Wenn Diabetes Blähungen verursacht

Mann mit dickem Bauch

Es ist ein großes Tabuthema: Blähungen (Flatulenz). Selbst beim Doktor macht man lieber einen Bogen um diese Beschwerden - nachvollziehbar, aber natürlich falsch. Ihr Arzt wird Verständnis für Ihr Problem haben. Menschen mit Diabetes haben häufiger Magen-Darm-Probleme als Gesunde. Geht Luft häufiger als 15- bis 25-mal pro Tag ab, stimmt etwas nicht. Das können die Ursachen sein:

  • Autonome Neuropathie & diabetische Gastroparese

    Ursache für starke Darmwinde bei Diabetikern ist oft eine "autonome Neuropathie", also eine Störung des Nervensystems, verursacht durch die Zuckerkrankheit. Folge ist dann mitunter eine verminderte Magenbeweglichkeit – "diabetische Gastroparese" genannt. Diese kann mit stark schwankenden Blutzuckerwerten, Bauchschmerzen und erheblichen Blähungen verbunden sein. Dazu kommt noch, dass die gestörte Beweglichkeit auch das Aufkeimen von Bakterien im Dünndarm fördert. Die bakterielle Fehlbesiedlung kann ebenfalls Bauchschmerzen und Blähungen verursachen. Nicht nur, dass das die Lebensqualität mindert. Magen-Darm-Probleme behandeln zu lassen ist für Diabetiker besonders wichtig, da solche Probleme es erschweren, den Blutzucker gut einzustellen. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann wiederum ebenfalls die Verdauungsfunktionen beeinträchtigen.

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  • Medikamente

    Auch Wirkstoffe wie Metformin, Acarbose oder Miglitol zur Senkung eines erhöhten Blutzuckers haben als Nebenwirkung Blähungen. Gleiches gilt für einige penicillinhaltige Antibiotika, entzündungshemmende Arzneistoffe wie Diclofenac oder der abführende Stoff Laktulose und andere Mittel gegen Verstopfung. Blähungen treten oft auf, wenn die Dosierung eines neuen Medikaments zu schnell erhöht wird. Das gilt es zu vermeiden. Die gute Nachricht: Die Blähungen lassen mit der Zeit nach. Patienten sollten also etwas Geduld mit den Wirkstoffen haben.

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  • Zuckeraustauschstoffe

    Sorbit, Xylit und Mannit - alles Substanzen, die sich in vielen Lightprodukten befinden - wirken ab einer gewissen Dosis blähend und abführend. Erfahrungsgemäß kommt es bei Erwachsenen ab etwa 50 Gramm Sorbit zu Beschwerden. Auch Fruktose - die Sie ja sowieso meiden sollten, weil sie wie Zucker wirkt - vertragen viele Menschen nicht und reagieren mit Blähungen, Bauchschmerzen und womöglich Durchfall. Die Wahl von Aspartam und Acesulfam als Süßstoffe umgeht diese Probleme.

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  • Ernährung

    Treten Blähungen nur hin und wieder auf, sind sie in den allermeisten Fällen harmlos und beruhen auf der Ernährung. Oft sind Ballaststoffe die Ursache. Besonders Kohlgemüse, Hülsenfrüchte sowie Lauch- und Zwiebelgewächse sind ballaststoffreiche Lebensmittel, die den Magen-Darm-Trakt schnell überfordern. Deswegen darauf verzichten müssen Sie nicht. Ballaststoffe wirken sich positiv auf Ihre Blutfettwerte und einer intakten Darmflora aus. Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich an die Quellstoffe zu gewöhnen und genießen Sie blähende Obst- und Gemüsesorten zu Beginn Ihrer - dem Diabetes zuliebe - geänderten Ernährung erstmal in Maßen. Steigern Sie die Dosis langsam auf täglich 30 Gramm, wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt.

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  • Selbsthilfe: Kleine Änderungen - große Wirkung

    Ein paar Veränderungen Ihres Lebensstils können schon Wunder in Puncto Blähungen bewirken: Achten Sie darauf, welche Speisen bei Ihnen zu verstärkten Winden führen und vermeiden Sie diese. Auch Getränke wie Limonaden und Mineralwässer mit Kohlensäure, Milchdrinks, manche Fruchtsäfte sowie Diät- und Light-Produkte mit dem Zuckeraustauschstoff Sorbit oder Fruktosezusatz sind Kandidaten für die Streichliste.
Teilen Sie Ihre Mahlzeiten in mehrere kleine, leicht verdauliche Portionen ein, statt Ihren Verdauungstrakt mit üppigen Portionen zu belasten.

    Regelmäßige Bewegung im Freien bringt den ganzen Körper in Schwung - auch den Darm. Wenn es trotz dieser Tipps mal zwickt und windet, helfen Tees aus Heilpflanzen wie Anis, Fenchel, Kümmel und Pfefferminz.

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Das Thema der nächsten Lektion ist Hautpflege. Auch hier gibt es für Diabetiker ein paar Sachen zu beachten.

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Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2

aktualisiert am 23.07.2013, erstellt am 25.10.2013
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