Periphäre Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

Senior geht am Stock

Treten Gefäßverengungen beziehungsweise Gefäßverschlüsse infolge einer Arteriosklerose in den Armen und Beinen auf, sprechen Mediziner von der "peripheren arteriellen Verschlusskrankheit", kurz PAVK. Betroffen sind zu 90 Prozent die Beine. Zu den Symptomen zählen Schmerzen beim Gehen, die im Stehen wieder nachlassen. Das kennen Sie? Über die Hälfte der pAVK-Patienten sind Diabetiker, fast jeder zweite Diabetiker erkrankt an einer PAVK. Aufgrund ihres hohen Risikos für Gefäßablagerungen sind Diabetiker besonders gefährdet, eine PAVK zu entwickeln. Auch wenn Sie (noch) keine Symptome haben, sollten Sie besser weiterlesen.

Los geht’s mit einer kurzen Frage. Im Zusammenhang mit der PAVK treten oft auch die Leiden "Schaufensterkrankheit" und "Raucherbein" auf. Im welchen Verhältnis stehen diese Krankheiten zu PAVK? Sie müssen kein Arzt sein, um diese Frage zu beantworten.

Die Schaufensterkrankheit ist auch eine Durchblutungskrankheit, aber vorwiegend im Brustbereich.

Das ist falsch.

Das Raucherbein betrifft nur Raucher, Schaufensterkrankheit und PAVK vor allem Menschen ab dem 75. Lebensjahr.

Leider falsch.

Die drei Begriffe beschreiben ein und dieselbe Krankheit.

Richtig, na klar.

Zugegeben, das war eine Fangfrage. PAVK, Schaufensterkrankheit, Raucherbein: Das sind Synonyme für ein und dieselbe Krankheit.

Symptome

Die PAVK ist eine tückische Krankheit. Lange macht sie sich nicht bemerkbar. Oft zeigen sich erst Symptome bei Verengungen von 90 Prozent und werden selbst dann von vielen Betroffenen einfach als Zeichen einer Überanstrengung abgetan. Erste Anzeichen sind krampfartige Schmerzen unterhalb der verengten Stelle bei Belastung, also beispielsweise nach längerem Gehen. Ein Taubheitsgefühl am Gesäß, am Ober- oder Unterschenkel sowie zunehmend kalte und empfindungslose Füße können ebenfalls auf eine PAKV hinweisen. Durch die Unterversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff können die Härchen an dem/den betroffenen Bein(en) ausfallen oder die Zehennägel sich verändern oder langsamer wachsen.

Bei einer PAVK werden vier verschiedene Stadien unterschieden, wobei die Intensität der Symptome zeigt, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist:

• Stadium 1: Keine Beschwerden

• Stadium 2a: Nach 200 Meter Gehen treten Belastungsschmerzen auf

• Stadium 2b: Belastungsschmerzen treten schon nach weniger als 200 Meter Gehen auf

• Stadium 3: Schmerzen treten auch beim Ruhen auf

• Stadium 4: Geschwüre entstehen

Bei Diabetikern bleibt die PAVK mitunter selbst in einem fortgeschrittenen Stadium unbemerkt, und zwar dann, wenn durch den Diabetes bereits Nerven geschädigt sind. Deshalb sollten Sie auch die Durchblutung in den Beinen einmal im Jahr vom Arzt überprüfen lassen.

Bleibt eine Therapie aus, kann die Erkrankung in einem kompletten Gefäßverschluss enden. Dieser zeigt sich durch einen heftigen Schmerz, Taubheit und Kältegefühl auf der Haut. Der Puls ist zudem unterhalb des Gefäßverschlusses nicht mehr spürbar.

In diesem Fall sollten Sie sofort den Notarzt rufen - Notrufnummer 112.

Denn bei längerem Gefäßverschluss stirbt Gewebe ab. Dies kann schlimmstenfalls eine Amputation des betroffenen Gliedmaßes erforderlich machen.

Behandlung

Die Behandlung der PAVK setzt an zwei Punkten an. Zum einen gilt es, gegen die Ursache der PAVK, den Gefäßablagerungen, vorzugehen. Was dabei wichtig ist, wissen Sie ja mittlerweile: ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel, das Vermeiden von Bluthochdruck, niedrige Blutfettwerte und Abbau von Übergewicht.

Gleichzeitig müssen bereits vorhandene Gefäßverengungen beseitigt und eine ausreichende Durchblutung wiederhergestellt werden.

Je nach Stadium der Erkrankung bieten sich hier verschiedene Therapieformen an. Ihr Arzt wird die für Sie passende Behandlung aussuchen:

• Gehtraining unter Anleitung. Dazu ermitteln Sie zunächst, wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist und nach welcher Gehstrecke die typischen Schmerzen einsetzen. Legen Sie mehr als die Hälfte dieser Strecke mehrmals am Tag zurück. Sie sollten jedoch das Gehen beenden, bevor die Schmerzen einsetzen. Durch das Gehtraining wird der Körper angeregt, neue Blutbahnen zu bilden - so genannte Umgehungskreisläufe. Die Durchblutung verbessert sich dadurch allmählich.

• Je nach Stadium der Erkrankung kommen auch Medikamente zum Einsatz, die Gefäßverschlüssen vorbeugen, indem sie unter anderem die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen.

• Ist die Erkrankung fortgeschritten, können verschiedene Operationen die Durchblutung wiederherstellen.

Menschen mit einer PAVK haben ein stark erhöhtes Infarktrisiko. Sie sollten alles tun, um solch einen Vorfall zu verhindern.

Eine PAVK vorbeugen

Da die PAVK - ähnlich wie ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall - vor allem durch Ablagerungen und Schädigungen der Gefäße verursacht wird, gleichen sich die Vorsorgemaßnahmen bei diesen Krankheiten: Blutzuckerspiegel optimieren, gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Gewichtsreduzierung und mit dem Rauchen aufhören. Natürlich fällt das vielen schwer. Aber dafür beugen Sie ja nicht nur PAVK vor, sondern zahlreiche weitere Krankheiten. Und nicht zuletzt helfen diese Maßnahmen, Ihren Diabetes zu behandeln. Ihre Mühen werden folglich reich belohnt.

Jetzt haben Sie diesen umfangreichen Themenblock fast geschafft. Eine Folgeerkrankung von Diabetes-Typ-2 steht noch an: Depressionen. Ein Leiden, dass man vielleicht nicht sofort mit Diabetes in Verbindung bringt. Aber viele Zuckerkranke sind betroffen.

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Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2

aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 24.10.2013
Bildnachweis: Glow Images/Gaia Image, W&B / Röper

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