Das müssen Sie über das Blutdruckmessen wissen

Blutdruck messen

Sie gehören zu den Menschen, die ihren Blutdruck kennen - und sind damit vielen Ihrer Millionen Leidensgenossen schon einen wichtigen Schritt voraus.

Sie haben es ja schon erfahren: Etwa die Hälfte der Betroffenen in Deutschland weiß nichts von ihrer Erkrankung und unternimmt dementsprechend auch nichts dagegen. Vorsorglich messen nur wenige ihren Blutdruck.

"Blutdruck messen, für Sie wird das spätestens ab jetzt eine regelmäßige Aufgabe sein", sagt Cynthia Milz, Apothekerin aus Kulmbach und erklärt Ihnen deswegen in aller Kürze das Wichtigste zum Thema:

  • Professionelle Erstmessung für mehr Sicherheit

    Wenn der Verdacht auf Bluthochdruck besteht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er wird die Blutdruckwerte im Sitzen an beiden Armen überprüfen. Bei älteren Menschen oder Diabetikern messen Mediziner den Druck möglichst auch nach wenigen Minuten im Stehen noch einmal. Diese Erstmessung an beiden Armen ist wichtig, da links und rechts unterschiedliche Druckwerte auftreten können. Ein Seitenunterschied des oberen, systolischen Wertes am rechten und linken Arm von bis zu 10 mmHg gilt als normal.

    Außerdem sollte der Blutdruck bei der Erstdiagnostik idealerweise an den Fußknöcheln im Liegen ermittelt werden. Wenn keine Besonderheiten vorliegen, messen Sie bei den eigenen Verlaufskontrollen den Blutdruck idealerweise immer am Arm mit dem höheren Wert.

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  • Mit dem eigenen Messgerät den Blutdruck täglich im Blick

    Hat der Arzt bei Ihnen eine definitive oder stabile Hypertonie festgestellt, sollten Sie sich ein eigenes Blutdruckmessgerät anschaffen, um den Blutdruck regelmäßig zu überwachen. Möglicherweise bekommen Sie als Bluthochdruck-Patient einen Teil der Kosten erstattet. Fragen Sie vor dem Kauf bei Ihrer Krankenkasse nach.

    Es gibt Geräte zur Messung am Oberarm oder am Handgelenk. Die Manschetten der Geräte reichen normalerweise für einen Umfang von 22 bis 33 Zentimeter am Oberarm und bis 19,5 Zentimeter am Handgelenk aus. Genügt das nicht, können Sie sich auch eine größere Manschette besorgen. Die passende Manschette ist sehr wichtig, um die Werte fehlerfrei zu bestimmen.

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  • Messungen nicht übertreiben

    Auch wenn Sie ein allzeit verfügbares Messgerät zuhause haben, sollten Sie es mit der Anzahl der Messungen pro Tag nicht übertreiben. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie oft die Selbstkontrolle sinnvoll ist. Viele Betroffene neigen dazu, den Blutdruck zu oft zu messen. Die Erwartungshaltung kann die Werte aber zusätzlich erhöhen, sich also negativ auf den Blutdruck auswirken.

    Ärzte empfehlen die Messung am Morgen. Wichtig dabei: Vorher keine Medikamente einnehmen. Hohe Morgenwerte sind ein wichtiger Hinweis für den Arzt und können bedeuten, dass die Therapie verändert werden muss. Bei jeder Messung gilt zudem, vorher - am besten eine Stunde - nicht zu rauchen und keinen Kaffee, koffeinhaltigen Tee oder Alkohol zu trinken. Denn all das kann den Blutdruck beeinflussen und so das Messergebnis verfälschen.

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  • Der "Weißkitteleffekt"

    Ein Arztbesuch löst bei vielen Patienten Stress aus. Das kann den Blutdruck ansteigen lassen. Deshalb sind die in der Arztpraxis gemessenen Werte häufig etwa 5 mmHg höher als zu Hause. Mediziner nennen das den "Weißkitteleffekt". Den Blutdruck selbst zu messen ist deshalb wichtig.

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  • Manschette richtig anlegen

    Bei der Blutdruckmessung zu Hause sollten Sie insbesondere darauf achten, die Manschette richtig anzulegen. Diese sollte sich in Herzhöhe befinden. Denn liegt der Messpunkt unterhalb des Herzens, sind die gemessenen Werte zu hoch. Liegt der Messpunkt oberhalb der Herzhöhe, sind die Werte zu niedrig. Moderne Messgeräte beginnen deshalb erst mit der Blutdrucküberprüfung, wenn die Armhaltung stimmt und der Messpunkt auf Höhe des Herzens liegt.

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  • Die Passform der Manschette

    Auch die für Sie persönlich optimale Manschette ist sehr wichtig. Ist die Manschette zu schmal, zu klein oder wird sie zu locker angelegt, liegen die Messwerte zu hoch. Bei zu breiten Manschetten ergeben sich hingegen zu niedrige Werte. Darüber hinaus werden die Messwerte verfälscht, wenn die Manschette über der Kleidung angelegt wird oder der Arm durch enge Kleidung eingeengt ist.

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  • Die maskierte Hypertonie

    Bluthochdruck kann sich auch tarnen. Das bedeutet: Die Messung in der Praxis ergibt normale Werte. Wird der Blutdruck aber außerhalb der Praxis über einen längeren Zeitraum gemessen, sind die Werte erhöht. Mediziner sprechen dann von einer "Maskierten Hypertonie". Klarheit verschafft eine Langzeitblutdruckmessung.

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  • Die Langzeit-Blutdruckmessung

    Zu einer Langzeit-Bludruckmessung wird ein Arzt dann raten, wenn mit vereinzelten Messungen keine eindeutige Diagnose möglich ist. Zum Beispiel wenn die Messwerte stark voneinander abweichen. Oder der Verdacht besteht, dass sich der Blutdruck maskiert. Die Langzeitmessung erfolgt ambulant über einen Zeitraum von 24 Stunden. Dazu bekommen Sie ein kleines tragbares Blutdruckmessgerät angelegt, welches in bestimmten Abständen automatisch den Blutdruck aufzeichnet. Während des Tages sollten Sie Ihren normalen Alltagstätigkeiten nachgehen, um aussagekräftige Messergebnisse zu erhalten. Die Einschätzung der tatsächlichen Blutdrucksituation ist durch eine Langzeit-Blutdruckmessung am zuverlässigsten.

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Soviel zur Theorie. In der nun folgenden Lektion zeigt Ihnen ein Video, wie man mit einem Oberarm-Messgerät den Blutdruck misst.

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Ihr Fortschritt im Kurs Bluthochdruck

aktualisiert am 23.07.2013, erstellt am 25.10.2013
Bildnachweis: Mauritius/Ojo Images, W&B / Röper

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