Das Diabetische Fußsyndrom

Diabetischer Fuß

Unter dem diabetischen Fußsyndrom versteht man Veränderungen am Fuß, ausgelöst durch Schäden der Nerven und/oder Schäden an den Blutgefäßen durch Diabetes, die unbehandelt zu Wunden führen können, bis hin zu offenen, tiefgehenden Geschwüren.

NCHOOKRund 250.000 Diabetiker, so schätzt man, leiden unter offenen Stellen am Fuß. Nicht rechtzeitig und konsequent behandelt, können diese die Amputation von Zehen, Teilen des betroffenen Fußes oder auch des ganzen Fußes unumgänglich machen.

 



Wie ernst das Thema für Diabetiker ist, zeigt folgende Zahl. Schätzen Sie mal: Wieviel Amputationen gehen jährlich auf das Konto des diabetischen Fußsyndroms?

2500

Falsch, zu wenig.

Um die 12.000

Nein.

Mehr als 30.000

Richtig!

Das sind etwa 70 Prozent aller Amputationen in Deutschland, die nicht in Zusammenhang mit einem Unfall stehen. In 50 bis 60 Prozent aller Fälle ist eine diabetische Neuropathie die Hauptursache für die Entstehung des diabetischen Fußsyndroms.

Durch Schädigungen der sensorischen Nerven bemerken Betroffene kleine Verletzungen, Infektionen oder Druckstellen an den Füßen nicht. So können Krankheitserreger in eine Fußwunde eindringen und sich ungehindert ausbreiten, Infektionen fortschreiten oder aus Druckstellen sich Wunden und Geschwüre entwickeln. Manchmal fressen die sich bis zu den Knochen durch.

Doch das ist noch nicht alles. Bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten ist auch die Schweißproduktion gestört. Die Haut wird spröde und rissig. Dadurch steigt die Verletzungsgefahr, Krankheitserreger wie etwa Hautpilze haben leichtes Spiel.

Sind die motorischen Nerven beeinträchtigt - also Nerven, die mit Muskeln verbunden sind - kann dies die Bewegungsabläufe beim Gehen stören. Betroffene rollen den Fuß nicht richtig ab; Fehlbelastungen und Fehlstellungen sind die Folge. Es bilden sich Hornhautplatten, die auf darunterliegende kleine Blutgefäße drücken und diese zum Platzen bringen. So entstehen Blutergüsse, die wiederum zu offenen Wunden werden können, wenn die Haut darüber einreißt.

Auch eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) kann der Auslöser eines diabetischen Fußes sein. Die mangelnde Durchblutung der Beine führt zu einer schlechteren Wundheilung. Kleine Verletzungen - insbesondere an Zehen oder Ferse - heilen nicht und infizieren sich leicht. Am Ende kann eine Nekrose oder eine Gangrän stehen – so bezeichnet man das Absterben von Gewebe. Dann ist eine Amputation nicht mehr zu verhindern.

Symptome

Auslöser des diabetischen Fußsyndroms kann eine diabetische Neuropathie, eine PAVK oder eine Kombination beider Erkrankungen sein. Für Sie heißt das: Wenn Sie Anzeichen dieser beiden Erkrankungen an sich feststellen, wie beispielsweise ...

• ein Nachlassen des Schmerz-, Berührungs- und Temperaturempfindens

• eine herabgesetzte Schweißproduktion und zunehmend trockene Haut an Waden und Füßen

• Taubheitsgefühl, Kribbeln oder stechende Schmerzen in den Füßen, vor allem beim Ruhen

• Schmerzen in Beinen und Füßen beim Gehen, die im Stehen nachlassen

• kalte Füße und veränderte Zehennägel

… dann sollten Sie diese Symptome umgehend vom Arzt abklären lassen.

Wird eine diabetische Neuropathie oder/und eine PAVK festgestellt, gilt es alles daranzusetzen, um Verletzungen, (Pilz-)Infektionen oder Druckstellen an den Füßen vorzubeugen.

Therapie

Die Therapie des diabetischen Fußsyndroms erfordert die Zusammenarbeit mehrerer Spezialisten - angefangen vom Diabetologen über den Gefäßspezialisten, Chirurgen, Podologen, Pflegepersonal bis hin zum Orthopädie-Schuhmacher und -Techniker. Gleich mehrere Therapieansätze sind notwendig, um die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Idealerweise beginnt diese Therapie möglichst frühzeitig, um die schlimmste Folge eines unzureichend behandelten Fußes zu verhindern: die Amputation eines Fußteils oder des ganzen Fußes.

Prävention

Ein diabetisches Fußsyndrom ist kein unausweichliches Schicksal. Auch wenn bereits Nerven- und/oder Gefäßschädigungen vorliegen, lässt sich das Risiko reduzieren. Erster Ansatz ist immer, ein Fortschreiten der Grunderkrankungen zu verhindern. Sie wissen schon … der Blutzuckerspiegel.

Daneben sollten Sie die Fußpflege in Ihren Alltag integrieren. In der folgenden Lektion "Fußpflege" zeigt Ihnen ein Video, wie so eine Fußpflege aussieht. Jeden Tag Fußpflege? Nicht erschrecken, nutzen Sie diese zehn Minuten am Tag als Moment der Entspannung und Besinnung.

Folgende weitere Vorsichtsmaßnahmen helfen, Verletzungen oder Infektionen zu vermeiden:

  • Bei bereits bestehenden Nerven- oder/und Gefäßschädigungen verzichten Sie besser auf das Barfußlaufen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, die Schuhe vor dem Anziehen auf Fremdkörper zu überprüfen.

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  • Thema Schuhe: Hat Ihr Arzt bei Ihnen bereits eine Neuropathie oder ein PAVK diagnostiziert, sollten Sie möglichst bequeme, optimal passenden Schuhe aus weichem Leder mit glattem Innenfutter ohne drückende Nähte anziehen. Zusätzliche Weichpolstereinlagen reduzieren den Druck auf den Fuß.

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  • Bei ausgeprägteren Nerven- und/oder Gefäßschädigungen empfehlen sich sogenannte Diabetes-Schutzschuhe. Bei entsprechender Diagnose durch den Arzt übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung einen Teil der Kosten. Bei zusätzlichen Fußverformungen bieten orthopädische Maßschuhe ausreichend Schutz vor Druckstellen.

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  • Zum Schutz vor Fußpilz sollte man im Schwimmbad oder im Hotelzimmer immer Badeschuhe anziehen. Socken müssen täglich gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden. Günstig sind Socken mit hohem Baumwollanteil, da sich hier Fußpilzerreger nicht so gut vermehren wie bei hohem Synthetikanteil.

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  • Ganz wichtig: regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt - nicht nur die Füße selbst, sondern auch den Gefäßstatus und den Zustand der Nerven. Die Untersuchungsintervalle richten sich dabei nach Stadium der Erkrankung. Ihre Füße sollten Typ-2-Diabetiker, bei denen die sensorischen Nerven nicht geschädigt sind, einmal jährlich untersuchen lassen. Liegt eine sensorische Neuropathie vor, ist eine halbjährliche Kontrolluntersuchung ratsam. Kommt noch eine PAVK und/oder eine Fußdeformität hinzu oder bestand bereits ein Fußgeschwür, stehen Kontrolluntersuchung alle drei Monate auf dem Programm.

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Sehr gut, die Hälfte der Folgeerkrankungen haben Sie durchgearbeitet. Als kleine Abwechslung gibt es in der nächsten Lektion ein kurzes Video, in dem Sie erfahren, wie Sie Ihre Füße am besten pflegen, so der Entwicklung des diabetischen Fußes vorbeugen und gleichzeitig einen Moment der Entspannung in Ihrem Alltag einbauen.

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Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2
Zahl 250000
Schriftgroesse Zahl 55
Subtext Diabetiker
Text rechts in Deutschland leiden schätzungsweise unter offenen Stellen am Fuß
Schriftgroesse Text 20
Wartezeit in Millisekunden 1000
Variante (delay oder ishow) delay
Text Achten Sie auf kleine Verletzungen, Infektionen oder Druckstellen an den Füßen
Geschwindigkeit (empfohlen: 50) 50
Fehlerindex (empfohlen: 0.02) 0.02
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Time Delay 1000
Variante (delay/ishow) ishow

aktualisiert am 19.07.2013, erstellt am 24.10.2013
Bildnachweis: Glow Images/Robert Kneschke, W&B / Röper

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