So funktionieren Medikamente

Medikamente können ein Segen für uns Menschen sein. Sie stoppen Juckreiz, Durchfall oder Übelkeit. Sie lindern die Symptome von Erkältungen oder bekämpfen schwere Erkrankungen. Man schluckt eine Tablette, trägt eine Salbe auf oder bekommt eine Spritze - und nach einiger Zeit geht es einem meist besser.

Doch warum eigentlich? Haben Sie sich schon einmal gefragt, was genau im Körper passiert, nachdem Sie ein Medikament genommen haben? Nun, auf die Schnelle lässt sich das nicht erklären. Um das zu verstehen, muss man tatsächlich Medizin, Pharmazie, Chemie oder Biologie studiert haben. Und ganz ehrlich: Es gibt Fälle, wo selbst Experten noch darüber rätseln, wie und warum eine Arznei im Körper ihre Wirkung entfaltet.

Einen kleinen Einblick wollen wir Ihnen an dieser Stelle aber doch geben. Und da Bilder mehr sagen als tausend Worte, lernen Sie in der folgenden animierten Grafik eine Wirkform von Schmerzmitteln kennen. Drücken Sie auf "Animation abspielen", um diese zu starten. Mit "Stop" können Sie die Animation jederzeit anhalten, mit "Abspielen" dann weiterlaufen lassen. Mit "Neustart" starten Sie die Animation von Beginn an.

Bei einem Schmerz, ausgelöst zum Beispiel durch einen Schnitt in die Haut, produziert der Körper verstärkt den Schmerzbotenstoff Prostaglandin
Prostaglandine reizen spezielle Schmerzsinneszellen, die ein Schmerzsignal in Richtung Gehirn senden
So halten Prostaglandine das Schmerzsignal aufrecht, der Schmerz hält an
Schmerzmittel hemmen die Produktion von bestimmten Prostaglandinen. Dadurch werden sowohl die Wahrnehmung des Schmerzes als auch seine Weiterleitung unterdrückt

Prostaglandine

Schmerzmittel

Ohne Schmerzmittel
Mit Schmerzmittel


Diesem Trick, die Weiterleitung von Signalen im Körper zu verhindern, bedient sich eine ganze Reihe von Wirkstoffen. So zum Beispiel auch Medikamente gegen Übelkeit. Hier dient der Botenstoff Histamin als Übermittler. Seine Aufgabe: Dem Gehirn eine Störung des Gleichgewichtorgans zu melden - das löst dann einen Brechreiz aus. Nimmt ein Betroffener jedoch eine Arznei gegen Übelkeit, kommt die Störungsmeldung der Histamine nicht in den Nervenzellen des Gehirns an. Dafür müsste Histamin an die Nervenzellen andocken. Das kann der Botenstoff jedoch nicht, weil an den Andockstellen schon die Arznei gegen Übelkeit sitzt - und die Kommunikation zwischen Histamin und Nerzenzelle verhindert.

Histamine spielen auch bei anderen Leiden eine Rolle, zum Beispiel bei Asthma oder Allergien. So elegant diese Methode auch ist, eine Krankheit heilen können Ärzte damit nicht. Denn das Unterbrechen der Informationsweiterleitung kann zwar Symptome wie Husten oder Übelkeit lindern, beseitigt aber nicht die eigentliche Ursache einer Erkrankung. Um das Übel bei der Wurzel zu packen, bedarf es noch ganz anderer Tricks. Auf die wollen wir an dieser Stelle aber nicht eingehen, das würde zu weit führen.

In der kommenden Lektion sollen Sie nun erfahren, welche unterschiedliche Formen von Medikamenten es gibt - von der Tablette über Salben bis hin zu Spritzen.

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Ihr Fortschritt im Kurs Medikamente richtig einnehmen

aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 03.06.2014
Bildnachweis: W&B / Röper

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