Diese Migränearten gibt es

Mann mit Migränesymptomen

Aurasymptome: Seh- und Sprachstörungen gehören dazu

So wie Kopfschmerz nicht gleich Kopfschmerz ist, ist Migräne nicht gleich Migräne: Sie hat viele Gesichter. Zum Leidwesen Betroffener, denn an der richtigen Einschätzung ihrer Migräne orientiert sich eine wirkungsvolle Therapie. Die Internationalen Kopfschmerzgesellschaften - International Headache Society (IHS) - haben deshalb eine Migräne-Klassifikation aufgestellt. Diese schließt auch Komplikationen ein, zu denen Migräne führen kann.

Zahl 72
Schriftgroesse Zahl 85
Subtext Stunden
Text rechts So lange dauert eine Migräne maximal
Schriftgroesse Text 20
Wartezeit in Millisekunden 10000
Variante (delay oder ishow) ishow

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner diese zwei Varianten:

Migräne ohne Aura

Typisch für Migräne ohne Aura sind wiederkehrende Kopfschmerzattacken mäßiger bis starker Ausprägung, die zwischen vier und 72 Stunden anhalten. Die Schmerzen konzentrieren sich dabei auf einer Seite des Kopfes und werden als pulsierend beschrieben. Die Kopfschmerzen verstärken sich schon durch alltägliche Bewegungen. Meist werden sie begleitet von Übelkeit sowie Licht- und Lärmüberempfindlichkeit.

Migräne mit Aura

Bei Migräne mit Aura beginnen die wiederkehrenden Kopfschmerzattacken mit anfallsweise auftretenden neurologischen Störungen, die als Aura bezeichnet werden: Typisch sind Seh- und Sprachstörungen, Gleichgewichts- und Orientierungsprobleme sowie sensible Störungen wie ein Kribbeln in Armen oder Beinen bis hin zu Lähmungserscheinungen. In besonderen Fällen (Medizinisch: Migräne vom Basilaristyp) kommt es auch zu Schwindel, Ohrgeräuschen (Tinnitus), Hörminderungen oder Bewusstseinsstörungen. Klassischer Weise entwickeln sich die Aura-Symptome allmählich über fünf bis 20 Minuten und halten weniger als eine Stunde an. Daraufhin kommt es in den allermeisten Fällen zu Kopfschmerzen, die sich in derselben Art äußern, wie bei Migräne ohne Aura: einseitig pulsierende Schmerzen, die sich durch Aktivität verstärken und häufig von Übelkeit sowie einer Überempfindlichkeit gegen Licht und Lärm begleitet werden.

Es gibt Menschen, bei denen sich an die Aura Kopfschmerzen anschließen, die nicht den typischen Kriterien einer Migräne folgen. Diese Kopfschmerzen betreffen vielleicht den gesamten Kopf und äußern sich statt pulsierend eher stechend oder ziehend. Zudem kann Migräne sogar auch ganz ohne Kopfschmerzen auftreten: Betroffene dieser Form leiden dann nur unter den Symptomen der Aura. Charakteristisch für Migräne ist jedoch, dass sich die Aura-Beschwerden nach höchstens einer Stunde komplett zurückbilden.

Halten neurologische Störungen länger an, sollte jeder - auch Migränepatienten, denen solche Symptome aufgrund ihrer Kopfschmerzerkrankung nicht fremd sind - umgehend ärztliche Hilfe suchen! Denn dahinter könnte beispielsweise auch ein Schlaganfall beziehungsweise eine Migränekomplikation stecken. Bei neu auftretenden neurologischen Ausfällen bitte sofort zum Arzt gehen oder den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 anrufen.

Neben den beiden typischen Migränevarianten gibt es noch einige Sonderformen. Sie sind zwar selten, doch Migräne sie können zu schwerwiegenden Komplikationen führen.

  • Chronische Migräne

    Treten Migräneattacken an mehr als an 15 Tagen pro Monat über mehr als drei Monate in Folge auf, sprechen Mediziner von "Chronischer Migräne". Die Diagnose "Chronische Migräne" muss abgegrenzt werden von "Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz" (MÜK). Denn wer Schmerzmittel (Analgetika) oder spezielle Migränemittel an mehr als zehn Tagen pro Monat einnimmt, riskiert, dass sich sein Leiden dadurch verschlimmert! Ein zu häufiger Einsatz von Schmerzmitteln ist der bei weitem häufigste Grund für eine Migräne, die an mehr als an 15 Tagen pro Monat auftritt.

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  • Status migraenosus

    Der Status migränosus bezeichnet einen migräneartigen Dauerzustand: Der Kopfschmerz quält Betroffene länger als 72 Stunden. Der Status migränosus zählt ebenfalls zu den Komplikationen der Migräne. In den meisten Fällen kommt es auch zu dieser Komplikation durch eine sehr häufige Einnahme von Migräne- und Schmerzmitteln. Es kann sich jedoch auch um eine Mischform von Migräne und anderen Kopfschmerzformen handeln, meist Spannungskopfschmerzen. Die Kopfschmerzen bilden sich im Hintergrund der Migräneattacke aus und quälen den Betroffenen dann länger als für eine Migräneattacke üblich.

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  • Persistierende Aura

    Zu den seltenen Komplikationen der Migräne mit Aura zählt die persistierende, also überdauernde, Aura. Davon sprechen Mediziner, wenn die Aurasymptome länger als zwei Wochen anhalten, ohne dass sie dafür andere neurologische Ursachen als eine Migräne finden, zum Beispiel einen Schlaganfall. Im Gegensatz zum Hirninfarkt spüren Patienten mit persistierender Aura die neurologischen Beschwerden auch meist auf beiden Seiten des Körpers.

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  • Migränöser Infarkt

    Hiervon sprechen Mediziner, wenn sich ein oder mehrere Aura-Symptome nach einer Woche immer noch nicht vollständig zurückgebildet haben und der Patient keine Durchblutungsstörungen oder Gewebeschädigung im Gehirns hat.

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  • Durch Migräne ausgelöste zerebrale Krampfanfälle

    Migräneattacken können auch zu Krämpfen im Gehirn führen (zerebraler Krampfanfall beziehungsweise Epilepsie). Diese epileptischen Anfälle treten dann innerhalb von einer Stunde nach dem Einsetzen einer Migräneattacke auf.

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In der nächsten Lektion wollen wir mit ein paar Unwahrheiten rund um die Migräne aufräumen. Nicht alles, was man über diese Kopfschmerzart so hört, stimmt auch.

Ihr Fortschritt im Kurs Migräne
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aktualisiert am 23.06.2014, erstellt am 09.07.2014
Bildnachweis: Shotshop/12Tribes, W&B/Ulrike Möhle, W&B / Röper

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