Welche Rolle Mineralwasser bei Bluthochdruck spielt

Frau mit einem Glas Wasser

Viel Wasser zu trinken ist gesund. Doch Bluthochdruck-Patienten sollten darauf achten, zu welchem Mineralwasser sie greifen. Oft steckt dort eine Menge Kochsalz drin, das bei salzempfindlichen Menschen den Blutdruck erhöhen kann. Eine kleine Mineralwasserkunde und weitere Trinktipps erhalten Sie jetzt von Apothekerin und Ernährungsberaterin Margit Schlenk:

  • Nicht Natrium allein, sondern Natrium in Verbindung mit Chlorid - das Duo ist als Kochsalz bekannt - erhöht den Blutdruck. Natrium und Chlorid stecken in vielen Tafel-, Quell-, Mineral- und sogar Heilwässern. Trinken Sie viel von solchen Sorten, nehmen Sie allein dadurch schon größere Mengen Kochsalz auf.

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  • Um dies zu vermeiden, achten Sie beim Einkauf von Mineralwasser auf die Nährwertangaben auf dem Etikett. Den Anteil an Natrium, Chlorid und anderen Salzen finden Sie auf Mineral- und Heilwasserflaschen entweder in Milligramm pro Kilogramm ("mg/kg" abgekürzt) oder in Milligramm pro Liter ("mg/l"). Da ein Liter Wasser auch ein Kilogramm wiegt, ist die Aussage beider Angaben gleich.

    Auf Tafel- und Quellwasser muss der Salzgehalt hingegen nicht angegeben werden. Seien Sie also hier wachsam.

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  • Der Kochsalzgehalt in mg/l ergibt sich aus dem Chloridgehalt durch Multiplikation mit dem Faktor 1,6. Um sich komplizierte Rechnungen beim Mineralwasserkauf zu ersparen, empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga Mineralwasser mit einem Chloridgehalt von unter 300 mg/kg (oder mg/l) zu wählen. Das entspricht einem Kochsalzgehalt von unter 0,5 Gramm pro Kilogramm beziehungsweise Liter. Solch ein Kochsalzgehalt ist für Sie in Ordnung.

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  • Häufig steckt auf dem Etikett die Bezeichnung "natriumarm", "geeignet für natriumarme Ernährung" oder "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung". Nach EG-Verordnung bedeutet dies, dass weniger als 20 Milligramm Natrium pro Kilo beziehungsweise Liter enthalten sind. Auch das ist in Ordnung für Sie. Der Natriumgehalt in Mineralwässern sollte nach den Empfehlungen der Hochdruckliga unter 100 Milligramm pro Kilogramm liegen.

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  • Wem das alles zu kompliziert ist, der dreht einfach den Wasserhahn auf: Leitungswasser in Deutschland ist nach wie vor eines der am besten kontrollierten Lebensmittel, das Sie bedenkenlos ohne weitere Aufbereitung trinken können. Allerdings sollten Sie den Hahn kurz laufen lassen, bevor Sie Ihr Glas mit dem Leitungswasser füllen. Insbesondere morgens, nach längerer Standzeit des Wassers über Nacht in den Leitungen.

    Auch alle mit Leitungswasser hergestellten Getränken - etwa Tees und Fruchtsäfte - enthalten praktisch kein Kochsalz. Vorsicht jedoch bei Gemüsesäften, wie etwa Tomaten- oder Karottensaft: Sie können größere Mengen Kochsalz enthalten. Ein Blick auf die Nährwertangaben klärt auf.

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  • Sollten Sie jetzt auf den Geschmack von Leitungswasser gekommen sein, informieren Sie sich über die Wasserrohre, aus dem das Wasser fließt. Bleirohre sind ungünstig, denn dadurch kann sich das Trinkwasser mit dem giftigen Edelmetall Blei anreichern und so Ihre Gesundheit gefährden. Dieser Sachverhalt betrifft aber nur die wenigsten Menschen in Deutschland. Seit 1973 werden hierzulande keine Bleirohre mehr verbaut. In älteren Häusern sind Bleileitungen meist bereits ausgetauscht worden. Im Zweifel fragen Sie Ihren Hauseigentümer oder lassen die Leitungen von einem Handwerker überprüfen.

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Damit sind Sie am Ende des Themenblocks Ernährung angelangt. Zeit für einen Zwischentest, um Ihr Wissen zu überprüfen. Anschließend geht es frisch und munter mit Bewegung & Sport weiter.

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Ihr Fortschritt im Kurs Bluthochdruck

aktualisiert am 19.08.2013, erstellt am 25.10.2013
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