Compliance: Einnahme von Medikamenten nach Vorschrift

Arzt, Apotheke, Tablette einnehmen

Arzt verordnet, Apotheker berät, Patient schluckt. Das ist die Arbeitsteilung, die das Lehrbuch für die Arzneimitteltherapie vorsieht. Das Befolgen der ärztlichen Einnahmevorschrift bezeichnet man neudeutsch als "Compliance". Das kommt vom englischen Wort "comply", was soviel wie gehorchen bedeutet.

Ärzte, die ein partnerschaftliches Verhältnis mit ihren Patienten pflegen, statt auf Befehl und Gehorsam zu setzen, sprechen lieber von "Adherence", was soviel wie Dranbleiben, nicht aufgeben bedeutet.

Gleich welchen Ausdruck man vorzieht: Studien zeigen, dass es mit Compliance und Adherence gleichermaßen hapert. Schätzen Sie mal, wieviel Patienten nehmen ihre Medikamente nicht so ein, wie es der Arzt verordnet hat?

Im Durchschnitt 10 bis 15 Prozent

... das wäre ein guter Wert, stimmt aber leider nicht.

Bei leichten Erkrankungen bis zu 40 Prozent, bei schweren Leiden deutlich weniger

Nein, das stimmt auch nicht

Je nach Krankheitsbild zwischen 39 und 83 Prozent

Richtig. Bis zu 83 Prozent der Patienten nehmen eine Medikament nicht ein! Das muss man sich mal vorstellen

Der Wert hängt davon ab, ob die Krankheit dem Patienten Schmerzen oder andere Beschwerden bereitet oder ob er davon im Grunde nichts spürt, wie es zum Beispiel beim hohem Blutdruck der Fall ist.

Eine ältere Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation WHO hat ergeben, dass die Therapietreue der Patienten bei etwa 50 Prozent liegt. Das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information hat ermittelt, dass dem Gesundheitswesen jährlich 10 Milliarden Euro an Kosten dadurch entstehen, dass Patienten ihre Medikamente nicht wie verordnet einnehmen.

Mindestens so wichtig wie die Kosten ist das entstehende Leid, wenn zum Beispiel ein Patient mit Bluthochdruck, der - weil er seine Pillen nicht nimmt - einem Schlaganfall erleidet, auf Dauer gelähmt bleibt. Nicht immer sind die Folgen so dramatisch, aber mitunter sinkt die Lebensqualität deutlich für Menschen, die eine Therapie verweigern.

Wir könnten die Liste der Beispiele weiterführen. Doch schon jetzt sollte deutlich geworden sein:

Halten Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes. Nehmen Sie die verschriebenen Medikamente gewissenhaft ein.

Wenn Sie nicht verstehen, warum Sie ein Medikament nehmen sollen, darf die Konsequenz nicht sein, die Arznei abzusetzen. Weil Sie vielleicht keine Lust haben auf die Therapie. Vielmehr sollten Sie sich über die Behandlung näher informieren. Darum wird es in der nächsten Lektion gehen.

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Ihr Fortschritt im Kurs Medikamente richtig einnehmen

aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 03.06.2014
Bildnachweis: Stockbyte, W&B/Stephan Hoeck, Glow Images/BSIP, W&B / Röper

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