Rauchen bei Bluthochdruck ist doppelt gefährlich

Mit dem Rauchen aufhören

Dass Rauchen schlecht für die Gesundheit ist, wissen wir alle. Für Sie als Bluthochdruckpatient birgt die Nikotinsucht aber ein besonders hohes Risiko. Erstens lässt jeder Zug an der Zigarette den Blutdruck bei Rauchern sofort um bis zu 30 mmHg für mehrere Minuten in die Höhe schnellen. Zweitens steigert Rauchen die Gefahr von Gefäßschäden. Da der hohe Blutdruck Ihre Gefäße sowieso schon schädigt, verschärfen Sie durch den Nikotinkonsum die Situation weiter - und erhöhen das Risiko für alle bluthochdruckbedingten Folgeerkrankungen deutlich. Anders formuliert: Sie öffnen Arteriosklerose, Herzerkrankungen, Schlaganfall, Augenschäden, Nierenerkrankungen und Durchblutungsstörungen in den Beinen (PAVK) Tür und Tor. Außerdem verändert Tabakkonsum die Blutfettwerte: Das "gute" HDL-Cholesterin sinkt, das "schlechte" LDL-Cholesterin steigt. Auch das ist schlecht für Ihre Gefäße.

Übrigens: Auch Passivrauchen schadet Ihrem Körper. Raten Sie mal, wieviel Zigaretten ein einstündiger Aufenthalt in einem stark verrauchten Zimmer entspricht:

1

Das ist falsch!

3

Auch das ist falsch!

5

Richtig ...

Machen Sie sich bewusst: Rauchen schädigt fast jedes Organ. Sogar das Gehirn und damit auch die Psyche leiden unter der Qualmerei. Das Risiko, an Depressionen, Angststörungen, Diabetes und Demenz zu erkranken, ist bei Rauchern deutlich erhöht. Ist es der Glimmstängel wert, Ihr Leben um durchschnittlich zehn Jahre zu verkürzen? Denn laut Deutschem Krebsforschungszentrum erreichen nur 58 Prozent der Raucher das 70. Lebensjahr und lediglich 26 Prozent werden 80 Jahre oder älter. Also zeigen Sie dem blauen Dunst endlich die rote Karte.

Warum Rauchen den Blutdruck in die Höhe treibt

Nikotin aktiviert den Sympathikus, das ist ein Teil des vegetativen Nervensystems. Da dieses Nervensystem alle lebenswichtigen Funktionen im Körper wie Atmung, Verdauung, Stoffwechsel und auch den Blutdruck kontrolliert, wird der Körper durch die Aktivierung des Sympathikus per Nikotin in einen Alarmzustand versetzt: Die Herzfrequenz steigt, die Gefäße verengen sich und damit steigt auch der Blutdruck.

So werden Sie Nichtraucher

Die Mehrheit der Raucher versucht erstmal alleine von den Glimmstängeln loszukommen. Die Erfolgsrate ist gering. Es gibt bessere Methoden. Zum Beispiel Nikotinkaugummis, - pflaster und -tabletten. Ihr Apotheker berät Sie gerne. Die beste Erfolgsquote - bis zu 50 Prozent - erreichen verhaltenstherapeutische Entwöhnungsprogramme in der Gruppe. Solche bieten etwa universitäre Raucherambulanzen an.

Entwöhnungsprogramme und medikamentöse Hilfsmittel müssen Raucher in der Regel selbst bezahlen, doch die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die Mühe. Fragen Sie am besten bei Ihrer Kasse nach. Und seien Sie sich sicher: Das investierte Geld sparen Sie durch Zigarettenverzicht schnell wieder ein. Nach Hochrechnungen hat sich ein Nichtraucherkurs für den Durchschnittsraucher bereits nach sechs bis acht Wochen finanziell rentiert - ganz zu schweigen vom gesundheitlichen Profit.

Gewichtszunahme muss nicht sein

Besonders wenn Ihnen als übergewichtiger Bluthochdruckpatient gesagt wird, Sie sollten abnehmen, ist die oft mit dem Rauchstopp verbundene Gewichtszunahme keine gute Nachricht. Ja, man kann vom Rauchstopp zunehmen. Denn Nikotin erhöht ja die Aktivität des Sympathikus-Nervensystems. Dadurch steigert Nikotin den Grundumsatz des Körpers - bei hohem Zigarettenkonsum um etwa 200 Kilokalorien am Tag.

Doch die meisten überschätzen die Gewichtssteigerung, die nach dem Rauchstopp durch die Normalisierung des Stoffwechsels einsetzt. In den ersten ein bis zwei Jahren legen Ex-Raucher nur durchschnittlich 4,5 Kilogramm zu. Die Betonung liegt auf "durchschnittlich", denn viele Raucher halten ihr Gewicht oder nehmen sogar ab. Nur um die zehn Prozent der Ex-Raucher legen stark zu - vor allem, wer über 20 Zigaretten pro Tag geraucht hat.

Über einen längeren Zeitraum betrachtet unterscheidet sich das Gewicht von ehemaligen Rauchern nicht von Menschen, die nie geraucht haben.

Vier bis sechs Wochen gegen den Rest Ihres Lebens

Der körperliche Nikotinentzug dauert übrigens nur vier bis sechs Wochen. Die schlimmsten Entzugserscheinungen lassen sogar schon nach wenigen Tagen nach. Auch die Intensität der Symptome wird von Rauchern meist überschätzt. Die Angst vor Entzugsproblemen ist meist schlimmer als der Entzug selbst.

Angst hat so mancher Mann mit Bluthochdruck auch vor dem Thema in der nächsten Lektion. Es geht um Impotenz.

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aktualisiert am 11.10.2016, erstellt am 25.10.2013
Bildnachweis: Thinkstock/iStock

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