Keine Arznei-Wirkung ohne Nebenwirkung

Frau hustet

Der Pharmakologe Gustav Kuschinsky formulierte es so: Ein Arzneimittel, von dem behauptet wird, daß es keine Nebenwirkungen habe, steht im dringenden Verdacht, auch keine Hauptwirkung zu besitzen.

Einen kurzen und einprägsamen Merksatz passend dazu sollen Sie sich nun in einem kleinem Lernspiel selbst erarbeiten. Klicken Sie nach und nach auf die Buchstabenfelder unten, um den Merksatz aufzudecken, den Sie sich bitte fest einprägen. Ein Hinweis: Es hat natürlich etwas mit Nebenwirkungen zu tun. Falls Sie es nicht hinbekommen: Mit einem Klick können Sie sich jederzeit die Auflösung zeigen lassen.

Ohne#Nebenwirkung#keine*Wirkung



Warum ist das so?

Praktisch alle Arzneistoffe verbinden sich im Körper mit einem bestimmten Angriffspunkt und entfalten dadurch ihre Wirkung. Sie hemmen so bestimmte Stoffwechseleiweiße oder ahmen die Wirkung körpereigener Hormone nach.

Leider kommt die Bindungsstelle für einen Arzneistoff fast immer an mehreren Stellen im Körper vor. Oder aber der Arzneistoff bindet sich auch an andere Eiweißmoleküle, die seinem eigentlichen Ziel nur ähneln. Beide Vorgänge führen dazu, dass ein Medikament auch in diesen Fällen eine Wirkung erzielt - die man aber eigentlich nicht haben will. Das sind dann die sogenannten Nebenwirkungen. Würden diese aber nicht auftreten, wäre das ein sicherer Hinweis dafür, dass eine Arznei überhaupt keine Wirkung erzielt. Tritt eine Nebenwirkung auf, wissen Sie als Patient auf jeden Fall: Das Medikament funktioniert.

Text Ganz vermeiden lassen sich Nebenwirkungen fast nie
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Ein Beispiel: Bronchienerweiternde Stoffe, die bei Asthma eingesetzt werden, stimulieren Moleküle auf der Bronchialschleimhaut, die der Fachmann als Betarezeptoren bezeichnet. Durch die Anregung erweitern sich die Bronchien, der Asthmaannfall geht vorbei, der Patient kann wieder durchatmen. Leider finden sich Betarezeptoren nicht nur in den Bronchien, sondern auch an den Herzmuskeln und der Skelettmuskulatur. Werden die Betarezeptoren am Herzmuskel stimuliert, führt das zu Herzklopfen, die Skelettmuskulatur kann durch das Asthmamittel ins Zittern geraten.

Natürlich sind beides unerwünschte Wirkungen der bronchienerweiternden Asthmamedikamente. Zwar haben Pharmaforscher Asthmamittel entwickelt, die viel stärker an die Betarezeptoren der Lunge binden und deshalb auch weniger Nebenwirkungen haben. Ganz vermeiden lässt sich die Nebenwirkung aber aus den genannten Gründen nicht.

In der folgenden Lektion geben wir Ihnen ein paar Tricks und Tipps mit auf dem Weg, die den Umgang mit Nebenwirkungen erleichtern.

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Ihr Fortschritt im Kurs Medikamente richtig einnehmen

aktualisiert am 10.09.2014, erstellt am 04.06.2014
Bildnachweis: W&B / Röper, Strandperle/Juice Images

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