Warum Sie Diabetes nicht ignorieren dürfen

Mann

Jetzt wissen Sie also, was in Ihrem Körper falsch läuft. Aber damit sind noch längst nicht alle Fragen geklärt.

Zum Beispiel diese hier nicht: Wenn Diabetes nicht wehtut und man oft nichts davon merkt, warum muss man ihn dann behandeln?

Die Frage ist natürlich berechtigt. Die Antwort ist zweigeteilt.

Text Ohne Therapie kann Diabetes lebensbedrohlich werden
Geschwindigkeit (empfohlen: 50) 50
Fehlerindex (empfohlen: 0.02) 0.02
Image URL /cmsmultimedia/137/298/295/100896595985.jpg
Time Delay 1000
Variante (delay/ishow) delay

Erstens hat Ihr Körper Schwierigkeiten, seinen Zellen genug Energie in Form von Glukose zur Verfügung zu stellen. Mag sein, dass Sie diesen Mangel noch nicht spüren, weil Ihr Körper das im Moment noch durch andere Maßnahmen kompensieren kann. Aber auf Dauer wird das nicht funktionieren.

Zweitens - und das ist das schwerwiegendere Problem - löst ein unbehandelter Diabetes eine Reihe von zum Teil lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen aus. Ein zu hoher Blutzucker schädigt auf Dauer die kleinen und großen Blutgefäße sowie die Nerven. Das kann schlimme Leiden in fast allen Körperregionen nach sich ziehen:

  • Herzinfarkt


    Diabetiker sind besonders gefährdet, einen Herzinfarkt zu erleiden. Denn erhöhte Blutzuckerwerte tragen zur Arteriosklerose - umgangssprachlich Arterienverkalkung - bei, wovon auch die Herzkranzgefäße betroffen sein können. Hinzu kommt, dass die typischen Warnzeichen für einen Herzinfarkt wie Brustschmerz und Engegefühl oft nicht wahrgenommen werden, wenn der Diabetes auch die Nerven bereits geschädigt hat. Jeder zweite Diabetiker stirbt an einem Herzinfarkt.

    1/7

  • Schlaganfall


    Auch ein Schlaganfall entsteht, weil Blutgefäße verkalken. Beim Schlaganfall sind es Gefäße im Gehirn, die durch Arteriosklerose geschädigt werden. Durch die hohen Blutzuckerwerte haben Diabetiker im Vergleich zu gesunden Menschen ein zwei- bis dreifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko.

    2/7

  • Nervenschädigung (diabetische Neuropathie)


    Eine diabetische Neuropathie tritt im Durchschnitt bei jedem dritten Diabetiker im Laufe der Erkrankung auf. Es kann sowohl das periphere Nervensystem betroffen sein, als auch das nicht willentlich beeinflussbare vegetative Nervensystem, das die Funktion der inneren Organe steuert.

    3/7

  • Gestörte Magenentleerung


    Wie Sie gerade gelesen haben, schädigen zu hohe Blutzuckerwerte Nervenzellen. Dadurch können auch Funktionen des Magen-Darm-Systems fehlerhaft ablaufen, die von den Nerven penibel gesteuert werden. Diabetes schlägt vielen Betroffenen buchstäblich auf den Magen - und den Darm. Es können Schluckstörungen und Sodbrennen auftreten, auch Übelkeit, Bauchschmerzen oder Blähungen sowie Verstopfungen und wiederkehrende, oft nachts auftretende Durchfälle. Außerdem ist die Blutzuckereinstellung dann erschwert.

    4/7

  • Nierenschädigung (diabetische Nephropathie)


    Diabetes gilt als Hauptursache für chronisches Nierenversagen. Etwa 30 Prozent aller Diabetiker entwickeln durch Schädigungen der kleinen Blutgefäße eine diabetische Nephropathie, die zu Nierenversagen führen kann. Dann wird eine regelmäßige künstliche Blutwäsche - die Dialyse - notwendig. Pro Jahr werden rund 8000 Diabetiker neu zu Dialyse-Patienten.

    5/7

  • Netzhautschädigung (diabetische Retinopathie)


    Die diabetische Retinopathie zählt zu den häufigsten diabetischen Folgeerkrankungen und ist wie die diabetische Nephropathie eine Folge von Schädigungen der kleinen Blutgefäße. Fast alle Diabetiker sind im Lauf ihres Lebens mehr oder weniger davon betroffen. Die Folgen können dramatisch sein. So erblinden rund zwei Prozent aller Menschen, die seit mehr als 15 Jahren mit Diabetes leben. Zehn Prozent entwickeln eine schwerwiegende Sehbehinderung. In Europa ist die diabetische Retinopathie eine der Hauptursachen für Erblindung.

    6/7

  • Diabetisches Fußsyndrom


    Das diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine Kombination von Spätfolgen einer Diabetes-Erkrankung, allen voran Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen. Dabei kommt es zu schlecht heilenden Geschwüren, die sich entzünden und schlimmstenfalls zu einer Amputation führen. Das DFS ist einer der Hauptgründe für Amputationen. Das Amputationsrisiko ist für einen Diabetiker etwa 50 Mal so hoch wie für Menschen, die nicht an dieser Stoffwechselerkrankung leiden. Etwa ein Viertel aller Diabetiker entwickelt ein DFS.

    7/7

Das hört sich alles furchtbar an und könnte einem fast den Mut nehmen. Aber Sie wissen es ja schon: Allen Folgeerkrankungen können Sie mit einer guten Blutzuckereinstellung und einer gesunden Lebensweise vorbeugen. Wie das geht, werden Sie hier in der Gesundheitsakademie noch lernen. Fangen wir gleich mit den beiden wichtigsten Punkten an: gesunder Ernährung und Bewegung.

Die nächsten beiden Lektionen führen Sie in diese Themen kurz ein. Intensiver werden wir uns später mit Ernährung und Bewegung befassen.

2.8

Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2

aktualisiert am 18.07.2013, erstellt am 21.10.2013
Bildnachweis: W&B / Röper, Thinkstock/iStockphoto

Portal-Logos
© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG
schließen