Eine kleine Ernährungskunde für Diabetiker

Obst zum Frühstück

Wissen Sie eigentlich, was Sie essen? Sicher, von Eiweißen, Fett und Zucker hat jeder schon einmal gehört. Aber was ist das genau? Und wo ist was drin? In unser kleinen Nahrungskunde erfahren Sie das Wichtigste zum Thema. Ein Ernährungsexperte werden Sie nach diesem Kurs nicht sein, aber alles erfahren, was Sie für den Umgang mit Ihrem Diabetes wissen müssen.

Zunächst einmal ein paar grundsätzliche Dinge, die vielleicht banal klingen, aber dennoch wichtig sind zu verstehen.

Menschen essen, um dem Körper Energie zuzuführen, die er zum Leben braucht. Die Energie steckt in den Nahrungsmitteln. Je nach Zusammensetzung kann ein Nahrungsmittel ganz viel oder wenig Energie enthalten. Ist vom Energiegehalt die Rede, spricht man üblicherweise von Kalorien.

Wie kommt es nun, dass die einen Nahrungsmittel so kalorienreich sind (zum Beispiel Schokolade), andere wiederum kalorienarm (zum Beispiel Salat)?

Text Fett ist sehr energiereich, in Kohlenhydraten und Proteinen steckt weniger Energie
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Das liegt an der Zusammensetzung der Nahrung. Nahrungsmittel - egal ob Fleisch, Brot, Früchte oder Schokolade - enthalten (neben Wasser) vor allem drei Bestandteile: Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette. Deswegen tauchen diese Begriffe immer auf, wenn es um Ernährung geht.

Diese Bestandteile enthalten unterschiedlich viele Kalorien. Fett ist sehr energiereich, pro Gramm sind es 9,4 Kilokalorien. In Kohlenhydraten und Proteinen steckt weniger Energie, 4,1 Kilokalorien pro Gramm. Je nach Menge der Bestandteile kann ein Nahrungsmittel also kalorienreich oder kalorienarm sein.

Schokolade zum Beispiel enthält viel Fett, eine Tafel (100 Gramm) bringt es deswegen auf gut 500 Kilokalorien. In 100 Gramm Schweineschnitzel (ohne Panade) stecken nur etwa 100 Kilokalorien, das Fleisch besteht vor allem aus Proteinen. 100 Gramm rote Paprika kommen auf gerade einmal 33 Kilokalorien, an festen Bestandteilen sind da viele Kohlenhydrate drin (vor allem aber Wasser).

Jetzt sind Sie dran, mit einem kleinem Spiel. Aber beeilen Sie sich mit den Antworten, Sie haben nur jeweils 10 Sekunden Zeit dafür.

Titel Wie viele Kalorien enthalten jeweils 100 Gramm der folgenden Nahrungsmittel?

Countdown ja
Sekunden 10
Bild-1 /cmsmultimedia/77/69/137/32330391569.jpg 300 200
Frage-1 Baguette
Antwort-1a 92 Nein, zu wenig. falsch
Antwort-1b 248 Das ist richtig. Ein Baguette besteht, wie die meisten Brotsorten, vor allem aus Kohlenhydraten. In einem Baguette stecken 51 Gramm Kohlenhydrate, 1,4 Gramm Fett und 7,8 Gramm Proteine. richtig
Bild-2 /cmsmultimedia/77/156/27/79925026833.jpg 200 200
Frage-2 Stracciatella-Eis
Antwort-2a 151 Nein, zu wenig. falsch
Antwort-2b 247 Richtig. Viel Zucker und einiges an Fett machen Stracciatella zu einer der energiereichsten Eissorten überhaupt.
richtig
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Frage-3 Geröstete Erdnüsse
Antwort-3a 391 Nein, zu wenig falsch
Antwort-3b 585 Klein, aber oho, könnte man sagen. Erdnüsse bestehen zur Hälfte aus Fett. Kein Wunder also, dass sie soviel Energie enthalten. richtig

Bei der Nahrung geht es aber nicht nur um die Kalorien. Denn in Nahrungsmitteln stecken neben Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten auch noch andere Stoffe. Zwar in verschwindend geringen Mengen, dennoch sind diese Bestandteile lebensnotwendig für den Menschen. Sie alle kennen diese Stoffe - die Vitamine und Mineralien.

Vitamine sind wichtige Helfer bei vielen Stoffwechselvorgängen im Körper. Ein paar kann der Körper selbst herstellen, die meisten müssen wir jedoch über die Nahrung aufnehmen. Von den Vitaminen sollten Sie noch wissen, dass sie teilweise sehr empfindlich sind, zum Beispiel Hitze nicht gut vertragen. Das heißt: Wenn Sie ein Essen zu heiß kochen oder braten, lösen sich die darin enthaltenen Vitamine nach und nach auf. Deswegen bleibt Gemüse - das meist besonders reich an Vitaminen ist - wertvoller, wenn es nur gedünstet wird anstatt gekocht.

Auch Mineralien braucht unser Körper überall. Zum Beispiel ist Eisen notwendig, um Sauerstoff im Blut zu transportieren. Ohne Kalzium würden unsere Knochen weich wie Teig sein. Ohne Jod würde eine der wichtigsten Hormondrüsen im Körper - die Schilddrüse - nicht funktionieren. Mineralien müssen zu 100 Prozent über die Nahrung aufgenommen werden. Viele Mineralien finden sich zum Beispiel in Fleisch, Kartoffeln und Hülsenfrüchten.

Zum Schluss noch ein paar Worte über das Zusammenspiel all dieser Nahrungsbestandteile. Der menschliche Körper braucht sie alle, aber in unterschiedlichen Mengen. Das Verhältnis von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß beträgt in etwa 55 zu 30 zu 15. Das heißt, 100 Gramm von Ihrem Mittagessen sollten idealerweise zu etwa 50 Gramm aus Kohlenhydraten, 35 Gramm aus Fett und 15 Gramm aus Proteinen bestehen. Der Kalorienbedarf von einem erwachsenen Mann beträgt zwischen 2000 und 2500 Kilokalorien. Bei Frauen liegt dieser Wert etwas niedriger. Um den Bedarf an Vitaminen und Mineralien zu decken, sollten Lebensmittel, die viele dieser Vitalstoffe enthalten, regelmäßig (am besten täglich) auf dem Speiseplan stehen.

Als Einführung reicht obiges Wissen zunächst. In den folgenden Lektionen werden Sie noch Details kennenlernen - vor allem, wenn sie wichtig sind für Diabetes-Patienten. Es geht weiter mit einer guten Nachricht. Nämlich dass Sie als Diabetiker sich ganz normal ernähren können. Klick rechts unten, und Sie erfahren mehr dazu.

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Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2

aktualisiert am 19.09.2014, erstellt am 21.10.2013
Bildnachweis: Glow Images/Sam Edwards/OJO Images, W&B, W&B / Röper

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