Heuschnupfen vorbeugen mit Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung

Aufwendige Behandlung: Bei der Hyposensibilisierung werden dem Patienten über einen langen Zeitraum Allergene gespritzt

Medikamente können lediglich die Symptome des Heuschnupfens lindern, gezielt gegen die Ursachen der Krankheit gehen sie nicht vor.

Die spezifische Immuntherapie – auch Hypo- oder Desensibilisierung genannt – tut das.

Und das macht aus ihr eine besonders wertvolle Therapieoption. Auch weil es eigentlich unmöglich ist, Pollenblüten gänzlich aus dem Weg zu gehen und die Beschwerden von Heuschnupfen im Laufe der Jahre deswegen oft zunehmen (und die Wirkung von Medikamenten dadurch nachlässt).

TWHOOKBei der Hyposensibilisierung spritzt der Arzt dem Patienten über einen langen Zeitraum hinweg (Monate bis Jahre) in bestimmten Abständen eine stetig steigende Menge der Substanzen unter die Haut, die die Allergie verursachen. Beim Pollenallergiker also zum Beispiel Extrakte aus Blütenpollen.

Ziel ist es, die Körperabwehr abzuhärten. Das Immunsystem lernt, die Allergene nicht mehr zu bekämpfen, bis die allergische Reaktion irgendwann schließlich ganz ausbleibt. Anfangs bekommt ein Patient die Blütenpollen-Spritzen in kurzen Abständen und niedrig dosiert. Mit der Zeit wird die Dosis erhöht ("Steigerungsdosis"). Ist die sogenannte Erhaltungsdosis erreicht, werden die Abstände zwischen den Spritzen größer.

Tabletten oder Tropfen als Alternative zur Spritze

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Es können leichte Nebenwirkungen auftreten, darunter Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle, ein Kribbeln oder Jucken im Mund oder eine leicht geschwollene Zunge. In seltenen Fällen (weniger als einer von 1000 Patienten) kommt es zum allergischen Schock. Dann muss der Arzt sofort handeln. Deshalb bleiben Patienten nach einer Spritze noch eine halbe Stunde in der Arztpraxis.

Das Verfahren hat Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen zählen

  • sie wirkt besonders gut bei der Pollenallergie
  • die Effekte halten im Durchschnitt fünf bis zehn Jahre an
  • schon nach etwa sechs Monate spüren die Patienten eine erste Besserung ihrer Beschwerden, kommen zum Beispiel mit weniger Medikamenten aus oder können bei Pollenflug wieder nach draußen gehen
  • es ist möglich, das Immunsystem gegen mehrere Allergene zu desensibilisieren – das ist vor allem interessant für Allergiker, die auf verschiedene Pollen reagieren und oft mehrere Monate im Jahr leiden. Ärzte analysieren, in welchen Monaten die Beschwerden am stärksten sind und desensibilisieren dann gegen diese Allergene
  • die spezifische Immuntherapie verhindert, dass die Beschwerden stärker werden oder die Allergie die "Etage wechselt", auf Lunge und Bronchien übergreift und zu Asthma führt.
  • nach einer spezifischen Immuntherapie treten auch keine oder weniger Sensibilisierungen gegen neue Allergen auf. Auch gibt es Hinweise, dass Kreuzallergien danach seltener auftreten

Demgegenüber stehen einige Nachteile:

  • Die Therapie braucht Zeit, zwischen drei bis fünf Jahren
  • Die Therapie braucht Vorlauf: Zwei bis vier Monate vor dem ersten Pollenflug muss man mit der ersten Spritze beginnen – meist im Herbst.
  • Die Therapie braucht Disziplin: Am Anfang muss man jede Woche zum Arzt, später jeden Monat.
  • Es piekst. Wer sich mit Spritzen überhaupt nicht anfreunden kann, für den wäre die sublinguale Therapie eine Alternative. Dabei legt man sich eine Schmelztablette unter die Zunge oder nimmt Tropfen zu sich. Die sublinguale Therapie erfordert aber ein hohes Maß an Disziplin. Sie müssen jeden Tag Tabletten oder Tropfen nehmen, und das mehrere Jahre lang.
  • Schwangere und Patienten mit schweren Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder des Autoimmunsystems oder mit Krebs sind für eine Hyposensibilisierung ausgeschlossen.

Nicht jeder denkt schon im Herbst an seine Pollenallergie, möchte sie dann aber im Frühling schnell loswerden. Für Eilige gibt es deshalb Kurzzeittherapien, auch Cluster-Immuntherapie genannt. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in der nächsten Lektion.

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aktualisiert am 06.07.2015, erstellt am 20.02.2015
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