Die Therapie von Diabetes mit Medikamenten

Frau nimmt Tablette ein

Gesund leben ist das oberste Gebot für Menschen, die die Diagnose Diabetes-Typ-2 erhalten haben. Sich gesund ernähren, sich ausreichend bewegen, die Bedeutung dieser Maßnahmen haben Sie mittlerweile kennengelernt hier in der Gesundheitsakademie. Dennoch: Das reicht meist nicht aus, um den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten. Fast jeder Typ-2-Diabetiker braucht medikamentöse Unterstützung.

Aber nicht jeder kommt damit klar. Viele haben eine äußerst ambivalente Beziehung zu Pillen, Dragees, Säften & Co.

Welcher Medikamenten-Typ sind Sie?

Ich meide Medikamente, so gut ich kann. Wenn ich sie doch nehme, setze ich ein Präparat auch schon mal eigenhändig ab, wenn es mir wieder besser geht.

Eine vom Arzt verordnete Therapie sollten Sie nie eigenhändig beenden. Das kann böse Folgen haben. Als Diabetiker Medikamente ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen kann Ihr Risiko für Folgeerkrankungen deutlich erhöhen.

Wenn ein Arzt mir Medikamente verschreibt, nehme ich die auch gewissenhaft. Ansonsten verzichte ich auf Medikamente, suche mir alternative Verfahren.

Das sollten Sie auch weiterhin so handhaben. Informieren Sie aber besser Ihren Arzt über alternative Verfahren, die Sie anwenden, um unerwünschte Wechselwirkungen auszuschließen.

Ich folge jeder vom Arzt verschriebenen Therapie und behandle mich auch in Eigenregie mit frei verkäuflichen Medikamenten.

Therapien in Eigenregie sind so eine Sache. Alle Zusammenhänge von Krankheiten und Therapien zu verstehen ist für Sie als nicht Mediziner eine schwierige Angelegenheit. Informieren Sie immer Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie nehmen.

Ich nehme grundsätzlich keine Medikamente.

Von dieser Einstellung sollten Sie sich als Diabetiker verabschieden. Es hilft nichts: Sie werden früher oder später auf Medikamente angewiesen sein. Bei einer völligen Verweigerung wird sich Ihr Gesundheitszustand mit hoher Wahrscheinlichkeit verschlechtern.

Medikamente sind keineswegs ein Hinweis auf Verhaltensfehler oder gar eine Strafe, vielmehr eine Notwendigkeit, mit der jeder Typ-2-Diabetiker sich früher oder später auseinandersetzen muss. Das liegt daran, dass die Leistung der Bauchspeicheldrüse auch bei guter Zuckereinstellung mit zunehmendem Lebensalter nachlässt - selbst bei Nicht-Diabetikern.

Welche Arten der medikamentösen Therapie es gibt, welche Wirkstoffe für wen infrage kommen und was bei der medikamentösen Diabetestherapie zu beachten ist, das werden Sie in den kommenden Lektionen lernen.

Wann wird eine medikamentöse Therapie nötig?

Wenn der Blutzuckerlangzeitwert HbA1c auf über 6,5 Prozent ansteigt, sollte die Therapie medikamentös unterstützt werden. Ihr Arzt wird Ihnen in der Regel zunächst eine orale Therapie mit blutzuckersenkenden Tabletten verschreiben.

Da die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse im Laufe des Lebens weiter nachlässt, müssen die meisten Typ-2-Diabetiker nach mehrjähriger Erkrankung zusätzlich auch mit Insulin behandelt werden.

Zuweilen empfehlen Mediziner aber auch schon früher Insulin. Gerade bei hohen Blutzucker-Eingangswerten zeichnet sich in der Therapie des Typ-2-Diabetes ein Paradigmenwechsel ab: Galt eine Umstellung der Ernährung und des persönlichen Verhaltens lange Zeit immer als erster Therapieansatz nach der Diagnose, so geht die Expertenmeinung inzwischen dahin, hohe Blutzuckerwerte auch mithilfe von Medikamenten schnellstmöglich abzusenken, um Folgeerkrankungen vorzubeugen. Ob in Einzelfällen auch der frühzeitige Beginn einer Insulintherapie sinnvoll ist, darüber streiten sich Mediziner.

In den zwei nun folgenden Lektionen erfahren Sie zunächst, wann Diabetespatienten welche Wirkstoffe nehmen sollten und was zu tun ist, falls Sie mal eine Tablette vergessen haben.

Dann gehen wir ausführlich auf alle in Deutschland zur Diabetes-Behandlung zugelassenen Wirkstoffe ein. Zugegeben, das ist zum Teil schwere Kost. Deswegen empfehlen wir: nicht alles durchlesen. Konzentrieren Sie sich auf die Wirkstoffe, die Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat. Sollte der Ihnen mal ein neues Medikament verschreiben, können Sie hier alles Wissenswerte nachlesen.

Los geht's ...

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Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2

aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 24.10.2013
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