Herzinfarkt

Das wichtigste bei einem Herzinfarkt ist, diesen schnell zu erkennen. Man sollte folglich mit den typischen Anzeichen des Infarkts vertraut sein. Eines der wichtigsten Anzeichen sollen Sie jetzt in einem kurzem Klickspiel lernen. Es ist auf dem Bild unten zu erkennen. Noch ist das Bild allerdings verdeckt von einer hellblauen Fläche. Klicken Sie auf die mit der linken Maustaste auf die blaue Fläche und es werden nach und nach Bildbereiche sichtbar. Wenn Sie meinen zu wissen, welches Herzinfarktanzeichen hier abgebildet ist, können Sie auf das entsprechende Feld unten klicken, um Ihre Vermutung zu überprüfen. Falls Sie es garnicht erkennen: Mit einem Klick auf das Feld ganz rechts erhalten Sie die Lösung.

Bluthochdruck ist der größte Risikofaktor für Gefäßerkrankungen. Eine der schlimmsten Gefäßerkrankungen ist der Herzinfarkt. Dass ein Infarkt tödlich enden kann ist allgemein bekannt. Deshalb erfahren Sie hier, welche Symptome typische für einen Herzinfarkt sindund was im Notfall zu tun ist. Denn kommt es zu einem Infarkt, zählt jede Minute.

Symptome

Verschließt sich ein Herzkranzgefäß komplett, sprechen Ärzte von einem Herzinfarkt. Betroffene verspüren dabei einen plötzlich auftretenden, aber im Gegensatz zur Angina pectoris anhaltender Brustschmerz, der als drückend oder einschnürend beschrieben wird. Der Schmerz tritt oft aus der Ruhe heraus auf und kann in die Arme (meist den linken), in den Rücken, in Hals, Schulter oder Oberbauch ausstrahlen. Auch Schweißausbrüche, Blässe, Atemnot, Übelkeit und Bewusstlosigkeit sind Begleitsymptome eines Herzinfarkts.

Doch teilweise bleiben solch beängstigende Beschwerden auch aus. Etwa ein Drittel aller Herzinfarkte verläuft unbemerkt. Experten nennen das einen "stummen Herzinfarkt". Er schmerzt nicht, schädigt das Herz aber genauso stark wie der klassische Herzinfarkt.

Und dann gibt es noch den sogenannten "Eva-Infarkt", den Herzinfarkt bei Frauen. Die Symptome sind oft unspezifisch. Brustschmerzen fehlen häufig ganz, dagegen treten Schmerzen im Oberbauch auf, sowie Atemnot, Übelkeit und Erbrechen.

Der höchstgefährliche, plötzlich eintretende Herzinfarkt macht sich also nicht immer eindeutig bemerkbar - leider. Deshalb gilt: Bei starkem Unwohlsein besser einmal zu viel als einmal zu wenig den Notarzt rufen! 112 wählen, kostenlos von jedem deutschen Telefon, auch von Handys.

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

Da Sie als Bluthochdruck-Patient ein hohes Risiko für einen Herzinfarkt haben, sollten Sie, Ihre Familie und Freunde sowie am besten auch noch Arbeitskollegen mit entsprechenden Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut sein:

• Umgehend den Notarzt unter der Telefonnummer 112 verständigen! Dabei die wichtigen W-Fragen beantworten: Wo, wer, was, wann?

• Den Betroffenen in eine sichere Lage bringen, zum Beispiel an die Wand lehnen, wobei der Oberkörper erhöht sein sollte

• Einengende Kleidungsstücke wie Hemdkragen oder Gürtel lockern

• Eine Betreuungsperson sollte bei dem Betroffenen bleiben, um ihn zu beruhigen, bis der Notarzt eintrifft. Wird der Betroffenen bewusstlos, ihn in die stabile Seitenlage bringen

• Bei Aussetzen der Atmung mit der Wiederbelebung beginnen - vor allem Herzmassage, eventuell Mund-zu-Mund-Beatmung. Der Betroffene muss dabei auf hartem Untergrund liegen

Behandlung

Bei einem Herzinfarkt kommt es auf jede Minute an. Die verschlossene Arterie muss so schnell wie möglich wieder geöffnet werden, um Herzmuskelgewebe vor dem Absterben zu retten. Denn schon nach wenigen Minuten ohne Sauerstoffzufuhr beginnen Herzmuskelzellen in dem Bereich abzusterben, der vom Arterienverschluss betroffen ist. Deshalb ist die erste Stunde nach Auftreten der Symptome besonders wichtig für die Therapie des Herzinfarkts. Je früher ein Arzt die Behandlung einleitet, desto eher kann er die Folgen des Sauerstoffmangels beheben und desto größer sind die Überlebenschancen des Betroffenen. Deshalb noch mal: Zögern Sie bei Verdacht auf Herzinfarkt niemals, den Notarzt zu rufen.

Der Notarzt wird zunächst ein Elektrokardiogramm (EKG) anlegen, um die Stromflüsse am Herzen zu messen. Mit dieser Technik kann der Arzt in den meisten Fällen einen Herzinfarkt eindeutig diagnostizieren. Außerdem bekommt der Patient Sauerstoff zugeführt, um das Blut damit anzureichern, was wiederum den Herzmuskel mit dem lebenswichtigen Gas versorgt. Zudem wird der Notarzt einen venösen Zugang legen, um den Patienten direkt über die Blutbahn mit Medikamenten zu versorgen. Im Falle eines Herzinfarkts kommen vor allem Mittel zur Beruhigung und Schmerzlinderung sowie zur Verbesserung der Durchblutung zum Einsatz. In der Regel wird auch ein Medikament gespritzt, das den Herzschlag verlangsamt, damit der Herzmuskel weniger Sauerstoff benötigt. Nach dieser Erstversorgung fahrt der Rettungswagen den Patienten zur weiteren Behandlung umgehend in eine Klinik.

In der Klinik werden die Mediziner versuchen, den Gefäßverschluss in der Herzkranzarterie mit einem Herzkatheter zu öffnen. Dafür führen sie eine feine, biegsame Kunststoffsonde über die Leistenarterie ein und schieben diese bis zum Herzen. An der Katheterspitze befindet sich ein länglicher Ballon. Mit diesem kann der Arzt den verschlossenen Teil der Arterie erweitern, sodass wieder ausreichend Blut fließt und die Herzmuskelzellen versorgt. Damit sich die verengte Stelle nicht wieder zusammenzieht (und erneut einen Infarkt auslöst), platzieren die Ärzte über den Katheter ein gefäßstützendes Metallgitterröhrchen (Stent) in der Arterie.

Ist diese Behandlung nicht innerhalb von zwei Stunden nach Beginn eines Herzinfarkts möglich, ist die sogenannte Thrombolyse-Behandlung eine Alternative. Dabei spritzen Ärzte Substanzen in die Vene, die Blutgerinnsel auflösen oder körpereigene Enzyme aktivieren, die dies tun.

Die Nachbehandlung hängt von der Schwere des Herzinfarkts ab. Je nachdem, wieviel Herzmuskelgewebe zerstört wurde, können teils schwere Komplikationen auftreten, die verschiedenste medizinische Maßnahmen erforderlich machen.

Die Rehabilitation hilft Herzinfarktpatienten im Anschluss an die Klinikbehandlung wieder in den Alltag zurückzufinden und eine Anleitung zur Lebensstiländerung zu geben. Ziel der Rehabilitationsmaßnahme ist es, die eigenen körperlichen Belastungsgrenzen zu erkennen und auszubauen sowie einen erneuten Herzinfarkt zu verhindern. Dafür muss unter anderem der Blutdruck konsequent gesenkt werden.

Herzinfarkt vorbeugen

Damit es erst gar nicht zu einem (weiteren) Herzinfarkt kommt, sollten Sie alle Risikofaktoren für Gefäßschädigungen so gering wie möglich halten. Dabei hilft Ihnen eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Reicht dies nicht aus, um die angestrebten Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte zu erreichen, wird der Arzt Ihnen Medikamente verordnen, die helfen.

Wer bereits einen Herzinfarkt erlitten hat, kommt um die lebenslange Einnahme einiger dieser Medikamente nicht herum, denn das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine arterielle Verschlusskrankheit ist dann besonders hoch.

Apropos Schlaganfall: Das ist das Thema der nun folgenden Lektion. Bereit?

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aktualisiert am 11.10.2016, erstellt am 25.10.2013
Bildnachweis: W&B/Röper

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