Die Rolle von Insulin bei Diabetes

Insulin haben Sie ja schon kennengelernt, in der Lektion "Was läuft falsch in meinem Körper?". Sie wissen mittlerweile, dass Insulin dafür zuständig ist, den Transport von Glukose aus dem Blut in die Zellen zu vermitteln - ein sehr wichtiger Vorgang im Stoffwechsel des Menschen. Ohne Insulin können wir nicht leben.

Die folgende animierte Abbildung erklärt Ihnen etwas detaillierter, wie die Glukose aus der Nahrung in den Körper gelangt und welche Aufgaben Insulin dabei hat. Die Abbildung ist interaktiv: Drücken Sie auf "Animation abspielen", um diese zu starten. Nach dem Start können Sie mit "Zurück" oder "Vorwärts" zu den einzelnen Sequenzen springen. Mit "Stop" können Sie die Animation jederzeit anhalten, mit "Abspielen" dann weiterlaufen lassen. Mit "Neustart" starten Sie die Animation von Beginn an.

Über die Nahrung nehmen wir Kohlenhydrate auf, die zum Beispiel im Brot oder Nudeln steckt. In der Abbildung sind die Kohlenhydrate die kleinen, blauen Kugeln

Während der Verdauung durchläuft die Nahrung den Weg über den Mund und den Magen hin zum Dünndarm

Im Dünndarm werden die Kohlenhydrate aufgespalten, unter anderem in Glukose (Traubenzucker). Durch die Darmwand gelangen die Kohlenhydrate in das Blut

Insulin aus der Bauchspeicheldrüse dient im Blut als Türöffner (in der Abbildung die kleinen Schlüssel) und schleust die Glukose in die Körperzellen

Glukose, die der Körper nicht sofort benötigt, wird in Muskeln, Leber und Fettgewebe gespeichert. Bei Bedarf - zum Beispiel wenn der Körper beim Sport Energie braucht – wird die Glukose wieder abgerufen

Kohlen-
hydrate

Glukose

Insulin


 

 


Die folgende Zeitleiste schildert Ihnen die Geschichte des Insulins, die in den 1920er-Jahren ihren Lauf nahm. Es begann mit Hunden ...

Anzahl Boxen 4
Breite einer Box 400
Höhe einer Box 180
Bild 1 none Überschrift 1 none Text 1 Die Zuckerkrankheit war noch bis in die 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts insbesondere bei Typ-1-Diabetes ein Todesurteil für die Betroffenen. Im Unterschied zu Typ-2-Diabetes kann der Körper eines Typ-1-Diabetikers gar kein Insulin mehr bilden. Ohne Insulin aber gelangt kein Zucker in die Zellen. Stattdessen steigt die Menge an Zucker im Blut. So starben Typ-1-Diabetiker in den Zeiten, bevor es eine Insulinbehandlung gab, meist an den Folgen zu hoher Blutzuckerwerte. Das konnten auch die Diäten, mit denen man die Krankheit zu therapieren versuchte, nicht verhindern. Igel auf Leiste 1 bis 1920
Bild 2 none Überschrift 2 none Text 2 Rettung brachten die kanadischen Forscher Frederick Banting und Charles Best, denen es 1921 gelang, Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Hunden zu gewinnen. 1922 wurde der erste Mensch mit Insulin behandelt – Diabetes war auf einmal kein Todesurteil mehr. Bald wurde das für die Therapie benötigte Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen extrahiert. Bis in die 1980er-Jahre hinein waren Schlachttiere Lieferanten für therapeutisches Insulin. Igel auf Leiste 2 ab 1921
Bild 3 none Überschrift 3 none Text 3 1982 gelang es erstmals, Insulin in biotechnologischen Verfahren aus Bakterien herzustellen, das in seinem Aufbau menschlichem Insulin entspricht. Es wird als Humaninsulin oder Normalinsulin bezeichnet. Igel auf Leiste 2 1982
Bild 4 none Überschrift 4 none Text 4 1996 kamen sogenannte Insulinanaloga auf den Markt, die ebenfalls biotechnologisch hergestellt werden, aber gegenüber dem Humaninsulin leicht verändert sind und dadurch schneller oder länger wirken. Lang wirksame Insulinanaloga gibt es seit 2000. Tierische Insuline wurden in Deutschland inzwischen vom Markt genommen. Igel auf Leiste 3 1996


 

 

Bei der Diagnose vom Diabetes-Typ-II wird üblicherweise nicht sofort mit einer Insulinbehandlung begonnen. Denn Insulin ist ja noch in ausreichender Menge im Blut vorhanden. Nur entfaltet das Insulin keine Wirkung mehr auf die Zellen.

Aber irgendwann - im Durchschnitt sieben Jahre nach der Erstdiagnose - wird dann doch eine Therapie mit Insulin nötig, weil die  insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse erschöpft sind und nicht mehr genügend Insulin herstellen. "Jetzt bin ich schwer zuckerkrank", mag so mancher denken, wenn der Arzt ihm eröffnet, er müsse nun mit der Insulintherapie beginnen. Das ist so nicht richtig. Denn die Schwere der Erkrankung hängt davon ab, ob beziehungsweise welche Folgeschäden der Diabetes bereits verursacht hat. Und gerade solche gilt es zu verhindern durch eine optimale Einstellung des Blutzuckers.

Rund 1,9 Millionen Menschen werden in Deutschland mit Insulin behandelt. 400.000 davon sind Typ-1-Diabetiker. Die Mehrzahl aber - 1,5 Millionen - sind an Typ-2-Diabetes erkrankt. Wenn also künftig auch Sie zum Insulin-Pen greifen müssen, dann nicht deshalb, weil Sie etwas falsch gemacht haben, sondern um nicht schwer krank zu werden. Welche Arten von Insulin zur Verfügung stehen, welche Therapieformen es gibt und welche für wen infrage kommt, was beim Insulin spritzen zu beachten ist - auf all diese Fragen werden Sie hier in der Gesundheitsakademie noch Antworten bekommen.

Die letzte Grundwissen-Lektion steht bevor: Was ab jetzt bei Ihnen immer wieder kontrolliert wird, erklärt Ihnen Diabetesberaterin Elisabeth Schnellbächer.

Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2
8%

aktualisiert am 07.09.2015, erstellt am 21.10.2013
Bildnachweis: W&B / Röper

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen