dem Mauszeiger über die Kreise (oder drücken Sie auf einem Tablett-Computer mit dem Finger darauf), um mehr über die Strukturen zu erfahren.

Über Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder Knochen Muskeln Bänder Sehnen

Alles zusammengenommen bezeichnen Mediziner als Bewegungsapparat. Nur durch die Teamarbeit zwischen fitten Muskeln, Bändern, Sehnen und Kapseln sind die Gelenke stabil und können reibungslos funktionieren.

Weil das nicht nur bei Arthrose sehr wichtig ist – egal ob zur Vorbeugung oder Therapie – stellen wir Ihnen diese Strukturen etwas genauer vor:

  • Muskeln

    Jede Bewegung - ob Laufen, Lächeln, Augen verdrehen oder Händeschütteln - kommt dadurch zustande, dass sich unsere Muskeln zusammenziehen oder entspannen. Auch Gelenke werden durch die sie umgebenden Muskeln bewegt. Zudem geben die Muskeln den Bändern Halt. Auch mit den Sehnen haben die Muskeln zu tun: Mit diesen sind sie an den Knochen befestigt. Zur Stabilisierung der Gelenke sind die Muskeln also von sehr großer Bedeutung. Eine einseitige Über- oder Unterforderung bestimmter Muskelgruppen wirkt sich deshalb direkt auf die Gelenke aus. Bei schwachen Rücken- oder Bauchmuskeln zum Beispiel kippt das Becken nach vorne; ein Hohlkreuz entsteht. Durch diese Fehlhaltung leidet unter anderem das Hüftgelenk. Es ist höheren Belastungen als für gewöhnlich ausgesetzt, was Arthrose den Weg bereitet. Schon ab einem Alter von 30 Jahren geht die Muskelmasse bei Menschen zurück. Jährlich verlieren wir dann ein bis zwei Prozent unserer Muskelmasse. Ab etwa 50 Lebensjahren geht das noch schneller. Deshalb: Wirken Sie dem Muskelabbau durch gezielte Kräftigungsübungen entgegen.

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  • Sehnen

    Die Sehnen verbinden die Muskeln mit den Knochen. Ihre Hauptaufgabe ist, die Muskelkraft auf die Knochen zu übertragen. Sehnen sind sehr reißfest und stabil, da sie - ähnlich wie ein Stahlkabel - in ihrem Inneren aus mehreren Bündeln von Bindegewebsfasern bestehen. Allerdings verlaufen in ihnen kaum Blutgefäße. Deshalb regenerieren sich beschädigte Sehnen nur schlecht. Gehen Sie monotonen Bewegungen buchstäblich aus dem Weg - auch im Job: Nicht wenige Menschen, die den ganzen Tag auf der Computertastatur tippen, haben bereits die schmerzhafte Erfahrung mit einer Sehnenscheidenentzündung gemacht.

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  • Bänder

    Die Bänder verbinden Knochen mit Knochen. Diese kurzen Stränge aus festem Bindegewebe sind nur wenig dehnbar, damit sie die einzelnen Knochen in einer stabilen Lage zueinander halten. Bänder schränken den Bewegungsspielraum also ein und schützen dadurch die Gelenke vor Verrenkungen und anderen schädlichen Bewegungen. Umgekehrt bedeutet das aber: Bei Bänderverletzungen wie Dehnung, Zerrung oder gar einem Riss fehlt einem Gelenk der Halt. Auf Dauer kann solch ein Fehlen an Halt ein Gelenk beschädigen.

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  • Gelenkkapseln

    Jedes Gelenk wird von einer Kapsel umschlossen. Die Gelenkkapsel legt sich wie eine schützende Ummantelung um jedes Gelenk. Auch sie dient - neben Muskeln, Bändern und Sehnen - dazu, das Gelenk zu stabilisieren. Die Gelenkkapsel besteht aus zwei Schichten: Die äußere Schicht besteht aus festem Bindegewebe und verbindet die Knochen miteinander. Die innere Schicht wird als Gelenkinnenhaut bezeichnet. Sie enthält zahlreiche Nerven, Blut- und Lymphgefäße und produziert die Gelenkschmiere. Die Blutgefäße in der Gelenkinnenhaut liefern Sauerstoff und Nährstoffe. Diese werden über die Gelenkflüssigkeit an den Knorpel weitertransportiert. Abfallprodukte, die im Knorpel anfallen, führt die Gelenkschmiere über die Blut- und Lymphgefäße in der inneren Schicht der Gelenkkapsel ab.

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Die nächste Lektion ist die letzte Station unserer Reise durch den menschlichen Bewegungsapparat. Es wird um den Knorpel gehen – von dem Sie gerade schon ein Mal gehört haben, den Sie aber unbedingt genauer kennenlernen sollten. Denn der Knorpel ist bei Arthrose die Wurzel des Übels.

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Ihr Fortschritt im Kurs Arthrose

aktualisiert am 07.03.2014, erstellt am 08.04.2014
Bildnachweis: W&B, W&B / Röper

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