Salz und Bluthochdruck: Eine ungünstige Kombination

Salz

Wer seinen Blutdruck senken will, sollte sparsam mit Salz umgehen. Wie hilfreich das für salzempfindlichen Bluthochdruckpatienten ist, zeigen folgende Zahlen: Kommen diese mit den von Experten empfohlenen sechs Gramm Kochsalz - das ist etwa ein Teelöffel - täglich aus, sinkt der Blutdruck um zwei bis acht mmHg.

Doch wie sieht die Realität aus? Was meinen Sie: Wie hoch liegt der tatsächliche Konsum der Deutschen von Kochsalz täglich?

2 bis 3 Gramm, mehr braucht der Mensch nicht .

Falsch!

5 bis 8 Gramm, also wie von Experten empfohlen.

Auch das ist falsch!

10 bis 12 Gramm.

Richtig ...

Viele von uns essen zuviel Salz. Salz kann den Blutdruck über verschiedene Mechanismen erhöhen. Zwar reagiert nicht jeder Mensch gleichermaßen so empfindlich auf eine hohe Salzzufuhr. Bei etwa 40 bis 50 Prozent der Bluthochdruck-Patienten ist das aber der Fall. Dennoch raten Experten allen Menschen mit Bluthochdruck dazu, ihren Salzkonsum zu reduzieren.

Wie das geht? Apothekerin und Ernährungsberaterin Margit Schlenk aus Nürnberg hat ein paar Tipps:

  • Fertigprodukte enthalten viel Salz

    Wir sind an einem intensiven Salzgeschmack gewöhnt, denn die Industrie salzt ihre Lebensmittelprodukte reichlich. Satte 75 bis 80 Prozent des aufgenommenen Kochsalzes stammt aus vorgefertigten und industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Dabei handelt es sich nicht nur um Fertigprodukte. Auch Brot, Wurst und Käse sind ziemlich stark gesalzen - die einen mehr, die anderen weniger. Achten Sie künftig darauf und umgehen Sie am besten diese Salzfallen.

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  • Geschmacksnerven umtrainieren

    Die Geschmacksnerven umtrainieren, das geht tatsächlich, sogar ziemlich schnell. Wagen Sie doch mal den Selbsttest: Essen sie etwa sieben bis zehn Tage bewusst salzarm. Am Anfang wird Ihnen möglicherweise alles etwas fad schmecken. Das lässt aber nach. Essen Sie nach der Ernährungsumstellung dann mal ein Fertiggericht oder in der Kantine. Die Speisen werden Sie wahrscheinlich als viel zu salzig empfinden.

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  • Auf natürlich Zutaten achten

    Ihrem Blutdruck zuliebe sollten Sie generell versuchen, Ihr Essen aus natürlichen Lebensmitteln zuzubereiten. Tipps, wie Sie dabei Salz einsparen können und dennoch schmackhafte Speisen auf den Tisch bringen, lernen Sie in der Lektion "Lecker kochen auch ohne Salz".

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  • Die größten Salzfallen

    Wie gesagt, besonders viel Salz steckt in Konserven und Fertiggerichten. Dazu nur im absoluten Notfall greifen. Dass viel Salz in Laugengebäck und Salzstangen steckt sieht man mit bloßem Auge. Bei anderen Lebensmitteln ist es hingegen gar nicht so einfach, sie als Salzfallen zu identifizieren. Hier eine Auswahl:

     

    • Salz-Cracker, Chips

    • Käse (leider sind besonders die mageren Käsesorten relativ salzhaltig), auch Parmesan und Feta

    • Wurst (vor allem Dauerwurst wie Salami oder Cervelat), Schinken (geräuchtert und gekocht), geräucherter Speck, Bündner-Fleisch

    • Salzheringe, Matjes, Fischkonserven

    • Sauerkraut, Salzgurken, Oliven, Kapern, eingelegtes Essiggemüse

    • Ketchup, Senf, fertige Salatsaucen

    • Würzmittel und Streuwürze

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  • Achten Sie auf den Natriumgehalt

    Am Natriumwert erkennen Sie, wie salzreich ein Lebensmittel ist. Studieren Sie deshalb beim Einkauf die Nährstofftabelle auf der Waren: 2,4 Gramm Natrium entsprechen sechs Gramm Kochsalz (Natriumchlorid).

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  • Was bleibt noch übrig?

    Sie meinen, da bleibt ja kaum noch etwas Leckeres übrig? Falsch. Hier zum Beweis Lebensmittel, in denen sich wenig Natrium beziehungsweise Kochsalz befindet:

     

    • Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Kefir, Dickmilch, etc.

    • Kartoffeln, Reis, Nudeln, Haferflocken

    • Frischkäse (aber abhängig vom Produkt, deshalb Nährwerttabelle studieren)

    • frisches Gemüse und Tiefkühlware, Salat und frisches Obst, Kräuter

    • unbehandelte Nüsse

    • Salzarme Wurst, zum Beispiel Sülze

    • Mageres Fleisch von Kalb, Rind, Schwein, Wild sowie Geflügel ohne Haut

    • Frische Magerfische, etwa Kabeljau, Scholle, Zander, Barsch, Seezunge, Hecht

    • Eier

    • Pflanzliche Öle

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  • Kalium - der Gegenspieler von Natrium

    Kalium ist ein Mineralstoff, der von allen Körperzellen benötigt wird, ganz besonders von denen in Muskulatur und Nerven. Zudem hält Kalium den Wasser- und Elektrolythaushalt im Gleichgewicht, ist am Herzschlag und an der Blutdruckregulation beteiligt. Vereinfacht gesagt: Kalium ist im Körper in gewisser Weise der Gegenspieler von Natrium. Wenn aus Sicht Ihres Arztes nichts dagegen spricht, sollten Sie kaliumreich essen, um Ihren Kochsalzkonsum noch ein wenig mehr abzufedern. Besonders reichlich ist Kalium in Bananen, Vollkornprodukten, Kleie, Trockenobst, Kartoffeln, Grünkohl, Meerrettich, Feldsalat, Spinat und Hülsenfrüchten wie Linsen, Erbsen und Bohnen enthalten.

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"Lecker kochen ohne Salz" - so heißt die nächste Lektion. Sie bekommen noch mehr Tipps, wie Sie auch ohne viel Salz in der Küche zurechtkommen. Mit einem Klick rechts unten geht es weiter.

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Ihr Fortschritt im Kurs Bluthochdruck

aktualisiert am 23.07.2013, erstellt am 25.10.2013
Bildnachweis: W&B / Röper, Thinkstock/iStockphoto

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