Warum Zucker für Diabetiker nicht verboten ist

Würfelzucker

Wer zuviel Zucker isst, wird irgendwann zuckerkrank, so noch oft die landläufige Meinung. Sie als Diabetiker wissen, dass das nicht so ganz stimmt. Hauptursachen für einen Typ-2 Diabetes sind erbliche Veranlagung, Übergewicht, mangelnde Bewegung und falsche Ernährung. Klar, zuviel Zucker - gemeint sind hier alle süß schmeckenden Kohlenhydrate - macht dick, verursacht selbst aber keinen Diabetes. Deshalb sind kleine Mengen Zucker für Zuckerkranke erlaubt. Der Verbot von einst ist wissenschaftlich überholt. Sie dürfen sich hin und wieder ein Gummibärchen, ein Eis oder ein Stückchen Schokolade schmecken lassen - solange Sie das auf Ihrem festgelegten Kohlenhydratkonto verbuchen.

NCHOOKWie viel Zucker darf ich essen?

Für Diabetiker gilt, was auch für gesunde Menschen gilt: Nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Kalorienaufnahme in Form von Zucker sind okay. In diesen Grenzen wird Ihr Stoffwechsel nicht ungünstig beeinflusst. Zehn Prozent entsprechen ungefähr 30 bis 50 Gramm Zucker am Tag. Ganz vermeiden sollten Sie mit Zucker gesüßte Getränke (es sei denn, Sie behandeln damit akut eine Unterzuckerung).


Wichtig: In der Tagesdosis sind auch "versteckte Zucker" enthalten.


Versteckte Zucker

... finden sich in vielen Fertigprodukten, Ketchup, Fertigmüslis, Brot, ja sogar geräuchertem Lachs. Auf der Zutatenlisten verbirgt sich hinter Zucker eine lange Reihe an Bezeichnungen: Saccharose, Lactose, Fructose(-sirup), Fruchtzucker, Glucose(-sirup), Traubenzucker, Invertzuckersirup, Dextrose, Maltodextrin(e) oder Dextrine - all das sind versteckte Zucker. Achten Sie deshalb auf diese Bezeichnungen beim Einkauf.


Leere Kalorien

... auch so nennen Ernährungsexperten den Zucker. Denn er enthält weder Vitamine noch Mineral- oder Ballaststoffe. Süßigkeiten sind deshalb nicht besonders gesund und sättigen auch nicht lange. Es ist also klüger, zu Mittag 320 Gramm Kartoffeln statt 100 Gramm Vollmilchschokolade zu essen - auch wenn es vom Kohlenhydratgehalt her beides dasselbe ist: 4 BE. Was besonders bei Süßigkeiten zu buche schlägt, ist ihr hoher Fettgehalt.

Ein kleines Lernspiel soll dazu beitragen, Ihren Konsum von leeren Kalorien zu reduzieren. Klicken Sie nach und nach auf die Buchstabenfelder unten, um einen Leitsatz aufzudecken, den Sie sich bitte fest einprägen. Zwei Hinweise: In dem Satz kommen die Wörter "Kalorien" und "Hüften" vor. Falls Sie es nicht hinbekommen: Mit einem Klick können Sie sich jederzeit die Auflösung zeigen lassen.

Kalorien#aus#Zucker*und#Fett#setzen#sich*schnell#an#den#Hüften*fest

 



 

Schnelle Energie

... stellt Zucker dem Körper zur Verfügung. Unsere Muskeln und das Gehirn sind auf Zucker in Form von Glukose angewiesen. Das erklärt, warum es beim Unterzucker zu Symptomen wie Muskelzittern und kognitiven Störungen kommt.

Blutzuckerspitzen

... stellen sich durch die Aufnahme von Zucker schneller ein. Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke treten besonders schnell ins Blut über. Deswegen sollte man sie - außer zur Behandlung einer Unterzuckerung - möglichst meiden. Zucker in verpackter Form, also in Verbindung mit Ballaststoffen wie in Obst und Gemüse, gelangt langsamer ins Blut.

Sie dürfen als Diabetiker also durchaus mal Süßes ohne schlechtes Gewissen naschen. Aber nicht zuviel davon. Auf die Menge kommt es an. Übermäßigen Zuckerkonsum kann man selbst mit Insulin nicht einfach so wegspritzen.

Wichtig ist - wie anfangs schon gesagt - das Kohlenhydratkonto als Ganzes im Blick zu behalten. Also einigemaßen genau zu wissen, wieviel Kohlenhydrate insgesamt (inklusive des Zuckers) Sie essen. Dafür müssen Sie lernen, wieviel Kohlenhydrate bestimmte Nahrungsmittel enthalten. Das sollen Sie in der nächsten Lektion ein bisschen üben. Indem Sie den BE/KE-Wert (der Maßeinheit der Kohlenhydratmenge im Essen) schätzen.

20.6

Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2
Zahl 10
Schriftgroesse Zahl 85
Subtext Prozent
Text rechts Das ist der maximale Anteil der täglichen Kalorienaufnahme, der aus Zucker bestehen sollte
Schriftgroesse Text 20
Wartezeit in Millisekunden 1000
Variante (delay oder ishow) delay

aktualisiert am 23.09.2014, erstellt am 24.10.2013
Bildnachweis: Fotolia/MP2, W&B / Röper

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