Wer bekommt Blutzucker-Teststreifen auf Rezept?

Teststreifen

Gehören Sie zu den Diabetikern, die Tabletten nehmen und vom Arzt keine Blutzuckerteststreifen verordnet bekommen? Dies, obwohl man immer wieder - wie hier in der Gesundheitsakademie auch - liest, dass Blutzuckermessungen nicht nur bei Patienten Sinn machen, die Insulin bekommen?

"Der Grund liegt im sogenannten Wirtschaftlichkeitsgebot, dem jeder Arzt unterliegt und das in Paragraf 12 des Sozialgesetzbuchs V verankert ist", erklärt Apotheker Dr. Sebastian Michael aus Waldheim. Demnach müssen Leistungen für gesetzlich Versicherte "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein" und dürfen "das Maß des Notwendigen nicht überschreiten". Das gilt auch für das Verordnen von Medikamenten, denen Blutzuckerteststreifen zugeordnet sind. Zwar haben Versicherte laut Paragraf 31 des gleichen Gesetzeswerkes grundsätzlich Anspruch auf Blutzuckerteststreifen, aber nur dann, wenn es ohne gar nicht geht. Auf welche Diabetiker das zutrifft, dazu gibt es verschiedene Auffassungen. "Die Entscheidung liegt letztlich beim Arzt", so Michael. Der aber muss seine Rezepte rechtfertigen und notfalls aus eigener Tasche bezahlen, wenn ihm unwirtschaftliches Verordnen nachgewiesen wird.

Text Die meisten Typ-2-Diabetiker ohne Insulintherapie haben keinen Anspruch auf Teststreifen
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Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV), die für die Honorare der Kassenärzte zuständig sind und unter anderem darüber wachen, dass sich Ärzte an das Wirtschaftlichkeitsgebot halten, geben unterschiedliche Empfehlungen zur Verordnung der Teststreifen heraus. Während beispielsweise die KV Bremen bei Typ-2-Diabetikern, die mit Diät und Tabletten behandelt werden, immerhin noch bis zu 50 Teststreifen pro Quartal für vertretbar hält, sieht die KV Brandenburg für diese Patienten keine Teststreifen vor. In der Praxis haben die meisten Typ-2-Diabetiker ohne Insulintherapie keinen Anspruch auf Teststreifen.

Weniger Schwierigkeiten Teststreifen verordnet zu bekommen haben mit Insulin therapierte Typ-2-Diabetiker sowie Typ-1-Diabetiker. Aufgrund der nur noch schwachen beziehungsweise gar nicht mehr vorhandenen Selbstregulierungsmechanismen reagiert diese Patientengruppe besonders sensibel auf Veränderungen, sodass ohne Blutzuckerkontrolle mehrmals am Tag die Gefahr einer Über- oder Unterzuckerung besteht.

Soviel zu den Messgeräten und das Zubehör. In der folgenden Lektion soll es um einen Sonderzustand des Blutzuckerspiegels gehen: dem Unterzucker. Den sollten Diabetiker tunlichst vermeiden.

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Ihr Fortschritt im Kurs Diabetes Typ 2

aktualisiert am 19.09.2014, erstellt am 24.10.2013
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer, W&B / Röper

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