Herzrhythmusstörungen

Herzrhytmusstörungen

Ein über längere Zeit bestehender Bluthochdruck führt zu einer Verdickung des Herzmuskels und zu Bindegewebseinlagerungen. Haben Sie als Bluthochdruckpatient das Gefühl von Herzrasen oder Herzstolpern, berichten Sie Ihrem Arzt davon. Denn unbehandelt können solche Rhythmusstörungen zu Herzschwäche, Embolien (Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel), plötzlichem Herzstillstand und Schlaganfall führen.

Symptome

Betroffene bemerken eine Herzrhythmusstörungen zuweilen nicht. Solche Unregelmäßigkeiten des Herzschlags nehmen viele erst wahr, wenn die Störungen stärker auftreten. Neben dem bereits angesprochenen Gefühl von Herzrasen oder Herzstolpern können auch Schwindel, Benommenheit und Verwirrtheit bis hin zu Ohnmachts- und Krampfanfällen die Anzeichen von Herzrhythmusstörungen sein.

Diagnose

Wenn Sie als Bluthochdruckpatient häufiger Herzrhythmusstörungen bemerken, sollten Sie sich beim Arzt untersuchen lassen. Zunächst wird Ihr Arzt das Herz mit dem Stethoskop abhören. Oft erkennt er die Herzrhythmusstörungen so bereits auf Anhieb. Die wichtigste Untersuchung zur Diagnose ist aber die Elektrokardiografie (EKG). Dabei nehmen auf dem Körper angebrachte Elektroden die elektrischen Ströme im Herzen ab.

Gewöhnlich wird der Arzt das Ruhe-EKG bei Ihnen im Liegen abnehmen. Bei Bedarf wird er ein Belastungs-EKG anschließen. Dabei wird die Herzaktivität auf einem Laufband oder einem speziellen Fahrrad (Ergometer) gemessen. Denn Herzrhythmusstörungen treten manchmal nur unter Belastung auf oder verschlechtern sich dabei. Nur sporadisch auftretende Unregelmäßigkeiten des Herzschlags spürt ein Langzeit-EKG über 24 Stunden auf. Sehr selten auftretende Herzrhythmusstörungen können Kardiologen aufdecken, indem Patienten ein kleines tragbares EKG-Gerät mitgegeben wird, das startet, sobald Symptome auftreten (Eventrecorder).

Formen von Herzrhythmusstörungen

Aus den EKG-Kurven erkennt der Arzt, welche Art der Rhythmusstörung vorliegt. Es gibt viele verschiedene Formen von Herzrhythmusstörungen mit lauter komplizierten Namen. Lassen Sie sich vom Arzt genau erklären, welche Unregelmäßigkeit Ihr Herz betrifft.

Wissen sollten Sie auf jeden Fall, was ein "Vorhofflimmern" oder "Vorhofflattern" ist. Dabei handelt es sich um schnelle, unregelmäßige Impulse im Herzvorhof, die zu unregelmäßigem Pulsschlag führen. Vorhofflimmern ist gefährlich und unbedingt zu behandeln. Die schnellen, unregelmäßigen Impulse im Herzvorhof führen dazu, dass sich der Vorhof nicht mehr gleichmäßig zusammenzieht. Das beeinträchtigt die Pumpleistung des Herzens sowie den Bluttransport in die Herzkammern. Der Blutstrom gerät dadurch mitunter so sehr ins Stocken, dass sich Gerinnsel bilden. Werden diese über die Schlagader ausgeworfen, können Sie ins Gehirn wandern. Dann droht ein Schlaganfall.

Behandlung

Die Therapie hängt von der Art der Rhythmusstörung ab, denn nicht alle Unregelmäßigkeiten sind behandlungsbedürftig. Der Arzt wird die individuell für Sie am besten geeignete Therapie veranlassen. Vor allem sollte aber die Ursache für die Entstehung von Herzrhythmusstörungen behandelt werden. In Ihrem Fall ist dies wahrscheinlich der Bluthochdruck oder eine bereits bestehende koronare Herzkrankheit. Sind die Herzrhythmusstörungen selbst behandlungsbedürftig, stehen Medikamente (Antiarrhythmika) und spezielle operative Eingriffe zur Verfügung, etwa die Einpflanzung eines Herzschrittmachers, eines Defibrillators oder eine Verödung der Regionen am Herzen, in denen die Rhythmusstörungen entstehen.

Herzrhythmusstörungen vorbeugen

Die beste Vorbeugung für Sie besteht darin, ihren Blutdruck zu normalisieren. Nehmen Sie außerdem die regelmäßig von der Krankenkasse angebotenen (und bezahlten) Vorsorgeuntersuchungen für verschiedene Erkrankungen wahr. Denn hinter Herzrhythmusstörungen können auch Organerkrankungen stecken, zum Beispiel eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion. Überprüfen Sie auch von Zeit zu Zeit immer wieder ihre Medikation gemeinsam mit den behandelnden Ärzten, denn manche Arzneien haben als Nebenwirkung Herzstolpern oder Herzrasen. In diesem Fall kann ein Präparatwechsel oder eine andere Dosierung nötig sein. Halten Sie sich beim Konsum von Koffein und Alkohol zurück und stellen Sie nicht nur Ihrer Herzgesundheit und Ihres Bluthochdrucks zuliebe das Rauchen ein. Vermeiden Sie außerdem Stress und Aufregung.

Und machen Sie jetzt mal eine kurze Pause hier in der Gesundheitsakademie. Oder kommen an einem anderem Tag wieder. Sie wissen ja: Stress lässt den Blutdruck steigen. Das sollten Sie vermeiden. Zugegeben, wir muten Ihnen bei den Folgeerkrankungen ganz schön viel auf einmal zu. Aber es ist wirklich wichtig, dass Sie darüber Bescheid wissen. Also, noch einmal durchatmen. Und dann mit der nächsten Folgeerkrankung weitermachen: Herzinfarkt.

Ihr Fortschritt im Kurs Bluthochdruck
82%

aktualisiert am 11.10.2016, erstellt am 25.10.2013
Bildnachweis: Your Photo Today/BSIP

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen