Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Nahrungsmitteln

Medikamente passieren den Magen und Darm genauso wie unsere Nahrung. Der Übergang vom Darm ins Blut erfolgt dann im Inneren des Dünndarms - zusammen mit den Bestandteilen der Nahrung, also den Eiweißen, Kohlenhydraten, dem Fett und den Vitaminen. Alle wollen dabei gleichzeitig ins Blut. Salopp formuliert kann es da zu Rangeleien und Geschubse kommen - mit dem Effekt, dass der Wirkstoff eines Medikaments langsamer als erwünscht oder sogar gar nicht in die Blutbahnen gelangt. Dann verzögert sich die Wirkung oder bleibt im schlimmsten Fall ganz aus.

So kommt es, dass auch Nahrungsmittel die Wirkung von Arzneistoffen beeinflussen können. Ein Beispiel dafür ist in dem folgenden Bild zu sehen. Noch ist das Bild allerdings verdeckt von einer hellblauen Fläche. Klicken Sie mit der linken Maustaste auf die blaue Fläche und es werden nach und nach Bildbereiche sichtbar. Wenn Sie meinen zu wissen, welches Nahrungsmittel hier abgebildet ist, können Sie auf das entsprechende Feld unten klicken, um Ihre Vermutung zu überprüfen. Falls Sie es garnicht erkennen: Mit einem Klick auf das Feld ganz rechts erhalten Sie die Lösung.

Drei wichtige Wechselwirkungen zwischen Arzneien und Nahrungsmitteln lernen Sie nun im Folgenden etwas genauer kennen:

  • Kraut und Kohlgemüse

    Betroffene Arzneimittel: Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ (zum Beispiel Phenprocoumon, Warfarin)

    Das Problem: Die genannten Gerinnungshemmer werden eingesetzt, um Thrombosen und Schlaganfälle bei Herzrhythmusstörungen zu verhindern. Sie reduzieren die Gerinnungsfähigkeit des Blutes, indem sie die Bildung von Gerinnungseiweiße blockieren. Die Blockade geschieht durch die Hemmung von Vitamin K. Kohl enthält viel Vitamin K. Wenn die Vitamin-K-Zufuhr zu hoch ist, dann beeinträchtigt das die Wirksamkeit des Gerinnungshemmers.

    Was Sie tun sollten: Vermeiden Sie größere Mengen an Kohl und Sauerkraut, da diese Nahrungsmittel sehr Vitamin-K-reich sind. Eine weitere Quelle, über die sich viele Patienten große Mengen an Vitamin K zuführen können, sind Multivitamin-Säfte. Ansonsten können Sie sich weitgehend normal ernähren, mit einer Einschränkung: Ihre Ernährung sollte möglichst gleichmäßig sein, was den Gehalt an Obst und Gemüse angeht. Essen Sie von diesen Nahrungsmitteln jeden Tag etwa die gleiche Menge.

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  • Grapefruit

    Betroffene Arzneimittel: Blutdrucksenker aus der Reihe der Kalziumantagonisten, Cholesterinsenker, Schmerzmittel, Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems und noch viele andere. Insgesamt sind 85 Wirkstoffe betroffen.

    Das Problem: Grapefruit und ihr Saft enthalten Stoffe, die mit Enzymen der Darmwand reagieren. Normalerweise verändern und inaktivieren diese Enzyme einen Teil der verabreichten Arzneistoffe. Sind sie durch Grapefruit gehemmt, dann wirken die Substanzen viel stärker, was auch zu verstärkten Nebenwirkungen führen kann.

    Was Sie tun sollten: Fragen Sie uns, ob sich Ihre Medikamente mit Grapefruit vertragen. Ob das der Fall ist, lässt sich nicht aus der Therapeutischen Wirkung des Medikaments ablesen, sondern hängt mit seiner chemischen Struktur zusammen. Manche Schmerzmittel vertragen sich mit Grapefruitsaft, andere nicht. Wenn die Wirkung Ihres Medikaments durch Grapefruitsaft beeinflusst wird, dann bleibt als einzige Lösung, dass Sie für die Dauer der Therapie auf Grapefruit verzichten.

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  • Milch und Milchprodukte

    Betroffene Arzneimittel: Bestimmte Antibiotika (Tetracycline, Oxyzolidine), Mittel gegen Osteoporose (Bisphosphonate), Eisenpräparat.

    Das Problem: Die genannten Arzneistoffe verbinden sich mit dem in der Milch enthaltenen Kalzium zu Verbindungen, die die Darmschleimhaut nicht mehr passieren können. Das Arzneimittel gelangt nicht in den Körper und kann nicht wirken.

    Was Sie tun sollten: Meiden Sie Milch und Milchprodukte für die Dauer der Antibiotika-Behandlung. Selbst eine zeitlich versetzte Einnahme von Antibiotikum und Milch würde den Arzneistoff neutralisieren. Bei Bisphosphonaten ist eine zeitlich versetzte Einnahme von Milch und Milchprodukten möglich. Das ist wichtig, weil diese Nahrungsmittel bei Osteoporose reichlich auf dem Speisezettel stehen sollten.

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Jetzt haben Sie den Kurs "Medikamente richtig einnehmen" schon fast geschafft. Eine letzte Lektion steht noch aus - die Ihnen abschließend noch ein paar wichtige Tipps für den richtigen Umgang mit Arzneien gibt.

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Ihr Fortschritt im Kurs Medikamente richtig einnehmen

aktualisiert am 28.04.2014, erstellt am 04.06.2014
Bildnachweis: W&B / Röper

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