Tabletten richtig einnehmen, so geht's

Tabletten

Tabletten und Dragees sind die häufigste Darreichungsform von Medikamenten. Der Hauptgrund dafür ist die einfach Anwendung: Man muss sie nur schlucken. Wobei das nicht jedem immer gut gelingt, was einer der Gründe ist, warum es von ein und denselben Wirkstoff mitunter unterschiedliche Darreichungsformen gibt (die sie in den kommenden Lektionen noch kennenlernen werden).

Tabletten werden durch Verpressen eines Pulvergemischs hergestellt. Filmtabletten haben einen Überzug aus Kunststoff. Dieser kann verschiedene Funktionen haben. Manchmal verhindert er, dass der Wirkstoff die Magenschleimhaut reizt oder umgekehrt die Verdauungssäfte den Wirkstoff zersetzen. Manchmal erleichtert er auch nur das Schlucken der Tablette.

Dragees haben einen oft farbigen Überzug aus Zucker und anderen Stoffen. Die Zuckerhülle tarnt einen schlechten Geschmack oder sie erleichtert das Schlucken.

Bei Kapseln wird der Wirkstoff zusammen mit anderen Stoffen zu einem grobkörnigen Pulver verarbeitet. Dieses Granulat wird in eine Hülle aus Gelatine abgefüllt. Weil Kapseln in der Herstellung etwas teurer sind als Tabletten, nimmt ihre Marktbedeutung ab. Ein Vorteil der Kapsel ist, dass man sie bei Schluckbeschwerden öffnen und das enthaltene Granulat einnehmen kann. Bevor Sie das tun, sollten Sie aber in der Apotheke nachfragen, weil das Entleeren nicht mit allen Kapselpräparaten möglich ist. 

Retardarzneimittel: Die Spätzünder

Viele Arzneistoffe wirken nur für wenige Stunden. Damit der Patient trotzdem nur ein- bis zweimal pro Tag an die Einnahme denken muss, haben die Hersteller sogenannte Retardpräparate entwickelt, die den Wirkstoff verzögert über einen längeren Zeitraum an den Körper abgeben. Solche Präparate lassen sich oft, aber nicht immer, an Namenszusätzen wie retard, depot oder long erkennen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie in der Apotheke nachfragen.


Retard-Arzneimittel bringen für den Patienten viele Vorteile, weil sie seltener einzunehmen sind. Oftmals werden sie auch besser vertragen, weil der Wirkstoff in geringerer Menge freigesetzt wird. Dennoch gilt es folgendes zu beachten:

  • Weil der Wirkstoff nur allmählich an den Körper abgegeben wird, helfen Retardarzneimittel nicht bei akuten Beschwerden. Entzündungshemmende Rheumamittel mit verzögerter Freisetzung zum Beispiel müssen Sie nach ärztlicher Verordnung regelmäßig nehmen. Wenn Schmerzen auftreten, wirken sie nicht schnell genug.

Tabletten und Co. nehmen Sie am besten mit einem Glas Wasser ein. Zu welchen Zeitpunkt und in welcher Dosis, das hat Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker erklärt.

Eine Tablette zerkleinern sollten Sie nur nach Rücksprache, und zwar aus folgendem Grund: Eine Retardtablette (-Kapsel, Dragee) zum Beispiel enthält eine ganze Tagesdosis an Wirkstoff. Wird eine solche Arzneiform geteilt oder gar zerkleinert, um sie leichter schlucken zu können, dann kann es geschehen, dass die Gesamtdosis auf einmal freigesetzt wird. Ob ein Retardarzneimittel geteilt oder zerkleinert werden kann, weiß manchmal nur der Hersteller. Ihr Apotheker kann es aber gerne für Sie durch Nachfrage beim Produzenten Erfahrung bringen, etwa wenn Sie ein solches Präparat über eine Magensonde geben müssen

Wie oben schon erwähnt: Nicht jeder tut sich leicht mit dem Schlucken. Für Menschen, die damit Probleme haben, bieten sich unter Umständen Säfte und Tropfen an. In der kommenden Lektion erfahren Sie mehr darüber.

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Ihr Fortschritt im Kurs Medikamente richtig einnehmen

aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 03.06.2014
Bildnachweis: istock/angiii, W&B / Röper

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