Diese Medikamente helfen bei Heuschnupfen

Mann nimmt Tablette

Behandlung mit Medikamenten: Schnelle Hilfe, wenn die Pollen zu schaffen machen

Die Nase läuft, die Augen jucken und tränen – spätestens jetzt wissen Heuschnupfen-Geplagte: Die Pollen fliegen wieder! Und sie wissen auch: Schnelle Hilfe ist jetzt nötig. Tropfen, Sprays, Säfte oder Tabletten lindern die Symptome meist zuverlässig. Weitere Vorteile: Man bekommt sie rezeptfrei in der Apotheke und sie sind unkompliziert in der Handhabung. Bis zum Alter von zwölf Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Jugendliche und Erwachsene müssen viele Präparate selbst bezahlen.

Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Präparate:

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  • Antihistaminika

    Bei einer allergischen Reaktion wird viel Histamin ausgeschüttet – ein Botenstoff, der die Reizung der Schleimhäute, Schwellungen im Gewebe und Rötungen der Haut bewirkt. Antihistaminika blockieren die Andockstellen (Rezeptoren) des Histamins im Gewebe und mindern oder hemmen somit die allergische Reaktion.

    Wenn die Symptome nur zeitweise auftreten, eignen sich Augentropfen oder Nasensprays mit den Wirkstoffen Azelastin oder Levocabastin. Bei anhaltenden Beschwerden empfehlen Ärzte und Apotheker Tabletten mit den Wirkstoffen Loratadin oder Cetirizin.

    Antihistaminika haftet oft noch das Vorurteil an, sehr müde zu machen. Das gilt aber meist nur für die Wirkstoffe der ersten Generation. Ganz ausgeschlossen ist die Nebenwirkung Müdigkeit auch bei den neueren Substanzen nicht. Bei Tätigkeiten, die unbedingt Wachsamkeit erfordern (zum Beispiel Autofahren), sollten Sie also vorab überprüfen, ob und wie stark Müdigkeit nach Einnahme von Antihistaminika bei Ihnen auftritt.

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  • Glukokortikoide

    Glukokortikoide wirken entzündungshemmend. Sie leiten sich von der Substanz Kortison ab und sind der Lage, auch heftige allergische Reaktionen unter Kontrolle zu bringen. Wegen ihrer starken Wirkung sind kortisonähnliche Wirkstoffe fast alle rezeptpflichtig.

    Bei einer verstopften Nase wirken sie besser als Antihistaminika, für die Anwendung am Auge eignen sich Glukokortikoide weniger. Sinnvoll ist oft eine Kombination beider Substanzen. Für die Nase zum Beispiel ein Kortisonspray, für die Augen Tropfen mit einem antihistaminischem Wirkstoff.

    Kortison und davon abgeleitete Glukokortikoide haben den Ruf, starke Nebenwirkungen hervorzurufen. Das stimmt, wenn sie falsch angewendet werden. In Form eines Nasensprays verursachen Glukokortikoide aber kaum Nebenwirkungen, weil die Dosierung recht gering ausfällt. Wichtig ist, dass Sie sich genau an die Dosierungsanweisungen Ihres Arztes halten und nicht selbst den Therapieplan ändern – etwa durch zusätzliche Präparate.

    Wichtig:
    Kortikoide brauchen etwas Zeit und entfalten ihre volle Wirkung erst nach einigen Tagen.

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  • Cromone

    Auch Mastzellenstabilisatoren genannt, weil sie die Mastzellen stabilisieren, damit diese keine Entzündungsbotenstoffe (zum Beispiel Histamin) mehr freisetzen. Die Wirkstoffe Cromoglicinsäure und Nedocromil gehörten früher zu den gängigen Mitteln bei Heuschnupfen, kommen mittlerweile aber immer seltener zum Einsatz. Sie wirken schwächer als Antihistaminika oder Kortison und werden deshalb oft mit diesen kombiniert. Ärzte empfehlen sie mitunter bei leichten Beschwerden. Erhältlich sind diese Wirkstoffe als Nasenspray, Dosieraerosol oder Augentropfen.

    Cromone haben den Nachteil, dass man sie ein bis zwei Wochen lang vorbeugend nehmen muss, bevor sie richtig wirken.

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Nehmen Sie die Medikamente konsequent und am besten die ganze Pollensaison hindurch. Zwar gibt es viele Präparate frei verkauflich in der Apotheke. Doch es empfiehlt sich, den Therapieplan (auch Änderungen) stets mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Sollte die Medikation – meist wird diese aus Antihistaminika und bei Bedarf ein Kortisonspray bestehen – nicht (mehr) die erwünschte Wirkung erzielen, könnte eine spezifische Immuntherapie eine Option sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Medizinischen Rat gilt es auch einzuholen, wenn die Symptome schlimmer werden, Sie Atemnot verspüren oder Anzeichen von Asthma auftreten. Wahrscheinlich beschränkt sich die Allergie dann nicht mehr auf die oberen Atemwege, sondern hat den "Etagenwechsel" vollzogen und belastet auch Lunge und Bronchien. Über diese Verschlimmerung von Heuschnupfen werden Sie noch in einer späteren Lektion mehr erfahren. Rezeptfreie Medikamente helfen dann kaum noch.

In der nächsten Lektion erklären wir Ihnen, wie Sie die Medikamente richtig einnehmen. Das ist nicht trivial, Fehler kommen immer wieder vor und können die Wirkung mindern oder Nebenwirkungen verstärken.

Ihr Fortschritt im Kurs Heuschnupfen
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aktualisiert am 14.01.2015, erstellt am 20.02.2015
Bildnachweis: F1online/OJO Images

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