Herzinfarkt-Nachsorge mit Medikamenten

Mann nimmt Medikament

Ihren ersten Medikamentenplan bekommen Herzinfarktpatienten schon im Krankenhaus

Nach der Intensivstation bleibt ein Herzinfarktpatient noch einige Tage auf einer Normalstation im Krankenhaus. Neben der weiteren Erholung und der Beobachtung des Zustands gilt es während dieser Zeit, den Patienten auf einen Medikamentenplan einzustellen.

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Insgesamt etwa sieben Tage
verbringt der Herzinfarktpatient
im Krankenhaus

Das Hauptziel dieser Bemühung lautet natürlich: ein erneuten Infarkt vorbeugen. Dafür haben sich verschiedene Medikamente bewährt. Welche genau zum Einsatz kommen, hängt von den jeweiligen Risikofaktoren ab – wie zum Beispiel erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die eingesetzten Präparate vor. Wie gesagt, nicht jeder Patient nimmt diese alle. Ihren individuellen Plan wird Ihr Arzt mit Ihnen persönlich besprechen.

 

 

 

Diese Wirkstoffe kommen zum Einsatz:

  • Acetylsalicylsäure (ASS) hindert Blutplättchen (Thrombozyten) daran, sich an Gefäßwandverkalkungen oder an Stents festzusetzen. ASS beugt damit erneuten Thrombosen zu einem gewissen Grad vor. Das Mittel nimmt der Infarktpatient üblicherweise lebenslang ein.

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  • Zusätzlich sollte zu Beginn noch ein moderner Thrombozytenaggregationshemmer wie Clopidogrel, Prasugrel oder Ticagrelor eingenommen werden. Wie lange das nötig ist, hängt vom Infarkt und gewählten Stent ab.

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  • Antikoagulantien sind Medikamente, die in das Gerinnungssystem eingreifen, so dass Blutgerinnsel weniger leicht entstehen.

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  • Betablocker hemmen die Wirkung der Steuerhormone Adrenalin und Noradrenalin. Sie senken den Blutdruck sowie die Herzfrequenz und entlasten damit das geschädigte Herz.

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  • Sogenannte Angiotensin-Convertingenzym (ACE)-Hemmer senken ebenfalls den Druck und unterstützen das Herz. Sie gelten als Mittel der ersten Wahl für Patienten mit einer Herzschwäche nach dem Infarkt. Verträgt der Kranke sie nicht, kann er alternativ einen Angiotensinrezeptor-Blocker erhalten.

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  • Statine senken den "schlechten" LDL-Cholesterinwert. Ein hoher LDL-Cholesterinwert im Blut ist einer größten Risikofaktoren für Gefäßverkalkung.

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  • Leidet ein Patient unter Bluthochdruck, muss dieser ebenfalls mit Medikamenten behandelt werden, sofern das durch den ACE-Hemmer und Betablocker noch nicht ausreichend erfolgt ist.

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Medikamente sind zwar ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung und Nachsorge eines Herzinfarkts und ein wahrer Segen. Sie alleine reichen aber nicht aus. Um das Risiko eines weiteren Infarkts tatsächlich gut wie möglich zu senken, sollten Betroffene vor allem einen gesunden Lebensstil anstreben. Dies zu erlernen ist ein Ziel einer Rehabilitations-Maßnahme (meist kurz einfach nur "Reha" genannt), auf die jeder Herzinfarktpatient ein Anrecht hat. Mehr zur Reha erfahren Sie in der näcshten Lektion.

Ihr Fortschritt im Kurs Herzinfarkt
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aktualisiert am 10.12.2014, erstellt am 08.01.2015
Bildnachweis: Fotolia/Fotowerk/Diana Drubig, W&B / Röper

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