Hautpflege ist bei Diabetes besonders wichtig

Frau cremt sich ein

Wie Sie Ihre Füße pflegen sollten, haben Sie ja bereits gelernt. Doch auch der Rest Ihrer Haut braucht viel Aufmerksamkeit. Denn Diabetes zieht Ihre wichtige Schutzhülle Haut - das größte Organ des Körpers - in Mitleidenschaft. Eine trockene, juckende Haut ist manchmal das erste Zeichen eines beginnenden Diabetes. Der Grund: Der Körper versucht, überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden. Das viele Wasser, das dadurch verloren geht, fehlt der Haut. Sind die Nerven infolge erhöhter Zuckerwerte geschädigt, arbeiten auch die Talg- und Schweißdrüsen nicht mehr richtig, die den schützenden Fett- und Feuchtigkeitsfilm der Haut aufrechterhalten. Geschädigte Blutgefäße drosseln zudem die Hautdurchblutung; ihr fehlen Nährstoffe.

All diese Faktoren setzen der Haut zu und lassen sie schneller altern. "Gerade nach einem langjährigen, schlecht eingestellten Diabetes ist die Haut deshalb trocken und empfindlich", weiß Cynthia Milz, Apothekerin in Kulmbach. Wird die Haut rau und rissig, haben Keime und Umweltschadstoffe leichtes Spiel in den Körper einzudringen und dort Entzündungen auszulösen.

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die einer solch angegriffene Haut helfen. Pharmazeutin Milz gibt einen Überblick:

  • Duschen ohne Seife

    Es klingt zwar paradox, aber Wasser - vor allem heißes - trocknet die Haut aus. Ein Vollbad sollten Sie höchstens einmal pro Woche bei maximal 35 Grad und für höchstens zehn Minuten nehmen. Besser ist zu duschen, am besten nur kurz und lauwarm. Verwenden Sie statt Seife milde, rückfettende Waschlotionen, Duschcremes oder Duschöle, die auf den pH-Wert der Haut abgestimmt sind. Übrigens reicht es, nur kritische Zonen wie Achseln oder den Intimbereich einzuschäumen, um sich wieder frisch zu fühlen. Für den restlichen Körper genügt normalerweise die Reinigung mit klaren Wasser.

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  • Sanft abtrocknen

    Ihre Haut ist empfindlich, also gehen Sie vorsichtig mit ihr um. Auf keinen Fall fest abrubbeln, besser sanft trocken tupfen. Vergessen Sie dabei nicht versteckte Stellen, wo Haut auf Haut liegt, etwa unter den Brüsten, zwischen den Zehen, in den Ellbeugen oder in der Leiste. Bleibt dort Feuchtigkeit zurück, entstehen ideale Brutstätten für Keime.

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  • Nach jedem Wasserkontakt eincremen

    Nach dem Duschen oder Baden sollten Sie sich immer eincremen. Verwenden Sie dazu feuchtigkeitsspendende Wasser-in-Öl-Emulsionen mit hautfreundlichem pH-Wert. Inhaltsstoffe wie Urea (Harnstoff), Dexpanthenol, Vitamin E, Jojoba- oder Nachtkerzenöl sowie Glycerin oder Milchsäure eignen sich besonders gut. Auf reine Fettpräparate wie Vaseline sollten Sie hingegen verzichten.

    Vergessen Sie auch nicht, Ihre Hände nach jedem Wasserkontakt einzucremen. Gesicht, Lippen und Hals brauchen ebenfalls besondere Pflege, da sie der Witterung am stärksten ausgesetzt sind. Zu allen geeigneten Produkten beraten wir Apotheker Sie gerne.

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  • Hautpflege im Winter

    Im Winter drosseln die Talgdrüsen bei niedrigen Außentemperaturen die Talgproduktion. Unterhalb von acht Grad stellen sie ihre Arbeit sogar ganz ein. Ihrer Haut fehlen dadurch Fett und Feuchtigkeit, die Sie ihr durch intensive Pflege zurückgeben sollten. Auch über einen Luftbefeuchter, der die Trockenheit der Heizungsluft abmildert, freut sich Ihre Haut. Achten Sie selbst bei niedrigen Temperaturen darauf, ausreichend zu trinken, um Ihre Haut von innen mit Feuchtigkeit zu versorgen. Auch Bewegung sollte nicht zu kurz kommen, denn sie regt die Durchblutung an - auch die der Haut. Wechselduschen ist auch gut.

    Dicke Wollpullis lassen Sie Ihrer Haut zuliebe besser im Schrank. Denn solch raue Gewebe können reiben. Auf diese Strapaze allein reagiert sensible Haut schon mit Trockenheit oder gar Entzündungen. Achten Sie darauf, welche Gewebe Ihrer Haut gut tun. Auf der sicheren Seite sind Sie meist mit natürlicher Baumwolle und Seide. Die strengsten Kriterien in Puncto Hautverträglichkeit überwinden müssen Kleidungsstücke mit folgenden Prüfsiegeln: Europäisches Umweltzeichen, Naturtextil best, Naturtextil better und Öko-Tex-Standard 1000.

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  • Hautpflege im Sommer

    Vor allem intensive Sonneneinstrahlung trocknet die Haut aus. Meiden Sie die pralle Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr. Schützen Sie Ihre Haut mit heller, luftiger Kleidung und einem hochwertigen Sonnenschutzmittel. Wichtig ist, dass ein Sonnenschutzmittel einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor (LSF von mindestens 25) sowohl gegen UV-B- als auch UV-A-Strahlen bietet. Wenn Sie den Sommer am See, Meer oder Schwimmbecken genießen, cremen Sie jedes Mal nach, wenn Sie aus dem Wasser kommen. Nein, Sie spüren nicht, wann Ihre Haut genug Sonne abbekommen hat. Falls Ihre Hautnerven bereits durch den Diabetes geschädigt sind, bemerken Sie das unangenehme Gefühl eines Sonnenbrands wahrscheinlich garnicht.

    Zeigt eine Rötung an, dass die Haut bereits Schaden genommen hat, kühlen Sie die entsprechenden Stellen mit kalten, feuchten Tüchern und tragen anschließend ein Mittel gegen Sonnenbrand auf. Das kühlt ebenfalls und enthält darüberhinaus noch entzündungshemmende Wirkstoffe.

    Ist Ihnen ein Sonnenbrand hoffentlich erspart geblieben, belohnen Sie Ihre Haut mit speziellen After-Sun-Präparaten, um ihr Feuchtigkeit und Fett zurückzugeben. Empfehlenswert sind After-Sun-Lotionen mit Feuchthaltefaktoren wie Glycerol, Vitamin E und Hyaluronsäure oder mit reizlindernden und beruhigenden Zusätzen wie Hamamelis und Dexpanthenol.

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Es geht weiter mit dem Thema Pflege. In der nächsten Lektion sind die Zähne dran.

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Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2
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aktualisiert am 23.07.2013, erstellt am 25.10.2013
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