Bewegung und Sport: Pure Medizin bei Migräne

Körperliche Aktivität

Bewegung entspannt und Entspannung ist gut bei Migräne

Ihre Laufschuhe verstauben im Schrank? Allein der Gedanken an Sport verursacht Ihnen Kopfschmerzen? Dann läuft etwas gründlich schief. Migräne ist kein Grund, keinen Sport zu treiben. Im Gegenteil: Bewegung lohnt sich für Betroffene gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen wirkt sich moderate Belastung unmittelbar positiv auf die Stärke und Häufigkeiten der Attacken aus. Zum anderen hebt Sport nachweislich die Laune. Regelmäßiges Ausdauertraining wirkt ähnlich wie Antidepressiva - und viele Migränepatienten leiden phasenweise unter Depressionen. Regelmäßiger Sport, am besten an der frischen Luft, ist deshalb ein wichtiger Baustein bei der Migräneprophylaxe.

Und welche Sportarten sind geeignet? Die Antwort können Sie sich in einem kleinem Lernspiel selbst erarbeiten. Klicken Sie nach und nach auf die Buchstabenfelder unten, um die Antwort aufzudecken. Falls Sie es nicht hinbekommen: Mit einem Klick können Sie sich jederzeit die Auflösung zeigen lassen.

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Zahlreiche Studien zeigen, dass sich Ausdauersportarten wie Joggen, Walken, Schwimmen oder Radfahren am besten für Migränepatienten eignen. Diese Sportarten reduzieren nachweislich die Migränetage sowie Kopfschmerzstunden und werden daher von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfohlen. Grundsätzlich stehen Ihnen aber natürlich alle Sportarten offen, die Ihnen Spaß machen und zu denen Sie körperlich in der Lage sind - lediglich von extremen Sportarten wie Tauchen oder Klettern sollten Sie generell Abstand nehmen, da die Höhe beziehungsweise Tiefe die Beschwerden verschlechtern können. Ansonsten gilt: Gut aufwärmen, Überanstrengung vermeiden und möglichst moderat trainieren. Wer diese Grundregeln beherzigt, wird schnell positive Effekte feststellen. Insbesondere Ausdauersportarten wirken sich lindernd auf Stärke, Häufigkeit und Dauer von Migräneattacken aus. Die gleichmäßige Belastung kommt Migränepatienten entgegen, trainiert nicht nur das Herz-Kreislauf-System, die Atmung und den Stoffwechsel, sondern baut auch Stresshormone ab, senkt die Schmerzschwelle, erhöht die Sauerstoffaufnahme und wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem. Sport ist Gesundheit für den ganzen Körper.

Als Faustregel gilt: Wer sich während des Sports noch gut unterhalten kann, macht alles richtig. Dann nämlich ist die Pulsfrequenz in einem mäßigen Bereich und man  trainiert im aeroben Modus. Im Idealfall ermitteln Sie gemeinsam mit einem Sportmediziner Ihre individuelle Trainingsintensität, den besten Trainingspuls und eine geeignete Sportart. So hat sich Joggen beispielsweise für viele Migränepatienten bewährt. Für Wiedereinsteiger, ältere Menschen, solche mit Übergewicht oder Gelenkproblemen sind Walken, Schwimmen oder Radfahren aber besser geeignet. Wofür auch immer Sie sich entscheiden - tun Sie es regelmäßig. Drei bis vier moderate Ausdauersport-Einheiten pro Woche sind ideal, planen Sie dafür mindestens 30 Minuten ein. Die Einheiten sollten auf dem Wochenplan stehen und regelmäßig durchgeführt werden, am besten an der frischen Luft. Achten Sie aber darauf, das Belastungspensum nur langsam zu steigern. Gerade Anfänger und Wiedereinsteiger neigen zur Überforderung.

Generell gilt: Leichtigkeit und Spaß sollten im Vordergrund jeder körperlichen Betätigung stehen, denn Überanstrengung und massive Belastung können eine Kopfschmerzattacke begünstigen. Achten Sie außerdem darauf, Unterzuckerung zu vermeiden und vor und nach dem Training genügend zu essen. Vorsicht ist außerdem bei Krafttraining geboten. Durch den zum Abnehmen erwünschten Nachbrenneffekt gerät  man schnell in eine Energiekrise, die auch das Gehirn betrifft. Das Denkorgan reagiert in solchen Fällen gerne mit eine Migräneattacke. Laufen Sie dem Kopfweh also lieber davon und wählen Sie eine Ausdauersportart - das schützt ganz nebenbei auch vor Übergewicht. Das ist nicht nur sinnvoll, weil Studien einen Zusammenhang zwischen übermäßigem Bauchfett und chronischen Kopfschmerzen nahelegen. Sondern auch, weil manche Migränemedikamente zu einer unerwünschten Gewichtszunahme führen können.

Es gibt übrigens noch einen weiteren Grund, warum Sie als Migränepatient sich dringend für Bewegung und Sport interessieren sollten: Körperliche Aktivität ist die perfekte Maßnahme, um Stress abzubauen. Welche Rolle Stress bei Migräne spielt und was Sie - neben Sport - dagegen tun können, erfahren Sie in der nächsten Lektion.

Ihr Fortschritt im Kurs Migräne
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aktualisiert am 09.07.2015, erstellt am 09.07.2014
Bildnachweis: Glow Images/Tetra/Erik Isakson, W&B / Röper, Glow Images/Ojo Images

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