Autofahren mit Diabetes

Mann im Auto

Als Diabetiker dürfen Sie in der Regel Autofahren. Wenn die Krankheit neu bei Ihnen diagnostiziert wurde, müssen Sie die Straßenverkehrsbehörde darüber nicht informieren. Allerdings müssen und sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit und der anderer Verkehrsteilnehmer ein paar Regeln beachten. Denn die Gefahr eines durch Unterzucker verursachten Blackouts fährt bei Ihnen immer mit.

Besondere Vorsicht sollten vor allem alle walten lassen, die Insulin spritzen oder Tabletten vom Sulfonyharnstofftyp (zum Beispiel Glibenclamid, Glimepirid) oder Glinide (Nateglinide, Repaglinide) einnehmen. Durch diese Behandlungen tritt Unterzucker häufiger auf als bei anderen Therapien. Auch Sehstörungen durch eine diabetische Retinopathie können das Unfallrisiko erhöhen. Wenn Sie als Diabetespatient die Anzeichen einer Unterzuckerung sicher erkennen, für diesen Fall Vorsorge treffen und einmal im Jahr zum Augenarzt gehen, steht dem Autofahren nichts entgegen.

So halten Sie das Unfallrisiko gering

• Vor dem Start Blutzucker messen

• Traubenzucker oder andere Nahrungsmittel mit viel Zucker griffbereit halten

• Stechhilfe, Blutzuckermessgerät, Teststreifen und Medikamente selbst bei kurzen Fahrten immer mitführen, Sie könnten durch Panne oder Stau länger als geplant brauchen

• Bei längeren Fahrten: Gewohnte Tagesverteilung der Mahlzeiten und Ihre Diabetesbehandlung beibehalten. Alle zwei Stunden Pause machen und den Blutzucker kontrollieren

• Beim geringsten Verdacht auf Unterzucker: Sofort anhalten, Werte messen und gegebenfalls Traubenzucker essen. Erst weiterfahren, wenn der Wert ausreichend gestiegen ist - am besten auf 100 bis 150 mg/dl (5,6 bis 8,3 mmol/l)

• Alle Werte dokumentieren: Falls ein Unfall passiert, können Diabetiker so vor den Behörden nachweisen, dass sie verantwortlich gehandelt haben

• Nachtfahrten vermeiden, Tempo drosseln

• Regelmäßig augenärztliche Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, mindestens einmal im Jahr

Wenn ein Unfall durch Unterzucker passiert ist

Wer infolge einer Unterzuckerung einen Verkehrsunfall verursacht, muss möglicherweise seinen Führerschein abgeben. Um ihn zurückzuerhalten, brauchen Sie als Diabetiker dann ein ärztliches Gutachten. Spätestens nach dem zweiten Unfall mit Unterzucker kann man wegen grober Fahrlässigkeit oder sogar Vorsatz belangt werden. Auch die Haftpflichtversicherungen beteiligen dann mitunter den Diabetiker an Zahlungen - je nach Grad des Verschuldens. Denn wer von seinem Diabetes weiß, ist verpflichtet dafür zu sorgen, dass er am Steuer keine Unterzuckerung bekommt.

Behörde kann die Fahrerlaubnis mit Auflagen verbinden

Wenn die Behörde an Ihrer Fahreignung durch Unterzuckerungsgefahr zweifelt - sei es nach einem Verkehrsverstoß, einem Unfall oder einer anonymen Anzeige - ist sie verpflichtet, dem nachzugehen. Für Sie bedeutet das in der Regel, dass Sie ein verkehrsmedizinisches Gutachten vorlegen müssen. Das bekommen Sie bei einem Arzt mit verkehrsmedizinischer Zusatzausbildung. Die Kosten von etwa 400 Euro müssen Sie selbst tragen. Je nachdem wie das Gutachten ausfällt, kann Ihre Fahrerlaubnis mit Auflagen verknüpft werden, wie etwa einem bestimmten HbA1c-Wert oder dem Nachweis einer konsequenten Stoffwechselführung.

Den Führerschein erwerben

Falls Sie den Führerschein erst machen wollen, ist das eventuell auch mit Auflagen verbunden. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie Sie Ihren Diabetes behandeln.

Keine Auflagen gelten für Diabetiker, die ihren Blutzucker allein durch Ernährung, Bewegung und Metformin oder Acarbose stabil halten. Auch wer Sulfonyharnstoffen einnimmt, darf den Auto- oder Motorradführerschein normalerweise ohne Auflagen machen. Ungefragt die Erkrankung angeben ist nicht notwendig.

Verschärfte Bedingungen gelten, wenn Sie Lastwagen, Bus oder Taxi fahren wollen. Wer dafür Fahrerlaubnisse beantragt und seine Zuckerkrankheit verschweigt, macht sich strafbar. Für diese Führerscheine ist ein verkehrsmedizinisches Gutachten erforderlich, das eine gute Stoffwechselführung ohne Unterzuckerungen über rund drei Monate bescheinigt. Für insulinpflichtige Diabetiker ist es schwer, solche Fahrerlaubnisse zu bekommen. Wem es doch gelingt, muss mindestens alle zwei Jahre ist ein neues ärztliches Gutachten vorlegen.

Ein paar wenige Diabetiker dürfen nicht Autofahren

Nur Diabetikern, die Warnsymptome einer Unterzuckerung nicht wahrnehmen können (Unterzucker-Wahrnehmungsstörung), ist Autofahren verboten. In speziellen Schulungen können solche Patienten aber trainieren, ihren Körper aufmerksam zu beobachten und Warnhinweise einer Unterzuckerung richtig zu deuten.

Und jetzt haben Sie es fast geschaft!

Die letzte Lektion steht an, das Thema lautet "Behindertenausweis". Unter bestimmten Bedingungen haben Diabetiker einen Anspruch darauf. Wann genau und was das bringt ... Sie wissen ja schon, einfach rechts unten klicken.

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aktualisiert am 23.09.2014, erstellt am 25.10.2013
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