Salben und Gele korrekt auftragen

Cremetube

Der Vorteil von diesen äußerlich anzuwendenden Arzneimitteln liegt darin, dass nur die erkrankte Haut behandelt wird. Nebenwirkungen auf den gesamten Organismus lassen sich so auf ein Minimum reduzieren. Für eine optimale Therapie muss der Hautarzt nicht nur den richtigen Wirkstoff auswählen, er muss auch entscheiden, ob er eine Salbe, eine Creme, ein Gel oder einen kühlenden Umschlag verwendet. Was sich dahinter verbirgt und nach welchen Regeln sie eingesetzt werden, soll im Folgenden erklärt werden.

Feuchte Umschläge sind das Mittel der Wahl bei akuten, juckenden Beschwerden und bei nässenden Hauterscheinungen. Sie kühlen die Haut durch die verdunstende Feuchtigkeit. Dieser Kühleffekt kann verstärkt sein, wenn noch ein gewisser Prozentsatz Alkohol beigefügt ist.

Gele bestehen aus einer Lösung des Wirkstoffs, die durch Zusatz eines Geliermittels streichfähig wurde. Auch Gele entfalten einen Kühleffekt, der durch einen Zusatz von Alkohol verstärkt sein kann.

Weniger stark ist der Kühleffekt einer Creme. Sie enthält neben dem Wasseranteil auch fette Substanzen. Gemische aus Wasser und fettigen Anteilen nennt der Fachmann Emulsionen. Man unterscheidet Emulsionen, bei denen der Fettanteil fein verteilt im Wasser vorliegt (Öl-in-Wasser-Emulsionen), und solche, bei denen das Wasser in der Fettkomponente eingearbeitet ist (Wasser-in-Öl-Emulsionen). Cremes vom Öl-in-Wasser-Typ ziehen schnell in die Haut ein und sind mit Wasser abwaschbar. Je trockener und hartnäckiger die Hautbeschwerden sind, desto höher ist der Fettgehalt des eingesetzten Arzneimittels. Entweder verwendet man eine Wasser-in-Öl-Creme oder eine wasserfreie Fettsalbe. Diese Zubereitungen sind ohne Seife nicht von der Haut abzuwaschen. Sie lassen keine Verdunstung von der Hautoberfläche zu und halten dadurch Feuchtigkeit und Wärme in der Haut zurück. Der Fettanteil dieser Zubereitungen dient dazu, das fehlende Hautfett zu ersetzen, und ist daher bei trockener Haut angezeigt sowie bei Hautleiden, die mit einem Mangel an Hautfett einhergehen.

Die meisten Salben, Cremes oder Gele enthalten einen arzneilich wirksamen Bestandteil. Das muss aber nicht immer so sein. Bei kortisonähnlichen Stoffen, den Kortikoiden, hat man festgestellt, dass es die Wirksamkeit und die Wirkdauer der Anwendung einer kortikoidhaltigen Salbe erhöht, wenn man neben der wirkstoffhaltigen Zubereitung mit einer Creme oder Salbe ohne Wirkstoffe nachbehandelt. Diese Art der Behandlung wird als Intervall-Therapie bezeichnet und hat den Vorteil, dass man Wirkstoff einsparen und dadurch Nebenwirkungen verringern kann. Vor allem bei chronischen Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) wird dieses Verfahren eingesetzt.

Damit feuchte Umschläge auch wirklich kühlen, dürfen Sie die Verdunstung nicht behindern. Decken Sie Umschläge nicht mit wasserundurchlässigem Material ab. Sonst kommt es statt der angestrebten Kühlwirkung zu einem unangenehmen Wärmestau. Manche Lösungen, die zu Umschlägen verwendet werden, enthalten stark färbende Wirkstoffe. Vorsicht: Diese Substanzen können auf Kleidung, Teppiche oder Möbel, die damit in Kontakt kommen, abfärben.

Typische Anwendungsgebiete für Gele sind akute, schmerzhafte oder juckende Hauterscheinungen wie Insektenstiche, allergische Beschwerden oder Verbrennungen. Auch bei Prellungen oder Sportverletzungen wird der Kühleffekt eines Gels gerne genutzt.

Nicht oberflächlich auf der Haut, sondern direkt in den Körper rein gelangen Wirkstoffe bei der nun folgenden Arzneiform, der Injektion durch eine Spritze.

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Ihr Fortschritt im Kurs Medikamente richtig einnehmen

aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 03.06.2014
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