Die Therapie von Bluthochdruck mit Medikamenten

Tabletten Glas Wasser

Gehören Sie zu dem Typ Mensch, der Medikamenten erstmal skeptisch gegenüber steht? Der meint, eine Tablette sollte man erst zu sich nehmen, wenn es unbedingt sein muss? Und wenn es nicht hilft: Schnell wieder absetzen. Da sind Sie nicht alleine, das geht vielen so.

In Sachen Bluthochdruck ist diese Einstellung nicht besonders klug. Denn zum einem ist die Therapie dieser Krankheit mit Medikamenten eine Erfolgsgeschichte. Zum anderem erfordert die Behandlung Geduld. Bluthochdruckwirkstoffe helfen nicht sofort. Üblicherweise dauert es mehrere Wochen, bis der Blutdruck dank Medikation sinkt. Wer die Zeit nicht abwartet, verpasst den Erfolg - oder ganz konkret, sinkende Blutdruckwerte.

Typisch für die Therapie von Bluthochdruck ist zudem, dass es mehrere Wirkstoffklassen gibt. Je nach Patiententyp und Ausprägung seiner Erkrankung kommen die unterschiedlichen Medikamente zum Einsatz. Die entsprechenden Wirkstoffe können sowohl einzeln als auch kombiniert eingenommen werden. Für fast alle Wirkstoffe gibt es Kombinationspräparate.

Das sind die vier wichtigsten Wirkstoffklassen:

  • Diuretika

    Diuretika fördern die Kochsalz- und Wasserausscheidung durch die Nieren. Dementsprechend werden die entsprechenden Präparate in Tablettenform häufig auch "Entwässerungstabletten" genannt. Anfangs ist der blutdrucksenkende Effekt dieser Medikamente dadurch zu erklären, dass sie den Wassergehalt im Körper sowie im Gefäßsystem vermindern - und damit auch das Fördervolumen des Herzens. Auf Dauer wirken Diuretika jedoch deshalb blutdrucksenkend, weil sie die Ansprechbarkeit der Gefäßmuskulatur auf verengende Reize herabsetzen.

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  • Betablocker

    Betablocker ist eine Abkürzung für Beta-Rezeptoren-blockierende Arzneistoffe oder auch beta-adrenerge Rezeptorenblocker. Betablocker blockieren die Wirkung der Stresshormone Noradrenalin und Adrenalin, indem sie entsprechende Rezeptoren besetzen, zum Beispiel am Herzen, an den arteriellen Blutgefäßen oder Bronchien. Betablocker senken zum einem die Herzfrequenz und die Herzkraft. Die Pumpleistung des Herzens wird vermindert - dadurch sinkt der Blutdruck. In einem zweiten Schritt wird auch der periphere Widerstand herabgesetzt. Dieser bestimmt - zusammen mit der Pumpleistung des Herzens - den Blutdruck.

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  • Kalziumantagonisten

    Dem Zusammenziehen und Erschlaffen der Muskelzellen in der Gefäßwand der Arteriolen wie auch der Herzmuskelzellen liegen biochemische Vorgänge zugrunde. Dabei spielt das Kalzium eine sehr wichtige Rolle. Denn nur unter dem Einfluss dieses Minerals sind Anspannung und Entspannung von Muskelzellen möglich. Ein Kalziumantagonist ist eine Substanz, die den Einstrom von Kalzium in den Zellen bremst und damit die Kalziumwirkung abschwächt.

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  • ACE-Hemmer

    Ein ACE-Hemmer unterdrückt die Bildung des Botenstoffs Angiotensin II. Angiotensin II spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks. Wird es vom Körper produziert, steigt der Blutdruck. Dementsprechend führen ACE-Hemmer zum einem Abfall des Blutdrucks. Zudem hemmen diese Wirkstoffe den Abbau körpereigener Substanzen, die die Gefäße erweitern. Die Gefäße bleiben folglich erweitert, was den Druck in den Arterien niedrig hält.

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In den folgenden drei Lektionen erfahren Sie, wie so genannte Kombipräparate funktionieren, warum so mancher sich zu Beginn einer Therapie matt und abgeschlagen fühlt sowie was zu tun ist, wenn man einmal vergessen hat, ein Medikament zu nehmen.

Anschließend stellen wir die einzelnen Wirkstoffklassen etwas ausführlicher vor. Die Wirkstofflektionen müssen Sie nicht unbedingt alle durchlesen - das kann ganz schön anstrengend werden. Es reicht völlig aus, die Lektionen der Wirkstoffe durchzulesen, die Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat.

Jetzt geht es aber erst mal um die Kombipräparate.

Ihr Fortschritt im Kurs Bluthochdruck
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aktualisiert am 23.07.2013, erstellt am 25.10.2013
Bildnachweis: Glow Images/OJO Images/Martin Barraud

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