Arzneien zur Migräne-Vorbeugung

Frau mit Tabletten

Gilt nicht nur für Migräne-Arzneien: Immer den Beipackzettel durchlesen

Hier nun eine Übersicht der Wirkstoffe, die sich für die Vorbeugung von Migräne eignen. Wundern Sie sich nicht, dass es sich dabei um Blutdruck-, Epilepsie- und Depressionsmedikamente handelt. Auch das Nervengift Botulinumtoxin ist dabei. Falls Ihr Arzt Ihnen diese Mittel verschreibt, heißt das nicht, dass Sie unter diesen Krankheiten leiden. Aber die Substanzen können halt auch bei Migräne helfen. Nutzen Sie die Chance.

  • Die so genannten Betablocker Propanolol und Metoprolol kommen seit vielen Jahrzehnten als Blutdruck- und Kreislaufmittel zum Einsatz. Sie beugen aber auch Migräneanfällen vor, was vermutlich ebenfalls mit ihrer gefäßaktiven Wirkung zusammenhängt. Üblicherweise vertragen Patienten die Mittel gut. Da sie aber auch den Blutdruck senken, können unter der Behandlung Schwindel oder Müdigkeit auftreten. Oft geben sich diese Nebeneffekte nach einiger Zeit. Bei bestimmten Herzerkrankungen oder Asthma dürfen Betablocker allerdings nicht eingenommen werden.

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  • Vorbeugend wirksam ist auch der Kalziumantagonist Flunarizin. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein gefäßaktives Blutdruckmittel, so dass ähnliche Nebenwirkungen auftreten können wie bei den Betablockern.

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  • Als Mittel der ersten Wahl zur Migräneprophylaxe gelten außerdem die Epilepsiemedikamente Topiramat und Valproinsäure. Sie wirken auf das zentrale Nervensystem, was vor allem anfangs müde machen und zu Konzentrationsstörungen führen kann.

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  • Fallen die erwünschten Effekte der genannten Wirkstoffe zu gering aus oder ihre Nebenwirkungen zu gravierend, stehen auch noch Mittel der zweiten Wahl zur Verfügung. Über ihre Wirksamkeit gibt es weniger gute Studiendaten, im Einzelfall können sie dennoch sehr effektiv sein. Etabliert haben sich vor allem die Substanzen Amitriptylin und Venlafaxin, die Ärzte sonst zur Behandlung von Depressionen einsetzen.

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  • Bei einer chronischen Migräne - also bei mehr als 15 Tagen Migräne im Monat - kann die Gabe des Nervengiftes Botulinumtoxin die Anfallsfrequenz senken. Das Mittel muss von einem einschlägig erfahrenen Arzt alle drei Monate gespritzt werden. Es lähmt Muskelstränge im Kopf- und Halsbereich. Wie es dadurch vor Migräne schützt, ist unbekannt. Einige Experten vermuten einen starken Placeboeffekt.

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Der Placeboeffekt - also die Scheinwirkung eines Medikaments - spielt offenbar nicht nur bei Botulinumtoxin eine Rolle. Was es mit Placebo genau auf sich hat, erfahren Sie in der nächsten Lektion.

Ihr Fortschritt im Kurs Migräne
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aktualisiert am 23.06.2014, erstellt am 09.07.2014
Bildnachweis: Glow Images/Biossonet/BSIP

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