Angina pectoris

Der Begriff Angina pectoris kommt aus dem Lateinischen. Er lässt sich mit "Brustenge" übersetzen (angere = verengen, pectus = Brustkorb). Die Angina Pectoris ist das häufigste Beschwerdebild der Koronaren Herzerkrankungen (KHK), die überwiegend durch eine Verkalkung (Arteriosklerose) der Herzkranzgefäße zu Stande kommen. Da Bluthochdruck diese Gefäßschädigung fördert, sind Sie als Hochdruckpatient besonders gefährdet, unter diesen Beschwerden zu leiden.

Symptome

Angina Pectoris bedeutet Brustschmerz bei körperlicher oder psychischer Belastung. Die meisten Betroffenen berichten über brennende oder schneidende Schmerzen hinter dem Brustbein. Andere empfinden ein Engegefühl über dem ganzen Brustkorb, als ob ein schwereres Gewicht auf ihrem Oberkörper lasten würde. Der Schmerz kann auch zum Bauch, Hals, Nacken und Unterkiefer sowie in den linken Oberarm ausstrahlen. Das beklemmende Gefühl löst bei manchen Patienten Luftnot, Angst und/oder einen Schweißausbruch aus. Typisch für so einen klassischen Angina pectoris-Anfall ist, dass die Beschwerden relativ schnell mit dem Ende der Belastung wieder verschwinden.

Dennoch sollten Sie solche Beschwerden sehr ernst nehmen. Ihr Herz meldet durch Angina pectoris-Anfälle, dass es in Not ist. Meist stecken verengte Stellen der Herzkranzgefäße dahinter. Sie lassen nicht mehr genug Blut durch, was zu einer Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen führt.

Kleine Wissensfrage: Wie eingeengt muss ein Blutgefäß sein, damit es bei starker Belastung zu einem Anfall von Angina Pectoris kommt?

10 Prozent

Falsch, da merken Betroffene noch nichts.

30 Prozent

Auch solch eine Verengung äußert sich noch nicht durch Symptome.

70 Prozent

Richtig! Erst jetzt verursacht das Gefäß Beschwerden.

Nach und nach nimmt so die Pumpleistung ab. Die Folge kann eine Herzmuskelschwäche sein. Und wenn sich ein Herzkranzgefäß schließlich komplett verschließt, bedeutet das: Herzinfarkt. Auch Herzrhythmusstörungen können bei einem Angina pectoris-Anfall auftreten.

Ärzte teilen die Angina pectoris in vier Schweregradklassen ein:

• Klasse 1: keine Angina pectoris bei Alltagsbelastung (Laufen, Treppensteigen), jedoch bei plötzlicher oder längerer physischer Belastung

• Klasse 2: Angina pectoris bei stärkerer Anstrengung (schnelles Laufen, Bergaufgehen, Treppensteigen nach dem Essen, in Kälte, Wind oder psychischer Belastung)

• Klasse 3: Angina pectoris bei leichter körperlicher Belastung (normales Gehen, Ankleiden)

• Klasse 4: Ruhebeschwerden oder Beschwerden bei geringster körperlicher Belastung

Je nachdem, welche Beschwerden vorliegen, sprechen Mediziner auch von einer "stabilen Angina pectoris" oder einer "instabilen Angina pectoris".

Stabile Angina pectoris: Wie der Begriff andeutet, treten die Beschwerden des Patienten regelmäßig auf, etwa durch eine bestimmte körperliche Anstrengung (zum Beispiel drei Stockwerke Treppensteigen). Als stabil wird die Angina pectoris auch eingestuft, wenn sie gut auf eine medikamentöse Therapie anspricht.

Instabile Angina pectoris: Die Herzerkrankung ist instabil geworden, wenn die Beschwerden schon bei geringster Anstrengung oder gar aus körperlicher Ruhe heraus auftreten. Da die instabile Angina pectoris allein nach Symptomen und Befunden häufig nicht vom Beginn eines akuten Herzinfarktes zu unterscheiden ist, spricht man von einem akuten Koronarsyndrom. Bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom muss sofort der Notarzt gerufen werden, verbunden mit einer umgehenden Einweisung in die Klinik.

Behandlung

Die Therapie ist darauf ausgerichtet die belastenden Angina pectoris-Anfälle zu lindern und die Lebenserwartung zu verbessern. Denn bleibt eine Therapie aus, kann die Angina pectoris im kompletten Gefäßverschluss enden, also einem Herzinfarkt.

Es gibt bewährte Medikamente, um der Angina pectoris vorzubeugen und zu behandeln. Hierzu gehören Betablocker und Kalzium-Antagonisten, die sich auch positiv auf den Blutdruck auswirken. Kalzium-Antagonisten wirken blutdrucksenkend und entkrampfen darüberhinaus die Herzkranzgefäße. Betablocker senken den Blutdruck sowie die Schlagfrequenz und entlasten das Herz. Zudem verbessern blutverdünnende Mittel die Fließeigenschaften des Blutes und beugen Blutgerinnseln vor. Um dem Fortschreiten der Arteriosklerose aufzuhalten verschreiben Ärzte auch cholesterinsenkende Medikamente.

Bei der Behandlung des akuten Angina pectoris-Anfalls kommt Nitroglycerin (Nitrat) zum Einsatz. In Form von Sprays oder Zerbeißkapseln stellt es innerhalb von Sekunden die Gefäße weit. Nitrate helfen aber nur kurzfristig gegen die Symptome. Bei der langfristigen Therapie der Angina pectoris kommen langwirksame Nitrate in Betracht.

Reicht die Behandlung mit Medikamenten nicht mehr aus, raten Ärzte Patienten in der Regel zu einem Eingriff. Ein Ballonkatheter kann eine verengte Stelle in der Arterie aufspreizen, eine eingeführte Gefäßstütze (auch Stent genannt) hilft das Gefäß zu stabilisieren. Sind mehrere Gefäße betroffen, wird womöglich eine Bypass-Operation erforderlich. Hierbei überbrücken Herzchirurgen den verengten Gefäßabschnitt durch eine körpereigene Arterie oder Vene. Kardiologen und Herzchirurgen wählen gemeinsam die für den Patienten beste und risikoärmste Behandlungsmethode aus.

Vorbeugung

Da die Angina pectoris durch verengte Gefäße (Arteriosklerose) entsteht, sollten Betroffene die möglichen Ursachen minimieren. Dazu gehört vor allem eine Lebensstiländerung: den Blutdruck senken, Übergewicht abbauen, gesund essen, Sport, nicht rauchen und Stress möglichst vermeiden. Wichtig ist auch, die Blutzuckerwerte und die Blutfettwerte regelmäßig zu überprüfen.

Soviel zur Angina pectoris. Es geht weiter mit Herzrhythmusstörungen.

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aktualisiert am 11.10.2016, erstellt am 25.10.2013

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