Den Umgang mit Nebenwirkungen erleichtern

Frau mit Bauchschmerzen

Wie gesagt, Nebenwirkungen lassen sich nicht immer vermeiden. Nehmen Sie diese als Zeichen dafür, dass Ihr Medikament tatsächlich funktioniert.

Und die gute Nachricht an dieser Stelle: Sie sind Nebenwirkungen nicht machtlos ausgeliefert. Es gibt einige Möglichkeiten, dem entgegenzusteuern. Folgende Ratschläge erleichtern das Leben mit Nebenwirkungen:

  • Lesen Sie die Packungsbeilage, aber warten Sie nicht förmlich auf Nebenwirkungen. Viele der häufigen Nebenwirkungen wie Juckreiz, Müdigkeit oder Magenbeschwerden sind unspezifisch und können auch andere Ursachen haben.
  • Haben Sie Geduld. Viele unerwünschte Wirkungen von Arzneimitteln werden mit der Zeit geringer. So machen zum Beispiel viele Blutdrucksenker müde. Wenn man in Absprache mit dem Arzt mit einer niedrigen Dosis beginnt und diese langsam steigert, bis die Werte gut sind, lässt sich die Müdigkeit oftmals umgehen.
  • Steuern Sie dagegen. Bei langdauernder Einnahme von Kortikoiden zum Beispiel können die Knochen an Festigkeit verlieren, bis hin zu einer echten Osteoporose. Das Risiko für diese Entwicklung lässt sich aber durch körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung, die ausreichend Vitamin D und Kalzium liefert, deutlich vermindern.
  • Modifizieren Sie - in Absprache mit Ihrem Arzt - die Einnahme. Durch kleine Tipps lässt sich vermeiden, dass unerwünschte Arzneimittelwirkungen allzu sehr ins Gewicht fallen. Oft wird Ihnen der Arzt bei der Verordnung schon entsprechende Tipps geben, auch in der Apotheke wird man Sie bei der Abgabe eines Arzneimittels darauf hinweisen, wie Sie es nehmen sollten, um es besser zu vertragen.

Zwei Beispiele:

  • Arzneimittel, die müde machen, können Sie, sofern der Arzt nichts anderes gesagt hat, zum Schlafengehen einnehmen, sodass Sie die Nebenwirkung, die vor allem unmittelbar nach der Einnahme besonders ausgeprägt ist, im Wortsinne verschlafen.
  • Bei manchen Arzneimitteln ist es möglich, dass Sie diese beim Essen selbst anstatt vor dem Essen nehmen, das macht die Arznei magenverträglicher. Bei Eisenpräparaten zum Beispiel oder bei entzündungshemmenden Rheumamitteln können Sie so verfahren. Die Wirkung ist dann zwar nicht so gut und sie tritt langsamer ein, aber das ist in den meisten Fällen vertretbar


Auf keinen Fall sollten Sie den Einnahmezeitpunkt eigenmächtig verändern. Bei manchen Arzneistoffen, etwa Antibiotika, geht die Wirksamkeit verloren, wenn sie zum Essen anstatt vor dem Essen genommen werden.

Wobei wir schon mittendrin im Thema der nächsten Lektion sind: die Wechselwirkungen von Medikamenten untereinander oder eben mit dem Essen. Mit einem Klick rechts unten erfahren Sie mehr darüber.

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Ihr Fortschritt im Kurs Medikamente richtig einnehmen

aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 04.06.2014
Bildnachweis: Thinkstock/Polka Dot Images, W&B / Röper

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