Die Harnzucker-Untersuchung

Urinprobe

Auch eine Harn-Untersuchung kann Hinweise auf die Höhe des Blutzuckerspiegels liefern. Allerdings hat die Messung der Zuckerkonzentration im Urin eine eingeschränkte Aussagekraft und kann nur als grobe Orientierungshilfe dienen.

So erlaubt diese Testmethode keine exakte Aussage über den aktuellen Blutzuckerwert. Gemessen wird der Zuckeranteil im Urin, der sich dort über mehrere Stunden gesammelt hat. Da mit zunehmendem Alter der Nierenschwellenwert ansteigt, zeigt der Harntest bei älteren Menschen unter Umständen erst bei sehr hohem Blutzuckerspiegel eine positive Reaktion. Zur Überwachung des Therapieverlaufs und der Einstellung des Blutzuckerspiegels ist diese Messmethode daher wenig geeignet. Da sie auch keinen Aufschluss über eine mögliche Unterzuckerung liefert, kommt sie insbesondere für insulinpflichtige Diabetiker, bei denen die Gefahr einer Unterzuckerung droht, nicht infrage.

Wozu also die Untersuchung? Sie kann als orientierendes Ausweichverfahren für Typ-2-Diabetiker herangezogen werden, die ihren Blutzuckerspiegel allein durch Diät gut im Griff haben und Blutzuckertests ablehnen.

Wie beziehungsweise wann kommt Zucker in den Urin?

Bei gesunden Menschen mit Blutzuckerwerten im Normbereich ist kein Zucker im Urin nachweisbar. Erst ab einer gewissen, zu hohen Blutzuckerkonzentration wird überschüssiger Zucker über die Nieren ausgeschieden und kann im Harn nachgewiesen werden. Dies ist ab einem Blutzuckerwert von 160 bis 180 mg/dl (8,9 bis 10 mmol/l) der Fall. Bei älteren Personen kann dieser "Nierenschwellenwert" mit bis zu 200 mg/dl (11,1 mmol/l) deutlich höher liegen, bei Schwangeren ist er niedriger.

Text Der Urin muss aus dem sogenannten Mittelstrahl gewonnen werden
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Übrigens: Das Ausscheiden von Zucker über die Nieren bei hohem Blutzuckerspiegel erklärt auch den vermehrten Durst als Diabetes-Symptom, da der Körper für dieses Ausschwemmen des Zuckers zusätzlich Flüssigkeit benötigt. Die kann natürlich nur durch Trinken in den Körper gelangen, deswegen der Durst.

So wird der Harnzucker-Selbsttest gemacht

Zum Harnzucker-Selbsttest werden Harnzucker-Teststreifen benötigt, die kurz in frisch aufgefangenen Urin getaucht werden. Nach 1 bis 2 Minuten lässt sich anhand eines Farbschemas auf dem Teststreifen erkennen, ob und wie stark verzuckert der Urin ist.

Wichtig dabei ist, dass der Urin aus dem sogenannten Mittelstrahl gewonnen wird. Das bedeutet, dass der erste Urinstrahl zu Beginn des Wasserlassens nicht verwendet wird, sondern erst bei weiter laufendem Harnstrahl eine ausreichende Menge - etwa 20 Milliliter - aufgefangen wird. Hintergrund ist, dass Keime - die sich am Harnröhrenausgang befinden können - mit dem ersten Urinstrahl weggespült werden und der darauf folgende mittlere Urinstrahl deshalb weniger mit Keimen verunreinigt ist, die das Messergebnis verfälschen könnten. Der Urin gegen Ende des Wasserlassens sollte ebenfalls nicht zur Messung herangezogen werden. Auch darf das Wasserlassen nicht zum Auffangen des Urins unterbrochen werden.

Bester Zeitpunkt für die Gewinnung der Urinprobe ist ein bis zwei Stunden nach dem Frühstück, da dann der Blutzuckerspiegel am höchsten ist.

Hervorragend, Sie haben einen weiteren Themenblock absolviert. Den nun obligatorischen Test meistern Sie mit links. Anschließend beschäftigen wir uns mit Medikamenten, mit denen es jeder Diabetespatient früher oder später zu tun bekommt - meistens ja sofort nach der Diagnose.

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Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2

aktualisiert am 19.09.2014, erstellt am 24.10.2013
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