Bekomme ich mit Diabetes einen Behindertenausweis?

Der neue Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat

Alle Diabetiker, die mindestens viermal am Tag Insulin spritzen (auch mit Pumpe) und die Insulindosis selbstständig anpassen, haben Chancen auf einen Schwerbehindertenausweis. Denn der Diabetiker muss durch den Aufwand für seine Therapie "durch erhebliche Einschnitte gravierend in seiner Lebensführung beeinträchtigt" sein - so steht es in "Zweite Verordnung zur Änderung der Versorgungsmedizin-Verordnung" (2. VersMedVÄndV), Art. 1, Teil B, Nr. 15.1).

Können Sie dies nachweisen, haben Sie einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 - und damit Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Ob diese Bedingung im Einzelfall erfüllt ist, zeigt sich etwa bei der Planung des Tagesablaufs, der Freizeitgestaltung, der Zubereitung von Mahlzeiten, der Berufsausübung oder der Mobilität.

Ein Beispiel: Falls Sie Tabletten einnehmen oder immer die gleiche, vom Arzt festgelegte Menge Insulin spritzen, müssen Sie für Ihr Diabetesmanagement weniger Aufwand treiben. Dann erhalten Sie einen niedrigeren GdB und damit keinen Ausweis. Allerdings haben Sie auch schon ab einem GdB 30 die Möglichkeit auf einen "Nachteilsausgleich" - und damit Vorteile am Arbeitsplatz. Im Falle einer Kündigung müssen dann erst die zuständige Integrationsbehörde oder das Versorgungsamt zustimmen, damit diese wirksam werden kann.

Der Weg zum Ausweis

Wer den Behindertenausweis beantragen will, muss seinen Therapieaufwand dokumentieren, etwa durch ein Blutzuckertagebuch. Wie lange diese Dokumentation nötig ist, erfahren Sie beim zuständigen Versorgungsamt. Dort reichen Sie auch Ihren Antrag ein. Hier die Schritte im Einzelnen:

• Antrag: Beantragen Sie den Schwerbehindertenausweis beim zuständigen Versorgungsamt. Nennen Sie im Antrag Ihre Krankheiten, Therapien und die Adressen der behandelnden Ärzte

• Prüfung durch das Amt: Das Versorgungsamt holt Ihre Dokumentation und Auskünfte (zum Beispiel Befundberichte) von den behandelnden Ärzten ein. Danach erteilt es einen Bescheid über den Grad der Behinderung (GdB)

• Anerkennung: Ab einem GdB von 50 gilt man als schwerbehindert. Nach Vorlage des Bescheids und Abgabe eines Passfotos erhält man von der zuständigen Behörde den Ausweis

• Ablehnung: Wenn Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden sind, können Sie innerhalb eines Monats nach Zustellung Widerspruch beim Versorgungsamt einlegen. Lehnt das Amt den Widerspruch ab, können Sie vor dem Sozialgericht dagegen klagen

Vor- und Nachteile des Schwerbehindertenausweises

Der Behindertenausweis hat auch schon bei einem GdB von 25 Vorteile, etwa im Arbeitsleben oder bei der Steuer. Hier die Vorteile im Überblick:

Vorteile:

• Besonderer Kündigungsschutz

• Anspruch auf Zusatzurlaub (fünf Arbeitstage im Jahr)

• Freistellung von Mehrarbeit (auf Antrag)

• Steuerfreibetrag bei der Einkommensteuer (auch für Eltern, die ein Kind mit Diabetes haben)

• Vorgezogene Altersrente ab dem vollendeten 63. Lebensjahr (unter bestimmten Bedingungen und mit Abschlägen auf die Rente)

• Ermäßigungen auf Eintrittspreise, Fahrkarten, etc.

Möglicher Nachteil:

Probleme bei der Stellensuche: Die Schwerbehinderung kann Arbeitgeber abschrecken.

Geschafft!

Herzlichen Glückwunsch. Sie sind am Ende der Gesundheitsakademie Diabetes angelangt. In der Schule wäre das jetzt Ihr letzter Schultag. Eigentlich ein Grund zu feiern, wenn da nicht noch eine kleine Aufgabe auf Sie warten würde: der Abschlusstest. Mit Ihrem Wissen sollte es aber kein Problem sein, die paar Fragen zu beantworten, die wir für Sie vorbereitet haben. Deswegen sagen wir an dieser Stelle ein letztes Mal: Mit einem Klick unten rechts geht es weiter ... zum Abschlusstest.

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aktualisiert am 14.04.2015, erstellt am 25.10.2013
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