Geregelter Tagesablauf: Viel wert bei Migräne

Endlich Wochenende: Abends nett mit Freunden ausgehen, mal ein Gläschen mehr trinken und am nächsten Morgen so richtig ausschlafen. Was für die meisten Menschen ganz normal ist, kann bei Migränepatienten gründlich schief gehen. Für sie nämlich lautet das oberste Gebot: Routine. So langweilig es auch klingen mag, unser Körper liebt geregelte Abläufe. Als Migränepatient haben Sie sicher schon festgestellt, dass Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf Ihre Beschwerden auslösen oder verschlimmern können. Tatsächlich gehört ein strukturierter Alltag zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gegen Migräne, da sind sich Fachleute einig. Sie sprechen mitunter gar von einer "Wochenend-Migräne", weil wir an freien Tagen dazu neigen, unsere Gewohnheiten abrupt zu ändern.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt deshalb, einen möglichst gleichmäßigen Tagesablauf zu realisieren. Das lohnt sich, auch wenn es anfangs schwerfällt. Vielleich motiviert es Sie, dass sich Schmerzattacken um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen, wenn man sich an einige Grundregeln hält. Das bedeutet natürlich nicht, jegliche Spontanität aufzugeben. Vielmehr gilt es, dem normalen Alltagschaos eine möglichst klare Struktur entgegenzusetzen. Wie man das schafft? Am besten legen Sie sich einen Stundenplan an, der alle Wochentage regelt. Halten Sie die Unterschiede zwischen Werktagen, Wochenende und Urlaub dabei so gering wie möglich und planen Sie feste Zeiten für Arbeit, Freizeit, Sport, Entspannung und die Einnahme von Medikamenten ein.

Besonders wichtig ist die Maßnahme auf dem Bild unten. Noch ist das Bild allerdings verdeckt von einer hellblauen Fläche. Klicken Sie mit der linken Maustaste auf die blaue Fläche und es werden nach und nach Bildbereiche sichtbar. Wenn Sie meinen zu wissen, welche Maßnahme gemeint ist, können Sie auf das entsprechende Feld unten klicken, um Ihre Vermutung zu überprüfen. Falls Sie es garnicht erkennen: Mit einem Klick auf das Feld ganz rechts erhalten Sie die Lösung.

Achten Sie nicht nur auf die Schlafmenge, sondern auf fixe Zeiten für das Aufstehen und Zubettgehen. Klingelt der Wecker unter der Woche wegen der Arbeit früh morgens, tut man sich als Migränepatient leider keinen Gefallen damit, ihn am Wochenende einfach auszuschalten. Besser für den Kopf: Wie gewohnt früh aus den Federn.

Auch Mahlzeiten sollten einen festen Platz im Stundenplan finden: Essen Sie regelmäßig, zu ähnlichen Zeiten und verzichten Sie dabei auf Experimente wie Diäten, Fastenkuren oder exotische Gerichte. Auf den Teller sollte nur kommen, was sich bereits als gut verträglich herausgestellt hat. Mehr über die richtige Ernährung erfahren Sie in der kommenden Lektion.

Genauso wichtig wie die Ernährungsgewohnheiten ist regelmäßiges Trinken: Während die meisten Patienten daran denken, viel Wasser zu sich zu nehmen, vergessen viele, dass auch Koffein bzw. Koffeinentzug ein Auslöser für Migräne sein kann. Wer unter der Woche tägliche einige Tassen Kaffee trinkt, sollte diese Gewohnheit deshalb auch am Wochenende beibehalten. Vermeiden Sie das Getränk also entweder ganz oder trinken Sie es regelmäßig.

Hängen Sie den Plan gut sichtbar auf, bis sich etwas Routine eingestellt hat und optimieren Sie ihn über einige Wochen. Sprechen Sie mit Freunden, Familie und Kollegen darüber und bitten Sie diese, Ihre Regel zu berücksichtigen - dann wird es auch Ihnen leichter fallen. Anfangsschwierigkeiten sind normal, lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Bessern Sie hier und da nach, machen Sie vor allem die regelmäßigen Mahlzeiten und feste Schlafenszeiten zum Gesetz und planen Sie direkt Zeit für spontane Entscheidungen ein. Auch Pausen, etwa für einen kleinen Spaziergang oder eine Tasse

Ihr Fortschritt im Kurs Migräne
62%

aktualisiert am 09.07.2015, erstellt am 09.07.2014
Bildnachweis: W&B / Röper

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