Heuschnupfen-Diagnose: der Schleimhauttest

Es kommt relativ häufig vor, dass der Prick-Test oder eine Blutuntersuchung keine eindeutigen Ergebnisse erbringen. Um ihre Diagnose abzusichern, greifen Ärzte auf den Schleimhauttest zurück. Dabei wird das verdächtige Allergen, etwa eine bestimmte Pollenart, direkt auf die Schleimhaut aufgetragen und damit eine Reaktion provoziert. Das Verfahren wird deshalb auch als "Provokationstest" bezeichnet. Um heftige Reaktionen zu vermeiden, erhöht der Arzt die Dosis der Allergene schrittweise – trotzdem kommt es mitunter zu Kreislaufbeschwerden, Asthmaanfällen oder allergischen Schocks. Ein solcher Test wird deshalb immer unter strenger ärztlicher Kontrolle durchgeführt.

Je nachdem, mit welcher Schleimhaut die Allergene in Kontakt gebracht werden, unterscheidet man verschiedene Varianten des Tests. Für die Diagnose von Heuschnupfen eignen sich drei davon: die nasale, die bronchiale und die konjunktivale.

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  • Bei einem nasalen Schleimhauttest muss sich der Patient zunächst schnäuzen. Anschließend beurteilt der Arzt die Nasenschleimhaut und notiert sich deren Ausgangszustand. Dann kommen die Allergene ins Spiel: Mit Hilfe von standardisierten Tropfen oder einem Spray werden sie auf die Nasenschleimhaut aufgebracht, zunächst in einer geringen Dosis. Nach rund einer Viertelstunde überprüft der Arzt die Schwellung der Nasenschleimhaut und misst die Luftdurchgängigkeit der Nase mit einer speziellen Atemmaske. Wenn die Nase läuft, juckt und ein Niesreiz einsetzt, bricht er die Untersuchung ab. Lassen sich keine Symptome ausmachen, wird die Dosis erhöht.

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  • Bei der konjunktivalen Variante wird überprüft, welche Allergene die Bindehaut im Auge reizen. Normalerweise kommt sie nur dann zum Einsatz, wenn der nasale Provokationstest kein präzises Ergebnis bringt. Um die Reaktion zu testen, wird das Augenlied ein wenig nach unten gezogen und eine Allergenlösung in den Bindehautsack geträufelt. Passiert nichts, wird die Dosis erhöht. Liegt eine Allergie vor, wird das Auge früher oder später anfangen zu tränen, zu jucken, sich röten oder anschwellen. In diesem Fall wird der Arzt die Prozedur unterbrechen und das Auge mit Kochsalzlösung spülen, um die Symptome zu lindern.

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  • Bei einem bronchialen Provokationstest steht die Bronchialschleimhaut im Mittelpunkt des Interesses. Damit lässt sich gut feststellen, welche Allergene allergisches Asthma auslösen. Vor dem Test wird die Lungenfunktion überprüft und anschließend eine neutrale Lösung inhaliert. Erst danach atmet der Patient eine Allergenlösung ein. Da bei diesem Test ein Asthmaanfall ausgelöst werden kann, wird die Lösung besonders vorsichtig dosiert und der Patient permanent überwacht. Alle fünf bis zehn Minuten kontrolliert der Arzt, ob sich die Lungenfunktion verschlechtert hat oder es Anzeichen für Asthma gibt. Ist dies nicht der Fall, kann eine höhere Dosis des Allergens inhaliert werden. Sobald eine Reaktion eintritt, wird der Test abgebrochen.

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Obwohl Schleimhaut-Tests recht aussagekräftig sind, haben sie einen Nachteil: Wenn sie positiv ausfallen, können weitere verdächtige Allergene erst zu einem späteren Zeitpunkt getestet werden. Sind Nase oder Augen nämlich erstmal geschwollen oder reagieren die Bronchien, müssen sie sich zunächst erholen. Unter Umständen braucht es also etwas Zeit, um allen Allergenen auf die Spur zu kommen.

Neben Prick- und Schleimhauttest kann es auch sinnvoll sein, das Blut zu untersuchen. Warum, das erklären wir Ihnen in der nächsten Lektion.

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aktualisiert am 14.01.2015, erstellt am 20.02.2015

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