Nierenschäden durch Bluthochdruck

Nierenschwäche

Die Hauptaufgabe der Nieren ist das Filtern schädlicher oder nicht verwertbarer Substanzen aus dem Blut, die beim Stoffwechsel entstehen. Diese Abfallstoffe werden über den Harn ausgeschieden. Daneben haben Nieren noch ein paar weitere, nicht minder wichtige Aufgaben im Körper. Unter anderem sind sie bei der Regulation des Blutdrucks beteiligt.

Nimmt also eine Niere einen Schaden an, beeinflusst das den Blutdruck. Solch eine Fehlfunktion der Niere kann eine ganze Reihe von Ursachen haben. Die alle aufzuzählen würde an dieser Stelle zu weit führen, doch mit einer Ursache wollen wir uns etwas genauer beschäftigen. Denn diese Ursache ist - der Bluthochdruck.

Bluthochdruck kann die Nieren beschädigen (Sie erfahren gleich mehr dazu) und sogar funktionslos machen. Das allein ist schon schlimm genug, denn Menschen mit defekten Nieren leiden furchtbar. Da unser Körper auf die Funktion der Nieren angewiesen ist (sonst stirbt er innerhalb kurzer Zeit), müssen Geräte diese Aufgabe übernehmen. Betroffene sind darauf angewiesen, mehrmals die Woche zur sogenannten Dialyse zu gehen - ein aufwendiges, mehrere Stunden dauerndes Verfahren.

Aber nicht nur das. Erinnern Sie sich, was die Niere neben der Blutwäsche noch für Aufgaben hat? Richtig, unter anderem den Blutdruck zu regulieren. Eine defekte Niere ist dazu aber nicht mehr in der Lage.

Erkennen Sie den Teufelskreis? Bluthochdruck schädigt die Nieren. Eine eingeschränkte Nierenfunktion wiederum kann den Blutdruck steigen lassen. Ziemlich verzwickte Angelegenheit.

Damit Sie erst gar nicht in diesen Teufelskreis hineingeraten, hilft nur: den Bluthochdruck gewissenhaft behandeln und gut auf die Nieren aufpassen - damit es eben nicht zu Nephrosklerosen kommt. So nennen Mediziner bluthochdruckbedingte Nierenerkrankungen. Nicht wenige Hochdruckpatienten versterben an Nierenversagen. Das ist die dritthäufigste Todesursache bei Menschen mit Bluthochdruck. Grund genug, sich mit diesem Leiden etwas ausführlicher zu beschäftigen.

Wie Bluthochdruck der Niere schädigt

Sie haben das ja schon erfahren: Dauerhaft erhöhter Blutdruck führt zu Arterienverkalkung (Arteriosklerose) - und zwar im ganzen Körper. Die Nieren sind davon massiv betroffen, denn sie werden durch viele kleinere und größere Gefäße durchzogen. Na klar, in der Niere soll das Blut ja gewaschen werden, dementsprechend viele Gefäße Gefäße gibt es dort.

Die Verkalkung der großen Nierengefäße führt zu einer verminderten Durchblutung der Niere, wodurch das Organ Schaden nimmt. Das Gewebe verhärtet und die Nierenfunktion lässt nach.

Auch die empfindlichen kleinen Gefäße der Niere verstopfen, verhärten und können ihrer Filterfunktion nicht mehr nachkommen, sodass Schadstoffe zunehmend im Körper verbleiben. Zudem werden die kleinen Gefäße porös. Das können Sie sich wie Löcher in einem feinen Netz vorstellen. Durch diese Löcher gelangen dann zunehmend größere körpereigene Eiweiße aus dem Blut in das Urin - etwa das Albumin.

Die Nierenerkrankung bei Bluthochdruck (Nephrosklerose) kann in zwei Formen auftreten: Unterschieden wird zwischen der gutartigen und bösartigen Nephrosklerose.

• Die gutartige Form der Nephrosklerose schreitet nur langsam voran. Sie verläuft über Jahre oder sogar Jahrzehnte, währenddessen die Niere zwar langsam aber sicher immer weiter geschädigt wird, bis sie schließlich versagt.

• Die bösartige Nephrosklerose kann hingegen sehr schnell zum Nierenversagen führen.

Vorsorge und Diagnose

Leider macht sich ein Nierenproblem lange Zeit nicht bemerkbar. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie jährlich Ihre Nierenfunktion vom Arzt überprüfen lassen. Nierenschädigungen im Frühstadium lassen sich oft noch rückgängig machen. Je früher die Behandlung einsetzt, desto größer ist die Chance, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.

Die Früherkennung besteht aus folgenden Untersuchungen:

• Blutuntersuchung: Zum einem untersucht Ihr Arzt Ihr Blut auf die Nierenfunktionswerte (Kreatinin- und Harnstoffgehalt im Blut). Auch die Konzentration der Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Kalzium ist wichtig.

• Harnuntersuchung: Eine gesunde Niere scheidet höchstens 20 Milligramm des Eiweißes Albumin pro Tag aus. Ist mehr Albumin im Urin, deutet das auf einen Nierenfunktionsschaden hin. Die Menge des mit dem Urin ausgeschiedenen Albumins steigt mit fortschreitender Nierenschädigung.

• Kreatinin-Clearance: Mit der sogenannte Kreatinin-Clearance können Ärzte Schädigungen der Nieren feststellen, bevor ein Albumintest auf Eiweißausscheidungen im Urin anschlägt. Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt der Muskelzellen, das der Körper nicht weiter verwertet und es deswegen über die Nieren ausscheidet. Gemeinsam mit dem Kreatininwert im Blut berechnen Labormediziner, wie viel Blut die Nieren pro Minute von Kreatinin reinigen.

Symptome

Die Schäden in den Nieren entwickeln sich schleichend über Jahre hinweg. Das Tückische: Lange Zeit spüren Betroffene nichts davon. Erst im fortgeschrittenem Krankheitsstadium treten Beschwerden auf. Dann ist der Nierenschaden aber mitunter bereits massiv - und sofortiges Handeln angezeigt.

Folgende Symptome können bei Niereninsuffizienz auftreten:

• Wassereinlagerungen, die sich durch Gewichtszunahme sowie Schwellungen der Beine und Augenlieder bemerkbar machen

• Müdigkeit und Erschöpfung, aber auch Ruhelosigkeit

• Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit

• Juckreiz

• Kopfschmerzen und verschwommenes Sehen

• Veränderung der Hautfarbe hin zu einem milchkaffefarbenen Ton

• Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen

• Blutarmut (Anämie)

Therapie

Natürlich gilt es vor allem den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen - den Verursacher des Nierenschadens. Leidet ein Patient bereits unter Einschränkungen der Nierenfunktion beziehungsweise eine vermehrte Eiweißausscheidung, empfehlen Experten Blutdruckwerte unter 130/80 mmHg.

Um die beschädigten Gefäße in den Nieren zu schützen, eignen sich Wirkstoffe aus der Gruppe der ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten. Diese Medikamente nehmen Sie als Bluthochdruckpatient aber möglicherweise sowieso schon ein.

Die ärztliche Therapie selbst unterstützen und Nierenschäden vorbeugen

Um Ihre Nieren zu entlasten gilt es, stark eiweißhaltige Nahrung - wie beispielsweise Fleisch, Wurst, Fisch und Milchprodukte - maßvoll zu genießen. Das heißt: Nicht mehr als 0,6 bis 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Denn zu viel Eiweiß belastet die Nieren. Gehen Sie auch mit Salz verantwortungsbewusst um. Kochsalz treibt den Blutdruck nach oben. Als Richtwert beim Salz gilt: nicht mehr als 6 Gramm pro Tag. Zum Thema Salz finden Sie hier in der Gesundheitsakademie eigene Lektionen.

Zu guter Letzt: Übergewicht unbedingt vermeiden beziehungsweise abzubauen. Starkes Übergewicht wirkt sich nicht nur ungünstig auf Ihre Blutdruckwerte aus, sondern schädigt die Nieren direkt. Zudem laufen Übergewichtige Gefahr, Diabetes zu entwickeln, der oft in Kombination mit Bluthochdruck auftritt.

Noch zwei Lektionen, dann haben Sie den Themenblock Folgeerkrankungen geschafft. Das nächste Thema: Augenkrankheiten. Auch das Auge leidet unter Bluthochdruck.

Ihr Fortschritt im Kurs Bluthochdruck
90%

aktualisiert am 11.10.2016, erstellt am 25.10.2013
Bildnachweis: W&B/Astrid Zacharias, Martina Ibelherr, Jörg Neisel

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen