So wenden Sie Zäpfchen richtig an

Zäpfchen

Zäpfchen haben gegenüber Arzneiformen zum Schlucken eine Reihe von Vorteilen:

  • So eignen sie sich besonders für Patienten, die Schwierigkeiten mit dem Schlucken von Tabletten haben. Dazu gehören vor allem Kleinkinder und ältere Menschen
  • Wenn der Wirkstoff den Magen angreift, kann es besser sein, wenn man ihn in Form eines Zäpfchens verabreicht
  • Manchmal ist es auch unmöglich, dass der Patient das Arzneimittel schluckt, zum Beispiel bei Erbrechen und Übelkeit
  • Daneben hat das Zäpfchen den Vorteil, dass seine Wirkung sehr schnell eintritt, etwa so schnell wie bei einer Injektion in einen Muskel

Zäpfchen bestehen aus einer Fettsubstanz, in die der Wirkstoff oder die Wirkstoffe eingebettet sind. Rektalkapseln enthalten eine ölige Wirkstofflösung in einer Hülle aus Gelatine, die sich in der Feuchte des Enddarms auflöst.

Neben den Zäpfchen, deren Wirkstoff nach der Aufnahme über die Darmschleimhaut im ganzen Körper wirken soll gibt es noch Arzneimittel, die eine örtliche Wirkung im Darm entfalten sollen. Hierher gehören Abführzäpfchen, Hämorridenmittel oder Mittel gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

Zunächst sollten die Suppositorien nicht wärmer als 20 Grad Celsius gelagert werden, weil sie sonst leicht schmelzen können.

Entnehmen Sie das Zäpfchen erst unmittelbar vor dem Einführen aus seiner Packung. Verwenden Sie eine Schere, damit das Zäpfchen nicht durch ein gewaltsames Aufreißen der Folie beschädigt wird.

Zäpfchen, mit Ausnahme von Abführzäpfchen, sollten nach dem Stuhlgang angewendet werden, damit sie ihre Wirkung über einen längeren Zeitraum entfalten können. Waschen Sie sich vor und nach der Anwendung des Zäpfchens die Hände.

Damit das Suppositorium besser eingeführt werden kann, kann man es kurz mit kaltem Wasser abspülen und feucht einführen. Zur Anwendung kann man einen Gummifingerling verwenden. Damit die Wirkung schnell und zuverlässig eintritt, muss man ein Zäpfchen so tief wie möglich in den Darm bringen. Das gilt allerdings nicht für Zäpfchen gegen Hämorridalbeschwerden, die nur so weit eingeführt werden, dass man sie noch gut tasten kann. Um die richtige Einführung zu erleichtern, haben viele Hämorridalzäpfchen eine Mulleinlage, die das Zäpfchen am Wirkort fixiert, nämlich dem Hämorridalpolster im Bereich des Enddarms.

Eine andere Form von Arzneimitteln zur rektalen Anwendung sind die Klistiere. Hier wird der Arzneistoff als Salbe oder als Lösung mit einer Tube in den Darm eingebracht. Es gibt Klistiere, die ausschließlich eine lokale Wirkung im Darm entfalten sollen (zum Abführen oder bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen), aber auch solche, bei denen der Wirkstoff in den Körper aufgenommen und dort wirksam werden soll (zum Beispiel zur Bekämpfung von Fieberkrämpfen bei Kindern). Wichtig bei der Anwendung eines Klistiers ist, dass Sie es nach der Anwendung zusammengedrückt lassen, bis die Spitze aus dem Darm entfernt ist. Andernfalls kann ein Teil der Wirkstoffdosis zurückgesaugt werden.

Die Anwendung der nun folgenden Darreichungsform ist vergleichsweise einfach: Salben & Co. werden einfach auf die Haut aufgetragen.

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aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 03.06.2014
Bildnachweis: Panthermedia/Dagmar Spona, W&B / Röper

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