Unbedingt mehr bewegen nach dem Herzinfarkt

Mann schwimmt

Schwimmen: Ideale körperliche Tätigkeit, um das Herz fit zu halten

Kreislauf, Stoffwechsel und Bewegungsapparat des Menschen sind durch sein evolutionäres Erbe auf ausdauernde Bewegung abonniert – schließlich mussten unsere Vorfahren beim Jagen und Sammeln jeden Tag weite Strecken zurücklegen. Wird diese "Berufung" vernachlässigt, nimmt der Organismus langfristig Schaden.

Bewegungsmangel ist daher neben übermäßiger Kalorienzufuhr und steigender Lebenserwartung ein Hauptgrund für sogenannte Zivilisationserkrankungen, wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Gefäßverkalkung – Herzinfarkt eingeschlossen.

Bewegungsmangel ist also ungesund – oder sehr zugespitzt formuliert:

Faul sein macht krank.

So drastisch dieser Satz für manche lauten mag, glücklicherweise gilt umgekehrt (nahezu) uneingeschränkt:

Körperliche Aktivität fördert die Gesundheit.

Und das auch bei Herzinfarktpatienten. Auch wenn das Herz durch den Infarkt geschwächt ist – möglicherweise sogar einen Dauerschaden angenommen hat: Sport und Bewegung gehören unerlässlich zur Regenerierung dazu. Nicht nur das. Sport hilft ebenfalls, ein weiteren Herzinfarkt vorzubeugen.

NCHOOKDazu muss man keine Spitzenleistungen vollbringen. Ihr Herz profitiert bereits von gemäßigtem Training. Alleine mehr Gehen im Alltag bringt eine Menge. Achten Sie zum Beispiel darauf, im Kaufhaus konsequent die Treppen zu nehmen anstatt den Aufzug. Schließen die Fernbedienung Ihres Fernsehers weg und stehen lieber auf, um das Gerät zu bedienen. Zur Bäckerei gehen Sie ab sofort nur noch zu Fuß.

Wenn Sie das alles beherzigen, kommt einiges zusammen. Wichtig ist, sich ein Ziel zu setzen. Experten raten zu 70.000 Schritten pro Woche, also 10.000 Schritte am Tag.

Kurze, leichte Rechenaufgabe: 10.000 Schritte am Tag, ist das viel oder wenig? Rechnen Sie es mal in Kilometern um. Ein Schritt soll 50 Zentimeter lang sein. Wie viel Kilometer sind dann 10.000 Schritte?

2,1

... falsch, zu wenig

4,2

... immer noch zu wenig

5

... richtig!

Nicht jede Form der Bewegung, nicht jeder Sport sind geeignet. Ein kurzer Überblick

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Das ist eine ganze Menge. Deswegen fangen Sie vielleicht besser mit einer kleineren Schrittzahl an, um nicht die Motivation zu verlieren.

Einfach drauf lostrainieren sollte ein Herzinfarktpatient sowieso nicht. Üblicherweise wird ein Physiotherapeut in der Reha das Pensum nach der individuellen Leistungsfähigkeit festlegen. Die ergibt sich aus dem Alter und dem Ausmaß von Herzschäden und Nebenerkrankungen. Auch die Steigerungsintensität sollte dementsprechend festgelegt und überwacht werden.

Basis des Herzsports ist das Ausdauertraining. Der Patient soll dabei 40 bis 80 Prozent seiner Leistungsfähigkeit abrufen. Diesen Richtwert stellt ein Fachmann eingangs per Ergometer fest. Dabei läuft der Patient auf einem Band, während seine Herzstromkurve (EKG) aufgezeichnet wird.

Neben reinem Konditionstraining profitiert das Herz aber auch von verbesserter Kraftausdauer. Die lässt sich mit Gerätetraining erzielen, bei dem etwa 30 bis 60 Prozent der Maximalkraft gefordert werden. Das bedeutet: Der Patient sollte längere Übungssätze mit mittlerem Gewicht durchführen, ohne dabei in die Pressatmung zu kommen. Hierfür ist ebenfalls unbedingt eine professionelle Anleitung erforderlich.

Während der Reha ist solch eine Anleitung garantiert. Aber danach? Eine Herzsportgruppe kann dann hilfreich sein. Was diese leistet, erklärt Ihnen ein Video in der nun folgenden Lektion.

Ihr Fortschritt im Kurs Herzinfarkt
76%
Zahl 10000
Schriftgroesse Zahl 85
Subtext Schritte
Text rechts am Tag, das sollte das Ziel sein
Schriftgroesse Text 20
Wartezeit in Millisekunden 5000
Variante (delay oder ishow) ishwo

aktualisiert am 23.06.2016, erstellt am 08.01.2015
Bildnachweis: Fotolia/lightpoet/Viktor Cap 2013, W&B, W&B / Röper

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