Warum Übergewicht gerade für Diabetiker problematisch ist

Dicke Frau

Überschüssiges Fettgewebe und die diabetische Stoffwechselstörung schaukeln sich zu einem Teufelskreis auf. Weil infolge der Insulinresistenz weniger Zucker in die Zellen gelangt, schüttet die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin aus. So versucht der Körper, den Zuckerstoffwechsel im Gleichgewicht zu halten. Doch Insulin fördert den Fettaufbau - die Insulinresistenz verstärkt also das Gewichtsproblem. Die Bauchspeicheldrüse schafft es dann irgendwann nicht mehr, genügend Insulin zur Verfügung zu stellen. Der Blutzuckerspiegel steigt.

Andersherum bedeutet dies aber: Lassen Sie die Fettzellen schrumpfen, kann Ihnen das möglicherweise eine spätere Insulintherapie ersparen. Die Insulinresistenz - und damit der Typ-2-Diabetes - bessert sich, wenn Sie abnehmen.

Text Diäten wirken meist nur kurzfristig, es gilt die Ernährung langfristig umzustellen
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Sie sehen, Übergewicht ist ein richtiges Problem für Diabetiker. Nur, wie bekommt man das unliebsame Fett raus aus dem Körper? Es lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Ernährung umstellen. Eine ausführliche Beratung dazu bietet das Programm "Gesund abnehmen" auf www.apotheken-umschau.de. Dort erfahren Sie, wie Sie in sechs Schritten Ihre Ernährung umstellen, sich immer satt essen und trotzdem abnehmen. Wirklich! Das geht. Probieren Sie es aus.

Die Kernaussagen des Programms haben wir hier zusammengefasst:

  • Diäten wirken meist nur kurzfristig

    Wahrscheinlich haben Sie schon viele verschiedene Diäten ausprobiert. Aber der dauerhafte Erfolg blieb aus, stimmt’s? Schuld daran ist der Jo-Jo-Effekt. Er tritt ein, wenn die Diät beendet wird. Bei einer Diät leert der Körper zunächst seine Kurzzeitenergiespeicher und verliert viel Wasser. Isst man nach der Abnehmkur wie gewohnt, füllen sich diese Speicher wieder rasch und der mühsam erarbeitete Gewichtsverlust war umsonst. Hinzu kommt, dass der Körper während der Diät nicht nur Fett- sondern auch Muskelmasse abgebaut hat. Ein schmerzhafter Verlust, denn gerade die Muskeln verbrennen ordentlich Energie - selbst in Ruhephasen. Fehlende Muskelmasse nach der Diät verbrennt aber keine Energie mehr. Oder anders formuliert: Fehlende Muskelmasse führt dazu, dass das Körpergewicht schneller steigt. Genau das wollen Diättreibende aber vermeiden.

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  • Vergessen Sie jegliche Radikaldiät

    Lassen Sie die Finger von Extremprogrammen wie Kohlsuppe und Co. Langfristiger Abnehmerfolg wird sich nur einstellen, wenn Sie Ihre Ernährung dauerhaft umstellen und Sport treiben, um Muskelmasse aufzubauen. Die richtige Abnehmstrategie lautet: Sparen Sie täglich 500 Kilokalorien vom errechneten Tagesenergiebedarf ein. So werden Sie innerhalb zwei Wochen etwa ein Kilogramm überflüssiges Körpergewicht los - und genau das gilt als gesund. Eine schnellere Gewichtabnahme ist ungesund und schwer zu halten. Wer über längere Zeit konsequent 500 Kilokalorien täglich einspart, wird zwar langsam, dafür aber sicher sein Übergewicht los.

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  • Lebensmittel mit niedriger Energiedichte auswählen

    Ernährungswissenschaftler wissen mittlerweile: Wer sich nicht satt essen darf, nimmt nicht ab. Zahlreiche medizinische Fachgesellschaften empfehlen deswegen: Essen Sie Nahrung, die viel Volumen hat, aber wenig Kalorien. So bekommen Sie Ihren Magen voll ohne dabei viel Energie aufzunehmen. Damit Sie möglichst lange satt bleiben, bevorzugen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel. Und reduzieren Sie die tägliche Fettzufuhr auf höchstens 40 Gramm pro Tag.

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  • Trinken nicht vergessen

    Vergessen Sie nicht, viel zu trinken. Das füllt gerade zwischendurch gut den Magen, wenn sich der kleine Hunger meldet. Trinken Sie nur Wasser oder mit Süßstoff gesüßten Tee. Zuckerhaltige Getränke - dazu gehört auch Alkohol - sind nicht nur Kalorienbomben, sondern für Sie als Diabetiker auch ungesund, da der enthaltene Zucker relativ schnell ins Blut übergeht.

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  • Bei Insulintherapie: Dosisanpassung nicht vergessen

    Um Unterzucker zu vermeiden, müssen Diabetiker, die Insulin spritzen, die Dosis auf die reduzierte Ernährung abstimmen. Am besten sprechen Sie mit Ihrer Diabetesberaterin oder Arzt, wie Sie das angehen.

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  • Was hilft beim Durchhalten?

    Natürlich klingt es einfacher als es ist, täglich 500 Kilokalorien einzusparen. Egal, ob Sie das durch eine angepasste Ernährung und/oder Sport schaffen wollen: Sie brauchen Durchhaltevermögen. Denn nur kleine Schritte - eben alle zwei Wochen ein Kilo - führen letztendlich zum großen Ziel: dauerhafter Abnehmerfolg.

    Um durchzuhalten, müssen Sie sich darüber klar werden, dass Ihr Übergewicht kein akutes, sondern ein chronisches Problem ist. Das lösen Sie nicht mit einer Kurzzeitstrategie, sondern nur mit einer langfristigen Änderung Ihres Lebensstils. Und die dauert ein Leben lang.

    Das hört sich dramatisch an, aber nicht unmöglich. Gehen Sie es in kleinen Schritten an und vergessen Sie nicht, sich immer wieder selbst zu loben - und damit zu motivieren - wenn Sie ein Ziel erreicht haben. Ein paar Beispiele für kleine Etappensiege:

    • Dass Sie wieder zum Vollkornbrot statt dem Croissant zum Frühstück gegriffen haben
    • Dass Sie den Einkauf trotz Regen zu Fuß erledigt haben
    • Dass Sie den Abend nicht nur auf der Couch verbracht haben, sondern noch eine Runde um den Block gelaufen sind
    • Dass Sie den Teller nicht mehr leer essen, sondern aufhören, wenn Sie satt sind
    • Dass Sie zum Apfel statt Schokoriegel gegriffen haben, als der kleine Hunger kam
    • Dass Sie es geschafft haben, über zwei Liter Wasser an einem Tag zu trinken

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  • Sich selbst loben, nicht zuviel Wiegen

    Loben Sie sich für all solch kleine Dinge - denn sie alle tragen für das große Ganze bei. Sie werden feststellen, dass sich schnell Erfolge einstellen. Jedes einzelne Kilo weniger verbessert Ihre Lage Stück für Stück. Stellen Sie sich einmal pro Woche auf die Waage, um Ihr Gewicht zu kontrollieren - und nicht jeden Tag. Das baut nur Frust auf, denn man nimmt nicht täglich ab.

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  • Verbote bringen nichts

    Sein Sie auch nicht radikal zu sich selbst. Es geht ja darum, dauerhaft einen neuen, schlanken Lebensstil zu pflegen. Deshalb müssen Sie sich keine Verbote auferlegen. Wenn Sie sich hin und wieder bewusst ein kleines Stückchen Schokolade gönnen oder Ihren Sporttermin mal sausen lassen, weil Ihnen gerade überhaupt nicht danach ist, geht die Welt davon nicht unter. Schmeißen Sie dann bloß nicht alles hin, nach dem Motto "Jetzt ist es eh schon egal". Kehren Sie nach Fehltritten wieder zu Ihrem gesünderen Alltag zurück.

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  • Gemeinsam geht es einfacher

    Suchen Sie nach Gleichgesinnten, die ebenfalls abnehmen und sich mehr bewegen wollen. Die passen mit auf, dass Sie nicht in alte Gewohnheiten zurückfallen. Wenn Sie den Entschluss gefasst haben, den Kilos den Kampf anzusagen, erzählen Sie das ruhig anderen. Denn Familie, Freunde und Kollegen, die von Ihrem Plan wissen, werden dann fragen, wie es läuft - eine zusätzliche Motivation zum Durchhalten.

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Und weil diese Lektion die Stimmung des ein oder anderen möglicherweise etwas getrübt hat, ist es Zeit für eine gute Nachricht, die da lautet: Zucker ist nicht verboten für Diabetiker. Mehr dazu in der nächsten Lektion.

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Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2

aktualisiert am 18.07.2013, erstellt am 24.10.2013
Bildnachweis: Corbis GmbH/Sherrie Nikols, W&B / Röper

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