So gehen Sie richtig mit Hustensaft und Co. um

Hustensaft

Flüssige Arzneiformen wie Tropfen oder Säfte haben den Vorteil, dass der Patient die für ihn optimale Dosis erhält. Während das Teilen von Tabletten nicht immer möglich ist, können Sie flüssige Arzneimittel aufs Milligramm genau dosieren. Das ist vor allem für Kinder wichtig, weil die richtige Dosis stark vom Alter abhängt. Aber auch für ältere Menschen ist die Möglichkeit der individuellen Dosierung wichtig, weil im Alter große individuelle Unterschiede bestehen, wie schnell der Körper einen Arzneistoff ausscheidet.

Die Wirkstoffe sind in einer Flüssigkeit aufgelöst. Säfte werden geschluckt, Tropfen können geschluckt oder im Fall am Wirkungsort angewandt werden - so zum Beispiel bei Augentropfen.

Manche Säfte sind klare Lösungen, andere enthalten den Wirkstoff fein verteilt in einer trüben Flüssigkeit, die der Fachmann als Suspension bezeichnet.

Nicht alle Wirkstoffe, die zu Saft verarbeitet werden, sind in wässriger Lösung über ausreichend lange Zeit stabil. Dieses Problem lösen viele Hersteller, indem sie Trockensäfte anbieten. Der Wirkstoff liegt als Pulver vor, das der Patient vor der ersten Einnahme durch Zugabe von Wasser in einen Saft verwandelt.

Bei Tropfenpräparaten müssen Sie die Packungsbeilage studieren, wie die Flasche beim Dosieren zu halten ist. Es gibt Randtropfer und Zentraltropfer. Eine Flasche mit Randtropfer müssen Sie leicht schräg halten, Zentraltropfer-Flaschen genau senkrecht. Wenn Sie dies nicht beachten, stimmt die Dosis nicht, weil die abgegebenen Tropfen zu groß oder zu klein sind.

Für Menschen, die schlecht sehen, kann das genaue Dosieren von Tropfen problematisch sein. Als Abhilfe können Sie Ihr Medikament in einen leeren Joghurtbecher tropfen, sodass die Aufschäge der Tropfen deutlich zu hören sind. Wenn die Dosis stimmt, füllen Sie den Becher mit Leitungswasser auf und trinken ihn leer.

Der häufigste Fehler bei der Anwendung von Säften ist die Verwendung normaler Haushaltslöffel. Abhängig vom Besteckdesigner unterscheiden sich die Mengen, die in einen Ess- oder Teelöffel passen um 25 Prozent. Bei Arzneimitteln wie Schmerzmitteln oder Antibiotika, die genau richtig dosiert werden müssen, ist das Abmessen mit einem Haushaltslöffel daher viel zu ungenau. Verwenden Sie beim Dosieren dieser Arzneimittel immer den Dosierlöffel, der der Packung beiliegt. Wenn Sie ihn verloren haben, bekommen Sie bei uns Ersatz.

So bereiten Sie einen Trockensaft richtig zu:

Verwenden Sie zur Herstellung nur Leitungswasser, wenn dies vom Hersteller angegeben ist. Wenn dem Arzneimittel demineralisiertes Wasser oder ein anderes Lösungsmittel zur Herstellung beiliegt, dann müssen Sie dieses verwenden. Füllen Sie die Arzneiflasche etwa zu zwei Dritteln auf, verschließen Sie die Flasche und schütteln Sie, bis sich das Pulver gelöst hat. Wenn sich dabei Schaum bildet, müssen Sie anschließend warten, bis dieser verschwunden ist. Dann füllen Sie bis zu der Markierung auf, die an der Flasche angebracht ist. Gerne erklären wir Ihnen, wie Sie ihren Saft richtig herstellen. Wenn Sie nicht sicher sind, bereiten wird den Saft auch für Sie in der Apotheke zu.

Weiter geht es in der nächsten Lektion mit Zäpfchen. Die Anwendung dieser Darreichungsform ist in der Tat etwas ungewöhnlich, bietet aber gleich mehrere Vorteile.

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Ihr Fortschritt im Kurs Medikamente richtig einnehmen

aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 03.06.2014
Bildnachweis: Glow Images/Caia Image/Adam Gault, W&B / Röper

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