Die Gefahr von Zahnfleischentzündung und Parodontitis bei Diabetes

Mehr als 800 Bakterienarten leben bei jedem Menschen im Mund. Manche davon schützen uns, andere können krank machen. Häufigste Folgen dieser Bakterienbesiedlung sind Zahnfleischentzündungen und Parodontitis - letzteres ist die Hauptursache für Zahnverlust. Doch nicht nur im Mund kommt es dann zu Entzündungen. Forscher vermuten, dass Parodontitis auch das Risiko für bestimmte Leiden wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder rheumatoider Arthritis erhöhen kann.

Wir bleiben im Mund und schauen uns den erst mal an - mit einem kleinem Lernspiel. Sie sollen mal wieder die Bilder an die richtige Stelle schieben und somit einen Überblick über das Gebiss bekommen.

Bild-URL /cmsmultimedia/279/252/126/111847219217.jpg Bildgröße X 600 Bildgröße Y 396 Anzahl Felder X-Achse 3 Anzahl Felder Y-Achse 3 Ausgabetext Glückwunsch! Sie haben das Bilderrätsel entziffert

Anleitung: Um die Reihenfolge der Bilder zu ändern, verschieben Sie diese mit gedrückter linken Maustaste an die gewünschte Position (mit einem Tablet-PC verschieben Sie die Bilder mit dem Finger). Wenn Sie die richtige Reihenfolge hinbekommen haben, erhalten Sie eine Meldung.

Die Erreger aus dem Mundraum beeinflussen den Diabetes unter anderem über das Insulin. Parodontale Entzündungsstoffe können die Aufnahmefähigkeit der Körperzellen für Zucker senken. Selbst wenn Insulin im Körper vorhanden ist, entfaltet es mitunter seine Wirkung nicht. Das bedeutet, dass eine Parodontitis die Entstehung beziehungsweise Verschlechterung eines Diabetes fördert. Nehmen Sie Auffälligkeiten an Ihrem Zahnfleisch also ernst.

Auch die Zuckerkrankheit selbst wirkt sich auf die Zahnbetterkrankung aus: Sie begünstigt die Entwicklung der Parodontitis und beschleunigt ihr Fortschreiten. Schlecht eingestellte Diabetiker haben ein dreifach erhöhtes Risiko für Parodontitis.

Die gute Nachricht: Ist die Parodontitis beseitigt, kann das zu einer verbesserten Blutzuckereinstellung führen. Sie tun also gut daran, Zähne und Mundraum gründlich zu pflegen und zweimal jährlich den Zahnarzt zur Kontrolle aufzusuchen.

Im Folgenden lernen Sie alles Wichtige zum Thema Zahnerkrankungen, Pflege und Vorsorge:

  • Die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entsteht fast immer durch Bakterien aus der Mundhöhle. Die Keime können sich vor allem dann ausbreiten und dem Zahnfleisch zusetzen, wenn es an der richtigen Mundhygiene hapert. Die Gingivitis tut nur selten weh. Symptome wie gelegentliches Zahnfleischbluten beim Zähneputzen werden oft nicht ernst genommen. Ein Fehler, denn eine unbehandelte Zahnfleischentzündung kann in einer richtigen Parodontitis enden. Gesundes Zahnfleisch blutet nicht. Es ist blass-rosa. Verschwindet die Zahnfleischentzündung ergo Zahnfleischbluten nicht spätestens innerhalb einer Woche, sollten Sie zum Zahnarzt gehen.

    1/5

  • Eine Parodontitis wird umgangssprachlich fälschlicherweise auch als Parodontose bezeichnet. Bei dieser Entzündung des Zahnhalteapparats rötet sich das Zahnfleisch, schwillt an und blutet immer mal wieder. Zugleich kommt es zu einem Rückgang des Zahnfleischs. Die Zähne erscheinen dadurch länger, Zahnhälse liegen frei. Betroffene klagen über Schmerzempfindlichkeit bei Wärme und Kälte. Wenn der Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch - der so genannte Sulcus - tiefer als zwei oder drei Millimeter ist, wird es kritisch. Mit der Zeit bilden sich daraus immer tiefere Zahntaschen, in denen sich Bakterien tummeln. Sie geben aggressive Stoffwechselprodukte, Säure und Toxine (Giftstoffe) ab, die schließlich auch ins Zahnfleisch und darüber in den ganzen Körper gelangen. Deshalb ist es so wichtig, dass der Zahnarzt die Bakterien rechtzeitig aus den Zahnfleischtaschen entfernt.

    2/5

  • Mit sorgfältiger Zahnpflege vorbeugen

    Nach der Behandlung von Parodontitis sowie zur Vorbeugung dieser Entzündung müssen Sie Zähne und Zahnfleisch immer gründlich reinigen: Mindestens zweimal täglich jeweils zwei Minuten lang mit einer fluoridangereicherten Zahnpasta die Zähne putzen - idealerweise 30 Minuten nach einer Mahlzeit, um den Zahnschmelz nicht anzugreifen. Vergessen Sie bei der Mundpflege nicht Ihre Zahnzwischenräume. Für deren Reinigung gibt es Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten (Interdentalbürstchen). Was für Sie individuell am besten geeignet ist, sollten Sie mit dem Zahnarzt besprechen. Er gibt auch Tipps zur korrekten Zahnputztechnik, die sich unterscheidet, je nachdem ob Sie eine elektrische oder Handzahnbürste verwenden.

    Egal welche Zahnputzhilfe Sie bevorzugen: Die Borsten sollten abgerundet und mittelhart bis weich sein, um das empfindliche Zahnfleisch zu schonen. Und spätestens, wenn die Borsten beginnen sich umzubiegen - sowie nach jedem grippalen Infekt - ist eine neue Zahnbürste fällig. Achten Sie auch darauf, dass Sie nicht mit zu viel Druck oder nur waagerecht putzen - schon das kann einen Zahnfleischrückgang an einzelnen Zähnen verursachen und die Zahnhälse freilegen.

    Zungenschaber und medizinische Mundspüllösungen helfen, das Bakterienwachstum eindämmen. Unterwegs können Sie auf zuckerfreie Zahnpflegekaugummis oder -bonbons zurückgreifen. Das Kauen oder Lutschen regt den Speichelfluss an, was zahnschädigende Säuren neutralisiert, die von Kariesbakterien gebildet werden.

    3/5

  • Alle halbe Jahr zum Zahnarzt

    Auch wenn Sie Ihre Mundpflege noch so gründlich betreiben: Von Besuchen beim Zahnarzt befreit Sie das nicht. Gehen Sie alle halbe Jahr zur Vorsorgeuntersuchung und unterziehen Sie Ihr Gebiss bei Bedarf einer professionelle Zahnreinigung. Gesetzliche Krankenkassen erstatten diese Behandlung allerdings nicht.

    4/5

  • Auch "die Dritten" wollen gepflegt werden

    Zahnersatz braucht genauso wie die echten Zähne gründliche Pflege. Sonst bilden sich auch dort Beläge aus Essensresten und Bakterien, die zu Zahnfleischentzündung und Parodontitis führen können. Herausnehmbare Prothesen reinigen Sie am besten mit einer speziellen Prothesenbürste. Die hat mehr harte Borsten und gelangt durch ihre spezielle Form auch an schwierig zu reinigenden Stellen. Als Putzmittel genügt dem künstlichen Gebiss flüssige Handseife. Wer sich dadurch frischer und sicherer fühlt, kann "die Dritten" anschließend auch in Wasser mit einer speziellen Reinigungstablette legen. Die Pflege mit einer Prothesenbürste ersetzt dieses Wasserbad nicht.

    Da eine Prothese bei jeder Kaubewegung einen gewissen Druck auf das Zahnfleisch ausübt, wird dieses mitunter empfindlicher und entzündet sich. Massieren Sie das Zahnfleisch einmal täglich mit einer weichen, angefeuchteten Zahnbürste. Das beseitigt nicht nur Speisereste und Keime, sondern regt auch die Durchblutung an.

    5/5

Zwei Lektionen stehen noch aus - und die haben mal nichts mit Ihrem Körper direkt zu tun. Es geht um das Autofahren und um Behindertenausweise. Auf geht's zum Endspurt.

98

Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2
Text Diabetes begünstigt die Entwicklung der Parodontitis und beschleunigt ihr Fortschreiten
Geschwindigkeit (empfohlen: 50) 50
Fehlerindex (empfohlen: 0.02) 0.02
Image URL /cmsmultimedia/137/298/295/100896595985.jpg
Time Delay 1000
Variante (delay/ishow) ishow

aktualisiert am 23.07.2013, erstellt am 25.10.2013
Bildnachweis: W&B / Röper

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen