Weitere Untersuchungen bei Bluthochdruck

Untersuchung

Bluthochdruck ist doch eine Erkrankung der Gefäße, wieso hat der Arzt auch meine Nieren und das Urin untersucht, werden Sie vielleicht fragen? Bluthochdruck hat vielfältige Auswirkungen auf die Organe. Die gilt es aufzudecken. Deswegen die Untersuchung von Blut, Urin, Niere und Herz: Um festzustellen, ob der Druck in den Gefäßen eventuell schon Organe geschädigt hat.

Außerdem finden Ärzte so heraus, ob der Bluthochdruck durch bestimmte Grunderkrankungen - zum Beispiel der Nieren - entstanden ist. Dann spricht man von sekundären Hochdruckformen. Der Hochdruck ist dann eine Folge der Grunderkrankungen. In solch einem Fall müssen Sie vor allem diese Grunderkrankungen behandeln, um eine Verbesserung der Blutdruckwerte zu erreichen.

Im Folgendem erklären wir Ihnen die bei der Bluthochdruck typischen Untersuchungen:

  • Blut-Untersuchungen

    Der Arzt nimmt Ihnen Blut aus der Vene ab und lässt es im Labor analysieren. Interessant sind zum Beispiel die Nierenfunktionswerte (Kreatinin- und Harnstoffgehalt im Blut) sowie die Hormone der Nebennierenrinde - vor allem das Hormon Aldosteron. Aldosteron hat großen Einfluss auf den Blutdruck. Zu viel Aldosteron lässt den Blutdruck krankhaft ansteigen, was immerhin bei etwa zehn Prozent aller Bluthochdruck-Patienten der Grund für ihr Leiden ist.

    Die Menge an von einer Niere ausgeschiedenen Mineralstoffe - darunter Natrium, Kalium und Kalzium - gibt Auskunft über eventuelle Funktionsstörungen der Nieren und Nebennieren, die mitunter Bluthochdruck verursachen.

    Bei manchen Patienten werden noch weitere blutdruckrelevante Hormone über die Blutanalyse bestimmt, wie etwa die Schilddrüsenwerte. Hinter Bluthochdruck steckt manchmal eine Schilddrüsenunter- oder Schilddrüsenüberfunktion.

    Wichtig ist zudem die Analyse der Blutfettwerte - also die Menge an Cholesterin im Blut und die Blutzuckerwerte. Sind die Werte zu hoch, bedeutet das ein höheres Risiko für Arteriosklerose. Sie haben ja erfahren, wie gefährlich Arteriosklerose (also Gefäßverkalkung) für Menschen mit Bluthochdruck ist.

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  • Harn-Untersuchungen

    Auch die Zusammensetzung des Urins kann Auskunft über mögliche Nierenschäden geben. Eine kranke Niere scheidet mehr Eiweiß aus, deshalb wird der Urin auf Beimengungen von Eiweiß untersucht. Ebenso analysiert das Labor, ob die Anzahl roter Blutkörperchen im Harn erhöht ist - auch das ein Hinweis auf eine Nierenschädigung. Ist das Albumin erhöht, weist das nicht nur auf eine kranke Niere hin, sondern auch auf eine Gefäßschädigung und damit auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko.

    Je nach Ergebnis der Harn-Untersuchung oder bestimmten Symptomen wie etwa episodenhafte Blutdrucksteigerungen können weiterführende Untersuchungen notwendig werden, für die der Patient seinen Urin über 24 Stunden sammeln muss.

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  • Nieren-Untersuchungen

    Deuten die Blutwerte auf eine Fehlfunktion der Nieren hin, ist die Untersuchung dieses Organs doppelt wichtig:

    Herrscht längere Zeit Hochdruck in den Gefäßen, schädigt das die Nieren
    Nierenschäden wiederum können zu Bluthochdruck führen

    Ein Teufelskreis also, der nur mit einer geeigneten Behandlung durchbrochen werden kann. Um diese zu finden, wird der Arzt das Organ mit einem Ultraschallgerät untersuchen. Ultraschall ist ein gutes und schmerzfreies Mittel, mit dem Mediziner eine Nierenschädigung sehen, ohne in den Körper einzugreifen. Das Ultraschallbild zeigt die Nierengröße, Verengung der Nierenarterien und Beschaffenheit des Nierengewebes. Sind die Nieren zum Beispiel sehr klein, ist dies häufig ein Hinweis darauf, dass das Organ schon längere Zeit krank ist.

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  • Herz-Untersuchungen

    Ein unbehandelter Bluthochdruck zieht auf Dauer das Herz in Mitleidenschaft. Deshalb wird der Arzt ein großes Augenmerk auf dieses Organ legen. Zwei Diagnosemethoden kommen dafür häufig zum Einsatz:

    Ein Elektrokardiogramm (EKG) zeigt mögliche Verdickungen und Schädigungen des Herzmuskels oder Herzrhythmusstörungen an. Das Standard-EKG absolvieren Patienten im Ruhezustand. Für eine genauere Untersuchung wird der Arzt Sie möglicherweise zu einem Belastungs-EKG bitten. Dabei messen Elektroden die Herztätigkeit unter körperlicher Belastung, zum Beispiel auf einem Fahrradergometer.

    Eine weitere wichtige Untersuchungsmethode ist das Herzultraschall. Die im Fachjargon Echokardiografie genannte Methode ermöglicht dem Arzt die Beurteilung der Größe und Funktion der Herzkammern von außen. Die Methode ist schmerzfrei und risikolos, da die Ultraschallsonde des Herzens von außen durch die Brust misst. Eine so genannte Farbdoppler-Echokardiografie zeigt zudem die Blutströme im Netz und ermöglicht Aussagen über die Funktion der Herzklappe.

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Jetzt haben Sie schon einiges an Grundwissen angesammelt. Die nächste Lektion fasst das Wichtigste noch einmal zusammen. Prägen Sie sich das gut ein. Nicht nur, um den anschließenden kleinen Test zu meistern, sondern vor allem, um Ihren Bluthochdruck schnell und möglichst langfristig in den Griff zu bekommen.

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Ihr Fortschritt im Kurs Bluthochdruck

aktualisiert am 23.07.2013, erstellt am 25.10.2013
Bildnachweis: Mauritius/SPL, W&B / Röper

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