Wechselwirkungen zwischen Medikamenten

Mann mit Medikamenten

Wechselwirkungen vorherzusehen ist zwar eigentlich eine Aufgabe für Ärzte und Apotheker. Es gibt aber auch Fälle, wo Sie - als Laie - die gegenseitige Beeinflussung von Wirkstoffen erahnen können.

Ein Beispiel: Ein Patient nimmt ein Mittel gegen Heuschnupfen. Auf dem Beipackzettel ist unter Nebenwirkungen zu lesen, dass das Mittel müde machen kann. Der Patient leidet zudem unter Bluthochdruck, nimmt also einen Blutdrucksenker - das ebenfalls zu Müdigkeit führen kann (steht auf dem Beipackzettel, immer durchlesen!).

Jetzt schätzen Sie mal, wie sich diese beiden Wirkstoffe gegenseitig beeinflussen?

Gar nicht, dafür haben die Hersteller gesorgt

... nein, in diesem Fall nicht.

Das mit der Müdigkeit hat sich erledigt, wie in der Mathematik ergibt hier minus mal minus plus

... nein, die Additionsregeln der Mathematik gelten hier nicht.

Die Müdigkeit verstärkt sich

... genau so ist.

Ganz einfach, oder? Nun, nicht immer ist das so. Es sind zum Beispiel auch Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln möglich, die ganz unterschiedliche Wirkungen haben. Oder hätten Sie gedacht, dass ein Magenmittel die Wirkung eines Blutdrucksenkers verstärken kann?

Weil das ein kompliziertes Thema ist, sollten Sie die Einnahme von mehreren Medikamenten stets mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprechen. Ist von denen gerade keiner verfügbar, hilft zum Beispiel der Online-Wechselwirkungscheck auf www.apotheken-umschau.de. Einen Link dorthin finden Sie in der rechten Spalte.

Ebenfalls wichtig für Sie zu wissen: Nicht nur die Medikamente, die der Arzt Ihnen verordnet hat, können sich nicht vertragen. Wechselwirkungen sind auch möglich zwischen verordneten Medikamenten und solchen, die Sie ohne Rezept gekauft haben. Selbst pflanzliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung der ärztlich verordneten Arznei beeinflussen, zum Teil mit gefährlichen Konsequenzen.

Je mehr Medikamente Sie regelmäßig einnehmen, desto größer ist die Gefahr solcher Wechselwirkungen naturgemäß. Außerdem gibt es eine Reihe von Medikamenten, bei denen sich Wechselwirkungen besonders gravierend auswirken:

  • Blutzuckersenkende Mittel zum Einnehmen, die eine Unterzuckerung auslösen können (sogenannte Sulfonylharnstoffe)
  • Aus dem Fingerhut gewonnene Mittel gegen Herzschwäche (sogenannte herzwirksame Glykoside)
  • Gerinnungshemmer (sogenannte Vitamin-K-Antagonisten)


Wenn Sie ein Medikament aus einer dieser Gruppen einnehmen, müssen Sie besonders vorsichtig mit anderen Arzneien sein. Greifen Sie in diesem Fall zu keinem Medikament aus der Hausapotheke.

Welche Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Nahrungsmitteln auftreten können, erfahren Sie in der nächsten Lektion.

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Ihr Fortschritt im Kurs Medikamente richtig einnehmen

aktualisiert am 04.08.2014, erstellt am 04.06.2014
Bildnachweis: Fotolia/Robert Kneschke, W&B / Röper

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